Source: DW
A2-01-Lebenslinien
YARA:
Was machst du denn hier?
Tarek …
TAREK:
Hi!
YARA:
Ihr kennt euch?
NICO:
Ja, ich helfe manchmal im Restaurant.
YARA:
Und du sprichst Deutsch!
NICO:
Ein bisschen. Ich mache einen Audiokurs.
YARA:
Wie lange bist du denn schon in Deutschland?
NICO:
Ich bin vor ein paar Wochen nach Deutschland gekommen.
YARA:
Aber warum? Ich meine, was machst du hier?
TAREK:
Nico hat dich gesucht.
NICO:
Aber du warst in der Schweiz .
YARA:
Woher weißt du das?
NICO:
Das ist eine lange Geschichte .
YARA:
Okay. Und ich möchte die ganze Geschichte von Anfang an hören.
TAREK:
Pass auf: Wir gehen alle ins Restaurant, ich koche etwas und nach dem Essen erzählen wir dir alles.
YARA:
Ja. Okay.
TAREK:
Okay.
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A2-02-Angekommen
YARA:
Danke, Tarek. Sehr, sehr lecker!
NICO:
Mhm!
TAREK:
Freut mich, dass es euch geschmeckt hat!
YARA:
Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich hatte fast ein bisschen Heimweh.
NICO:
Heimweh? Du hast Spanien vermisst?
YARA:
Nein. Spanien ist mein Heimatland. Ich komme aus Spanien, aber mein Zuhause ist Deutschland. Und Deutschland hab ich vermisst.
TAREK:
Ja, das verstehe ich. Deutschland ist auch mein Zuhause. Ich komme zwar aus der Türkei , aber ich wohn schon sehr lange hier.
NICO:
Wie lange lebst du schon in Deutschland?
TAREK:
Ich bin vor 30 Jahren mit meinen Eltern hierhergekommen.
YARA:
Ich bin vor 15 Jahren als Au-pair-Mädchen nach Deutschland gekommen. Das Land war fremd , die Sprache auch. Ich meine, ich war froh. Ich wollte Spanien verlassen und in Deutschland studieren. Aber es war nicht immer leicht. Alles war neu. Ich hatte Glück. Ich hatte Hilfe. Es ist wichtig, dass man Hilfe hat in so einer Situation . Ich hatte meine Freundin.
TAREK:
Du meinst Sarah?
YARA:
mhm.
NICO:
Wer ist Sarah?
YARA:
Meine beste Freundin. Vor fünf Jahren ist sie in die Schweiz zurückgegangen. Vor ein paar Wochen habe ich einen Anruf von Sarah bekommen. Ihr Vater ist gestorben.
TAREK:
Oh nein.
YARA:
Mhmm. Es war schlimm. Sie hat meine Hilfe gebraucht. Ich hab meine Sachen gepackt und bin nach Zürich geflogen.
TAREK:
Warum hast du denn nichts gesagt?
YARA:
Und was ist mit dir? Wie lang willst du eigentlich bleiben?
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A2-03-Pläne machen
NICO:
Meine Eltern verstehen mich nicht. Sie sagen, ich muss weiterstudieren. Aber ich will nicht mehr studieren. Ich hasse es. Ich hasse Jura , ich hasse alles daran. Ich bin eben nicht so perfekt wie mein Bruder … Ich möchte mit den Händen arbeiten.
TAREK:
Das verstehe ich.
YARA:
Und was willst du jetzt machen? Wo willst du wohnen? Wie möchtest du Geld verdienen und leben?
NICO:
Ich will auf keinen Fall zurück nach Spanien.
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A2-04-Sprichst du Deutsch
NICO:
Yara, bitte!
YARA:
Du weißt nicht einmal, was du willst. Was willst du denn hier in Deutschland machen? Und was ist mit deinem Jurastudium?
NICO:
Ich weiß, was ich nicht will. Ich will nicht weiterstudieren.
YARA:
Das reicht nicht.
NICO:
Du bist doch auch einfach aus Spanien weggegangen.
YARA:
Und ich kann dir sagen, dass ein Neuanfang sehr schwer ist! Und ohne Deutschkenntnisse ist es noch schwerer!
NICO:
Ich schaffe das! Ich übe die Sprache jeden Tag, Yara! Und jetzt lerne ich noch schneller!
YARA:
Du hast keine Arbeit.
NICO:
Ich suche mir eine.
YARA:
Einfach so? Viel Erfolg!
NICO:
Du denkst, ich schaffe das nicht. Wie alle.
YARA:
Okay. Aber du kümmerst dich um alles: Wohnung, Job und so weiter. Ich mache das nicht für dich.
NICO:
Okay.
YARA:
Ich helfe dir ein bisschen. Und du kannst fürs Erste einmal bei mir wohnen.
NICO:
Danke!
YARA:
Und ich will, dass du …
NICO:
Voy a hacer todo …
YARA:
Du sprichst kein Spanisch mehr. Ab jetzt sprichst du nur noch Deutsch. Dann lernst du die Sprache am besten. Du rufst sofort deine Eltern an. Sie müssen wissen, dass du bei mir bist.
NICO:
Was? Wieso?
YARA:
Weil sie sich Sorgen machen. Und ich werde meine Schwester nicht belügen.
NICO:
Meine Eltern verstehen kein Deutsch.
YARA:
Sehr witzig . Es wird nicht besser, wenn du länger wartest.
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A2-05-Geld ist für mich …
YARA:
Und? Wie war das Gespräch mit deinen Eltern?
NICO:
Sie freuen sich , weil es mir gut geht, wünschen mir viel Glück, und sie lieben mich sehr.
YARA:
Wirklich ?
NICO:
Nein. Sie sind …
YARA:
… stinksauer …? … wütend …?
NICO:
Ja. Sie sind wütend, weil ich nicht mehr studieren will. Sie sind wütend, weil ich nicht zurückkommen will …
YARA:
Und?
NICO:
Ich bleibe hier.
YARA:
Okay. Gehen wir nach Hause!
NICO:
Okay.
NICO:
Ich muss zur Bank gehen, weil ich ein Konto eröffnen will.
YARA:
Sehr gut. Du musst dich jetzt um vieles kümmern.
NICO:
Ich kann heute nicht zur Bank gehen, weil ich zu Lisa zum Sprachkurs gehen muss.
YARA:
Um wie viel Uhr musst du zu Lisa?
NICO:
Ich gehe um elf zu Lisa.
YARA:
Dann kannst du danach zur Bank gehen. Das schaffst du.
NICO:
Mhm.
YARA:
Hier: dein Willkommensgeschenk. Damit geht’s schneller!
NICO:
Wow! Danke!
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A2-06-Mein Bankkonto
MAX:
Das ist wirklich nicht schwer. Du gehst zur Bank und nennst deinen Namen: Guten Tag, ich heiße Nico González und ich möchte bitte ein Konto eröffnen.
NICO:
Das ist alles?
MAX:
Nicht ganz. Die Bank will wissen, woher du kommst.
NICO:
Ich komm aus Spanien, aus Sevilla.
MAX:
Ja.
NICO:
Ja.
MAX:
Die Antwort kannst du mittlerweile im Schlaf. Dann musst du ein Formular ausfüllen : dein Geburtsdatum , deine Adresse … Du kennst das ja.
NICO:
Ich schreibe einfach die …
MAX:
Tarek? Zwei Schnitzel bitte!
NICO:
Ich schreibe einfach die Adresse von Tante Yara, oder?
MAX:
Ja, das ist in Ordnung. Dann fragen sie dich vielleicht, wo du arbeitest. Die Bank findet es natürlich besser, wenn du ein festes Einkommen hast.
NICO:
Kann ich sagen, dass ich noch keinen Job habe?
MAX:
Ja, das ist okay.
NICO:
Gut … Und dann kann ich ein Konto eröffnen?
MAX:
Ja. Und wenn es ein Problem gibt, rufst du mich einfach an. Okay?
NICO:
Okay.
MAX:
Gut.
NICO:
Okay.
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A2-07-Rechnungen
YARA:
Auf Wiedersehen! Schönen Tag noch.
KUNDE:
Ihnen auch! Danke.
YARA:
Empfänger , IBAN, Verwendungszweck war … 335423. TAN eingeben , absenden und fertig. Und die nächste …
TAREK:
Hi, Yara.
YARA:
Hallo, Tarek.
TAREK:
Hast du viel zu tun?
YARA:
Ja. Ich war lange nicht hier und muss sehr viel erledigen. Rechnungen bezahlen, E-Mails beantworten, Bestellungen aufgeben …
TAREK:
Okay.
YARA:
Die Sache mit der Miete … Danke, dass ihr euch darum gekümmert habt. Ich hab total vergessen, die Miete zu überweisen .
TAREK:
Kein Problem.
YARA:
Schau mal, Tarek! Nico hat jetzt ein eigenes Konto.
TAREK:
Oh!
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A2-08-Am Bankautomaten
SELMA:
Hey, Nico!
NICO:
Selma! Was machst du denn hier?
SELMA:
Ein Bankkonto? Heißt das, du bleibst hier? In Deutschland?
NICO:
Ja.
SELMA:
Cool. Und was willst du machen? Studieren?
NICO:
Nein, ich … ich hab schon in Spanien zwei Semester Jura studiert. Ich möchte nicht mehr studieren. Ich möchte mit den Händen arbeiten, einen Beruf lernen.
SELMA:
Du möchtest eine Ausbildung machen?
NICO:
Ja, ich denke schon.
SELMA:
Dann musst du jetzt aber schnell Deutsch lernen. Ich geh gleich zum Sprachkurs. Kommst du mit?
NICO:
Ja, gerne.
SELMA:
Zuerst muss ich am Bankautomaten noch Geld abheben.
NICO:
Bankautomat … Du sprichst schon sehr gut.
SELMA:
Ich bin ja schon ein Jahr hier. Wartest du kurz?
NICO:
Klar.
SELMA:
Es tut mir leid.
NICO:
Was ist denn passiert?
SELMA:
Ich habe zuerst die Karte in den Automaten gesteckt . Dann habe ich auf „Geld abheben“ gedrückt . Danach kam eine Fehlermeldung . Ich konnte meine PIN noch gar nicht eingeben und die Karte kam nicht mehr heraus . Einer der Bankangestellten musste mir helfen.
NICO:
Aber es hat geklappt?
SELMA:
Wir können gehen!
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A2-09-Familiengeschichten
SELMA:
Hallo? Ich bin bei meinem Sprachkurs. Das weißt du doch. Ja, mach ich. Tschüss!
NICO:
Hast du mit deinem Vater telefoniert?
SELMA:
Nein, das war meine Mutter. Sie macht sich Sorgen, weil ich nicht angerufen habe. Ich habe ihr aber gesagt, dass ich beim Sprachkurs bin.
NICO:
Vielleicht hat sie es ja nur vergessen .
SELMA:
Ja, zum hundertsten Mal.
NICO:
Ich kenne das. Meine Eltern hören mir auch nie zu . Es ist ihnen egal, was ich denke.
SELMA:
Aber du darfst allein in Deutschland sein.
NICO:
Ich bin abgehauen . Außerdem bin ich erwachsen . Ich darf sein, wo ich will. Du doch auch.
SELMA:
Ich würde meine Familie nie verlassen.
NICO:
Okay …
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A2-10-Personen beschreiben
SELMA:
Was ist das für ein Lied , Sebastian?
SEBASTIAN:
„Stille Nacht, heilige Nacht“. Das ist ein deutsches Weihnachtslied.
SELMA:
Das klingt schön.
SEBASTIAN:
Ja.
LISA:
Wir können das Lied in der nächsten Stunde übersetzen und lernen. Habt ihr Lust?
SELMA:
Klar.
NICO:
Klar.
SELMA:
Die Bilder sind toll!
NICO:
Ja, coole Fotos. Machst du auch …
SEBASTIAN:
Porträts?
NICO:
Mhm.
SEBASTIAN:
Nein, ich … ich hab auch noch ein anderes Projekt. Das wird super.
SELMA:
Was für ein Projekt?
SEBASTIAN:
Das sag ich noch nicht!
LISA:
Sebastian, können wir die Sprachübungen heute mit deinen neuen Fotos machen?
SEBASTIAN:
Klar. Warum nicht? Worum geht’s?
LISA:
Am Anfang Wiederholungen . Selma, bitte beschreibe eines von Sebastians Porträts.
SELMA:
Das sind zwei ältere Männer mit grauen Haaren. Der Mann mit der braunen Hose ist groß und sieht ein bisschen traurig aus. Der Mann mit dem schwarzen Mantel ist kleiner.
LISA:
Sehr gut. Nico, kannst du das auch?
NICO:
Nicht so gut!
LISA:
Probier’s! Beschreibe deine Familie. Wer gehört dazu?
NICO:
Meine Großeltern. Ich habe Eltern, einen Bruder und drei Tanten. Eine Tante hat zwei Söhne.
LISA:
Deine Cousins.
NICO:
Meine Cousins, ja.
LISA:
Und wie sieht dein Bruder aus?
NICO:
Er hat dunkle Haare.
LISA:
Und?
NICO:
Keine Ahnung. Er sieht ganz normal aus.
LISA:
Okay … Selma?
SELMA:
Das Foto …
LISA:
Okay.
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A2-11-Generationen
AYA:
Ibrahim? Ibrahim!
SELMA:
Meine anderen Großeltern wohnen in einem Pflegeheim . Sie brauchen viel Hilfe, weil sie schon sehr alt sind. Mein Opa kann nicht mehr alleine essen. Meine Oma hat Probleme, weil ihre Augen schlecht sind. Sie sieht nicht mehr gut.
SEBASTIAN:
Selma? Dein Handy.
SELMA:
Oh nein!
NICO:
Was ist?
SELMA:
Meine Mutter hat fünfmal angerufen.
SEBASTIAN:
Nur fünfmal?
SELMA:
Ich muss los!
LISA:
Was ist passiert?
SELMA:
Mein Vater ist beim Arzt, weil er einen … Er hat … Kreislauf?
SEBASTIAN:
Einen Kreislaufzusammenbruch ?
SELMA:
Ja, keine Ahnung, ich muss los!
LISA:
Soll ich dich hinfahren? Ich kann dich mit dem Auto schnell hinbringen.
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A2-12-Alten
INGE:
Oh! Oh, Verzeihung!
SELMA:
Entschuldigung.
INGE:
Mensch, Mädchen! Wir kennen uns doch, oder?
SELMA:
Frau Kohlhaas?
INGE:
Ach, Inge! Wie geht’s dir, Liebes?
SELMA:
Nicht sehr gut. Mein Vater hatte einen Zusammenbruch.
INGE:
Ach das ist ja schrecklich! Ich hoffe, dass es ihm bald wieder gut geht.
SELMA:
Ich hoffe. Er hatte zu viel Stress. Er muss sich jetzt ausruhen. Und wie geht es Ihnen?
INGE:
Blendend! Ich war gerade beim Arzt. Kleinigkeiten … Ich finde, dass ich fit wie ein Turnschuh bin. Und was macht mein Sohn?
SELMA:
Was macht Ihr Sohn denn?
INGE:
Er sucht nach Altenheimen . Er denkt, dass das gut für mich ist. Er macht das, weil er glaubt, dass ich einsam bin. So ein Quatsch! Ich bin doch nicht einsam!
SELMA:
Er meint es bestimmt gut.
INGE:
Na …
SELMA:
Frau … Inge, Entschuldigung …
INGE:
Natürlich! Du willst zu deinem Vater. Mir geht es gut! Kein Problem. Also los!
SELMA:
Danke!
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A2-13-Wohngemeinschaft
NICO:
Selma schreibt: „Meinem Vater geht es gut. Er darf morgen wieder nach Hause. LG, Selma“.
LISA:
Zum Glück …
NINA:
Hi.
LISA:
Hey.
NICO:
Hallo.
NINA:
Nico, schön, dich zu sehen. Sag mal, ist das euer Ernst eigentlich?
LISA:
Was denn?
NINA:
Na das! Das Chaos .
SEBASTIAN:
Darf ich vielleicht später aufräumen?
NINA:
Oh, also in einem Monat?
SEBASTIAN:
Jetzt bleib doch mal ruhig .
NINA:
Nee! Du willst seit Wochen saugen und ich seh nichts davon. Und den Müll habt ihr auch schon wieder nicht rausgebracht . Mann, Leute! Ich hab euch gestern gesagt: „Bitte, bitte bringt den Müll raus, räumt auf, putzt das Badezimmer! Und jemand muss die Pfandflaschen wegbringen .“ Aber nein! Kann ich ja alles machen. Kein Ding.
LISA:
Ja, Nina, tut uns leid. Wir hatten keine Zeit.
NICO:
Kann ich helfen?
NINA:
Nein, Nico. Wir wohnen hier. Das schaffen wir schon selber .
LISA:
Aber wir haben auch ein Zimmer frei, oder?
SEBASTIAN:
Das ist ’ne gute Idee!
NICO:
Was ist?
LISA:
Nico, möchtest du bei uns einziehen ?
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A2-14-Nachbarschaft
HAUKE:
Schönen guten Tag! Wie geht es Ihnen?
YARA:
Schönen guten Tag! Sehen Sie mal da! Schon wieder steht diese Mülltonne direkt vor meinem Laden. Der Nachbar, Herr Murz, stellt sie immer wieder genau vor mein Fenster!
HAUKE:
Und?
YARA:
Na ja … Sie sind doch der Vermieter hier. Können Sie ihm nicht mal sagen, dass das so nicht geht und dass er Rücksicht auf seine Nachbarn nehmen soll? Auf mich hört er nicht.
HAUKE:
So schlimm ist das doch nicht. Regen Sie sich doch nicht immer so auf!
YARA:
Ich rege mich nicht auf. Aber ich brauche Kunden, um meine Miete zu bezahlen. Das ist doch auch in Ihrem Sinn, oder?
HAUKE:
Ich … spreche mal mit ihm. Ich will hier keinen Streit unter Nachbarn.
YARA:
Ich will mich auch nicht mit ihm streiten, aber er sucht den Streit mit mir! Er parkt sein Auto vor dem Laden, hört superlaut Musik, ist unhöflich und …
HAUKE:
Ja, ja, Probleme haben wir alle. Ich muss noch mit Ihnen über etwas sprechen, aber … das hat Zeit. Wir machen das ein andermal. Schön, dass Sie wieder da sind, Frau González!
NICO:
Hallo.
HAUKE:
Hallo.
NICO:
Guten Tag.
HAUKE:
Wiedersehen.
NICO:
Wer war das?
YARA:
Mein Vermieter, Herr Friese. Ich habe mich bei ihm über meinen Nachbarn beschwert . Er stellt immer seinen Müll vor meinen Laden.
NICO:
Du bist schon sehr deutsch geworden!
YARA:
Bin ich nicht!
NICO:
Oh doch!
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A2-15-Kinder
LISA:
Hm, riecht das gut! Darf ich mal probieren?
NINA:
Ja klar.
LISA:
Was ist los? Alles in Ordnung?
NINA:
Ja, warum?
LISA:
Warum? Ich seh doch, dass es dir nicht gut geht.
NINA:
Ja, ich weiß. Ich habe vorhin ein bisschen überreagiert.
LISA:
Das war nicht meine Frage.
NINA:
Lisa … Ich bin schwanger .
LISA:
Wow!
NINA:
Ja, wow. Was soll ich denn jetzt machen?
LISA:
Ja, Nina, freu dich! Du bekommst ein Kind , das ist toll! Du darfst jetzt nicht die Nerven verlieren .
NINA:
Ach ja.
LISA:
Wer ist denn der Vater?
NINA:
Dario.
LISA:
Aber ihr seid doch erst seit ein paar Wochen zusammen .
NINA:
Ja.
LISA:
Du musst es ihm sagen.
NINA:
Ich weiß doch noch nicht mal, ob ich das Kind überhaupt … Wie soll ich das denn schaffen? Ich kann doch jetzt kein Kind erziehen , Mann. Ich bin doch in der Ausbildung.
LISA:
Komm, Nina. Es gibt Kindergärten, Tagesmütter . Andere Mütter schaffen das doch auch. Du darfst dir nicht so viele Sorgen machen. Ich weiß nämlich, dass du eine ganz, ganz tolle Mutti wirst.
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A2-16-Anders als ihr
TAREK:
Und … bitte schön!
YARA:
Auf Nicos neue Wohnung! Zum Wohl!
ALLE:
Zum Wohl!/Prost!
INGE:
Herzlichen Glückwunsch, Nico.
NICO:
Vielen Dank, Inge.
INGE:
Wo wohnst du denn jetzt?
NICO:
Ich wohne in der WG von Lisa, Nina und Sebastian.
INGE:
Eine WG. Das ist eine Wohngemeinschaft, oder? Bei uns war das anders. Wir haben noch bei der Familie gewohnt. Das war billiger.
MAX:
Die meisten Leute ziehen heute nach der Schule für die Ausbildung oder das Studium in andere Städte.
TAREK:
Oder sogar in andere Länder. Heutzutage zieht man ja viel öfter um als früher .
INGE:
Aber man kann auch alleine wohnen.
MAX:
Es ist aber teurer.
YARA:
Meistens zu teuer.
INGE:
Ist das wirklich so ein großer Unterschied ?
MAX:
Oft schon. Außerdem ist es viel schöner, nicht allein zu wohnen.
NICO:
Stimmt. Mit anderen zusammenwohnen gefällt mir auch am besten. Und ich wohne lieber in einem kleinen Zimmer als bei meinen Eltern zu Hause! Bei dir hat es mir natürlich auch gefallen.
PEPE:
Hola, Nico.
NICO:
Pepe!
MAX:
Wer ist denn Pepe?
NICO:
Pepe ist mein großer Bruder.
INGE:
Ach!
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A2-17-Unterwegs
PEPE:
Ven, Nico.
NICO:
Ich spreche hier kein Spanisch.
PEPE:
Wie du willst! Komm mit! Wir fliegen zurück nach Spanien.
NICO:
Nein, ich komme nicht mit. Ich bleibe hier in Deutschland.
PEPE:
Ich bin extra aus München gekommen. Zuerst wollte ich fliegen, aber der Flug ist ausgefallen . Dann musste ich mit dem Bus hierherfahren und konnte unterwegs nicht schlafen. Ich bin ziemlich müde. Also bitte lass uns einfach gehen!
NICO:
Nein. Du kannst gerne gehen. Ich hab schon mit Papa telefoniert.
PEPE:
Ich glaube, du verstehst es nicht. Papa hat mir gesagt, dass ich dich zurückholen soll. Wahrscheinlich geht der nächste Flug morgen Vormittag über Madrid oder Barcelona nach Sevilla. Also?
NICO:
Also: Guten Flug.
PEPE:
Hör zu, mir ist das völlig egal, was du machst! Aber unsere Eltern machen sich Sorgen! Du machst immer nur Probleme, Nico!
MAX:
Ich bitte Sie, jetzt zu gehen.
PEPE:
Wir klären das morgen!
TAREK:
Trotz allem – prost!
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A2-18-Im Hotel
REZEPTIONISTIN :
Guten Abend, was kann ich für Sie tun?
PEPE:
Haben Sie noch ein Zimmer frei?
REZEPTIONISTIN:
Nehmen Sie das Zimmer für eine Nacht oder für mehrere Nächte?
PEPE:
Erst einmal für eine Nacht. Vielleicht bleibe ich länger.
REZEPTIONISTIN:
Ich nehme an, dass Sie ein Einzelzimmer möchten. Ist das richtig?
PEPE:
Ja bitte. Ein Einzelzimmer.
REZEPTIONISTIN:
Möchten Sie das Zimmer mit oder ohne Frühstück? Das Frühstück ist nicht im Preis inbegriffen .
PEPE:
Ohne Frühstück bitte.
REZEPTIONISTIN:
Dann benötige ich noch Ihren Ausweis oder Reisepass . Das Zimmer ist in der vierten Etage.
Das macht dann 139 Euro für eine Übernachtung ohne Frühstück. Zahlen Sie bar oder mit Kreditkarte?
PEPE:
Ich zahl mit Karte.
REZEPTIONISTIN:
Entschuldigen Sie, aber Ihre Karte wird nicht akzeptiert .
Danke. Entschuldigen Sie die Umstände. Wie gesagt, Ihr Zimmer ist in der vierten Etage. Den Aufzug finden Sie vorne rechts. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt !
PEPE:
Ja, danke. Ich mir auch!
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A2-19-Bahnreisen
MAX:
Geht’s dir gut, Inge?
INGE:
Mir? Natürlich. Ach … WGs und Reisen … Ich sitze den ganzen Tag nur zu Hause oder hier.
MAX:
Aber warum? Du bist fit, du hast Zeit. Warum fährst du nicht weg? Mach doch mal ’ne Reise!
INGE:
Das ist alles so kompliziert.
MAX:
Ach Quatsch! Tarek? Bringst du mal den Laptop her?
INGE:
Was? Wieso?
MAX:
Weil wir zusammen jetzt einen Ausflug buchen.
TAREK:
Ja!
TAREK:
Halt! Stopp! Moment! Das hört sich gut an! Angebot für Seniorengruppen: eine Zugfahrt durch das Rheintal nach Bingen am Rhein, mit Mittagessen und Stadtrundgang .
INGE:
Wo fährt der Zug ab ?
MAX:
Am Hauptbahnhof in Köln.
INGE:
Und wann?
MAX:
Die Abfahrt ist um 9:45 Uhr von Gleis 7.
INGE:
Was kostet das?
TAREK:
Hin- und Rückfahrt kosten 50 Euro und du musst nicht umsteigen. Du kommst um Viertel vor zwölf in Bingen am Rhein an und um halb sieben abends fährst du wieder zurück .
INGE:
Mhm, toll! Aber alles an einem Tag? Das ist mir zu anstrengend.
TAREK:
Stimmt.
MAX:
Du kannst auch in Bingen übernachten. Wir finden bestimmt ’n Hotelzimmer für dich. Sollen wir das buchen?
INGE:
Ja!
TAREK:
Ja!
MAX:
Okay! Das war’s. Jetzt drucken wir die Verbindung noch aus und suchen auch noch ein Hotelzimmer raus.
INGE:
Ach, toll! Jungs, ihr seid großartig! Bin schon ganz aufgeregt!
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A2-20-Der Ticketautomat
IBRAHIM:
’tschuldigen Sie! Welche Linie hält am Krankenhaus?
YARA:
Die 66, die hält am Krankenhaus. Sind Sie krank? Soll ich lieber ein Taxi rufen?
IBRAHIM:
Vielen Dank, aber ich habe dort nur meinen Ausweis vergessen.
YARA:
Ärgerlich!
IBRAHIM:
Die 64? Die hält auch am Krankenhaus?
YARA:
Die 64 fährt in die andere Richtung, zum Flughafen. Das hilft Ihnen nicht weiter.
IBRAHIM:
Okay. Und reicht da ein normaler Fahrschein? Wissen Sie das?
YARA:
Zum Krankenhaus brauchen Sie ein Ticket für 3,80 Euro. Moment, ich helfe Ihnen! Ach, es gibt noch eine schnellere Verbindung mit der 16. Die Strecke ist kürzer, aber Sie müssen einmal umsteigen.
IBRAHIM:
Wie lange dauert die Fahrt ohne Umsteigen?
YARA:
15 Minuten länger.
IBRAHIM:
Dann ohne Umsteigen.
YARA:
Bitte schön.
IBRAHIM:
Vielen Dank! Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.
YARA:
Bitte schön, Ihnen auch!
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A2-21-Alltag und Freizeit
LISA:
Was steht denn jetzt noch draußen?
NICO:
Die Möbel.
NINA:
Du hast Möbel?
NICO:
Ja, ich hab einen Schrank, ein Bett und eine Matratze .
SEBASTIAN:
Alles ausm Secondhandladen.
LISA:
Möbel tragen … Da muss ich mich ja gleich noch mal duschen .
SEBASTIAN:
Ach, Nico und ich machen das, oder?
NICO:
Ja!
LISA:
Wirklich?
SEBASTIAN:
Aber nur unter einer Bedingung .
LISA:
Aha!
SEBASTIAN:
Du machst bei meinem Fotoprojekt mit.
LISA:
Welches Projekt ?
SEBASTIAN:
Also, pass auf. Ich möchte gerne deutsche Redewendungen mit Fotos darstellen.
NINA:
Wow.
SEBASTIAN:
Warte ab. Ich möchte gerne alles wortwörtlich umsetzen.
LISA:
Das klingt cool . Kann ich die Fotos dann auch für meine Sprachübungen benutzen?
SEBASTIAN:
Klar! Also bist du dabei?
LISA:
Ja, im Moment hab ich eigentlich genug Freizeit. Das geht! Ich freu mich drauf!
SEBASTIAN:
Super. Dann kannst du ja schon mal überlegen, welche Redewendungen wichtig und ganz besonders interessant sind, und dich entscheiden . Und wir unterhalten uns morgen noch mal.
LISA:
Okay.
SEBASTIAN:
Spitze!
NICO:
Und der Schrank?
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A2-22-Freizeitstress
INGE:
Hallo, Nico!
NICO:
Hallo, Inge!
INGE:
Ich hab nur ganz wenig Zeit. Ich wollte dir gerne ein paar Sachen für den Umzug mitbringen – ein paar Kleinigkeiten . Die kannst du sicher gut gebrauchen . Tut mir leid, ich muss gleich wieder los. Ich hab doch diesen Ausflug gebucht. Also, Tarek und Max haben den Ausflug gebucht. Am liebsten würde ich ihn absagen. Heute kriege ich fünf E-Mails mit Freizeitangeboten, Tickets, Werbung . Ich weiß doch gar nicht, was ich damit machen soll. Wahrscheinlich ist das meiste Werbung, ja. Es gibt sehr viele Angebote: Ich soll wandern gehen, ich soll segeln oder surfen . Kannst du dir das vorstellen? Surfen? Was denken die sich nur? In meinem Alter! Also … Nein, nein, nein, macht gleich weiter . Ich will euch nicht von der Arbeit abhalten. Ich hab auch überhaupt keine Zeit. Ich muss noch einkaufen gehen und ich muss Tarek und Max fragen, ob sie schon ein Hotel für mich gefunden haben. Es ist alles furchtbar stressig …
NICO:
Kann ich dir helfen?
INGE:
Nein, ihr habt doch genug zu tun . Also, ihr Lieben, macht’s gut. Und komm mich mal besuchen, Nico, hm?
NICO:
Danke, Inge, mach ich. Und vielen Dank für die Sachen.
INGE:
Ja …
NICO:
Die hat echt keine Zeit.
SEBASTIAN/NICO:
Keine Zeit.
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A2-23-Das hört sich gut an!
NINA:
Dein Bruder arbeitet also in Deutschland?
NICO:
Ja. Seit ein paar Jahren. Er hat eine eigene Firma.
SEBASTIAN:
Und warum will er, dass du dann zurück nach Spanien gehst?
NICO:
Er macht immer, was meine Eltern sagen. Pepe interessiert sich überhaupt nicht für mich. Ich bin für ihn egal …
NINA:
Du bist ihm egal.
NICO:
Ich bin ihm egal.
NINA:
Du ärgerst dich über deinen Bruder, oder?
NICO:
Ärgern? Ja. Ich ärgere mich oft über meinen Bruder.
SEBASTIAN:
Komm, jetzt reg dich nicht so über ihn auf . Hier hat er Hausverbot.
NICO:
Danke.
NINA:
Ja. Was war in der Post ?
LISA:
Ein Brief von der Abendschule.
NINA:
Oh, eine Antwort?
SEBASTIAN:
Na los. Mach ihn auf !
LISA:
Ich trau mich nicht.
SEBASTIAN:
Es ist bestimmt ’ne Zusage .
NICO:
Das …
Nina? Das ist ein Brief. Hm?
NINA:
Genau . Das ist ein Umschlag. Und das ist die Briefmarke . Dann schreibst du die Adresse auf den Umschlag und wirfst den Brief dann in den Briefkasten .
NICO:
Okay. Verstanden.
LISA:
Eine Zusage!
SEBASTIAN:
Toll! Ich hoffe, du hast dann auch noch Zeit für mein Fotoprojekt?
LISA:
Na klar. Ich freu mich auf dein Projekt. Ich mach mit!
SEBASTIAN:
Das ist mein Mädchen!
NINA:
Pizza? Zur Feier des Tages?
NICO:
Ich möchte bitte eine Salami-Pizza.
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A2-24-Das meinen Sie nicht ernst!
YARA:
So ein Idiot!
HAUKE:
Oh! Sie meinen hoffentlich nicht mich.
YARA:
Oh, nein, tut mir leid. Haben Sie schon mit Herrn Murz gesprochen? Ich ärgere mich immer wieder über diese …
HAUKE:
Ja, ja, schon gut. Frau González, haben Sie jetzt einen Moment Zeit? Ich wollte doch etwas mit Ihnen besprechen.
YARA:
Ja!
HAUKE:
Es gibt im nächsten Jahr eine Mieterhöhung . Die Miete wird ab Januar teurer.
YARA:
Das meinen Sie nicht ernst.
HAUKE:
Glauben Sie etwa, dass Sie für immer den gleichen Preis zahlen können? Der Markt verändert sich , die Preise auch.
YARA:
Ich zahle genug. Und Sie haben schon vor zwei Jahren meine Miete erhöht .
HAUKE:
Ich kann verstehen, dass Sie sich nicht über die Mieterhöhung freuen, Frau González, aber … ich diskutiere nicht mit Ihnen.
YARA:
Wissen Sie eigentlich, dass viele kleine Ladenbesitzer ihre Geschäfte schließen müssen, weil die Mieten immer teurer werden?
HAUKE:
Das ist tragisch. Aber es interessiert mich nicht.
YARA:
Ja, das wundert mich nicht. Menschen wie Sie interessieren sich nur für sich selbst. Ich werde auf keinen Fall mehr Miete bezahlen!
HAUKE:
Das klären wir noch. Schönen Tag, Frau González!
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A2-25-Das macht mir Spaß!
LISA:
Also, Nico. Für was interessierst du dich?
NICO:
Ich interessiere mich für Fußball.
LISA:
Er interessiert sich für Fußball. Noch einer!
NICO:
Ja, sorry. Ich mag Fußball.
SELMA:
Wie alle Männer.
LISA:
Du kannst Nico auch fragen, ob er sich noch für andere Dinge interessiert.
SELMA:
Okay. Interessierst du dich für … Literatur ?
NICO:
Literatur?
LISA:
Ja. Liest du gerne? Oder hast du viele Bücher? Zum Beispiel Romane oder Krimis …
NICO:
Natürlich. Ich habe mich, …
LISA:
… schon immer …?
NICO:
Ich habe mich schon immer für Bücher interessiert.
SELMA:
Du beschäftigst dich sicher auch gerne mit Politik, oder?
NICO:
Politik? Ich? Warum?
SELMA:
Weil alle Politiker so viel lügen .
LISA:
Letzte Frage: Selma, was kannst du besonders gut?
SELMA:
Hm …
LISA:
Kannst du Fahrrad fahren?
SELMA:
Ich kann nicht Fahrrad fahren.
NICO:
Wirklich?
SELMA:
Ja.
NICO:
Aber das geht nicht. Hier fahren alle Fahrrad! Ich bringe es dir bei . Ich verspreche es dir. Hast du morgen Zeit?
SELMA:
Okay …
LISA:
Warte, Selma! Nico muss erst sagen, was er nicht gut kann. Ich glaube, er kann nicht gut singen?
NICO:
Du hast gesagt, du bringst uns ein Weihnachtslied bei. Hm?
LISA:
Ja …
NICO:
Na dann …
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A2-26-Im Verein
MAX:
Warum gehen wir nicht öfter angeln?
TAREK:
Hm?
MAX:
Ich möcht mal wieder einen Fisch essen, den ich selbst gefangen hab.
TAREK:
Oh, bitte nicht!
MAX:
Wieso „bitte nicht“?
TAREK:
Wir waren bestimmt zehnmal angeln und wir haben einen Fisch gefangen.
MAX:
Ja, aber der Fisch war groß.
TAREK:
Und er hat fürchterlich geschmeckt. Wir sind ganz furchtbare Angler, Max.
MAX:
Wir sind auch furchtbare Fußballer.
TAREK:
Was? Das stimmt doch überhaupt gar nicht.
MAX:
Nico?
NICO:
Ihr seid sehr schlechte Fußballer.
MAX:
Ich will mich gar nicht an das letzte Spiel erinnern .
YARA:
Was ist mit Volleyball? Ihr könntet Volleyball spielen.
MAX:
Niemand mag Volleyball.
YARA:
Ich mag Volleyball!
TAREK:
Ich liebe Volleyball.
MAX:
Okay. Sagen wir: Nicht alle hassen Volleyball, aber nur wenige mögen Volleyball.
TAREK:
Okay, was ist mit Reiten? Du magst doch Pferde .
MAX:
Reiten ? Und wie soll ich das machen ohne Pferd?
TAREK:
Es gibt doch bestimmt einen Reitverein in der Nähe.
MAX:
Ja und nein. Ich mag Pferde, aber ich kann nicht reiten. Und ich möchte es auch nicht lernen.
TAREK:
Ich sag ja nur, wir könnten wieder mal was zusammen machen. Oh.
NICO:
Du kannst gleich wieder gehen.
PEPE:
Können wir reden, Nico? Bitte gib mir eine Chance ! Ich möchte, dass du mir wenigstens zuhörst.
NICO:
Ich glaube, du hast gestern schon alles gesagt.
YARA:
Er ist dein Bruder, Nico. Hör dir doch wenigstens einmal an, was er dir sagen möchte.
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A2-27-Das macht mir Sorgen!
PEPE:
Nico, ich weiß, dass Papa nicht immer einfach ist.
NICO:
Nein, das weißt du nicht. Du machst immer, was du willst. Kein Problem. Pepe, unser toller Sohn, hat eine eigene Firma in Deutschland und verdient viel Geld. Du weißt es nicht.
PEPE:
Und? Möchtest du hier auch eine eigene Firma gründen? Ich kann dir helfen! Ich kann dich unterstützen.
NICO:
Nein danke.
PEPE:
Nico, ich habe Respekt vor deiner Entscheidung. Aber ich glaube, das funktioniert so nicht.
NICO:
Warum nicht?
PEPE:
Ich kann mir nicht vorstellen , dass du es ohne Hilfe von Mama und Papa schaffen kannst. Und ich mach mir auch Sorgen .
NICO:
Mir ist egal, was du denkst. Und ich glaub auch nicht, dass du dir Sorgen machst.
PEPE:
Doch, Nico.
NICO:
Nein, du willst einfach nur deine Ruhe haben.
PEPE:
Nein, ich will, dass ihr nicht mehr streitet. Ich hab mir etwas überlegt . Ich bleibe hier.
NICO:
Wie lange?
PEPE:
Paar Tage, paar Wochen. Vielleicht länger. Ich helf dir.
NICO:
Ich weiß nicht. Ich überleg’s mir.
YARA:
Nico, wo willst du hin?
NICO:
Nach Hause.
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A2-28-Das ist mir wichtig!
SEBASTIAN:
Mädels, es reicht doch aus, wenn wir nur alle zwei Wochen das Bad putzen.
NINA:
Alle zwei Wochen?
SEBASTIAN:
Ja!
NINA:
Vergiss es! Wir müssen öfter putzen.
SEBASTIAN:
Lisa, ich gratuliere dir. Du hast noch einen Job. Du kannst täglich das Bad putzen.
NINA:
Witzig !
LISA:
Hört auf! Ich weiß grad nicht, wie ich das hier alles schaffen soll.
NINA:
Was denn?
LISA:
Die Sprachkurse, die ehrenamtlichen Sachen. Ich will mich ja weiter engagieren . Die Arbeit gefällt mir, aber durch den Job hab ich einfach keine Zeit mehr.
NICO:
Entschuldigung, ich bin etwas zu spät.
SEBASTIAN:
Ja, kein Problem. Wir haben hier sowieso nix zu sagen, Nico.
NINA:
Hier: der neue WG-Plan.
NICO:
Der Plan sieht fair aus.
NINA:
Siehst du?
Lisa, wie können wir dir helfen?
LISA:
Ich weiß nicht.
NINA:
Na ja, vielleicht könnten wir erst mal deine Aufgaben in der WG übernehmen – für die ersten Wochen. Sebastian kann für dich das Bad putzen.
SEBASTIAN:
Was?
NINA:
Ach, das würd dir nicht schaden und mit mehr Übung putzt du auch schneller.
SEBASTIAN:
Sehr witzig!
NINA:
Nico, was sagst du dazu?
NICO:
Ja! Klar!
SEBASTIAN:
Nico, warum …?
LISA:
Danke, Leute! Das ist nur für ’n paar Wochen. Ich mach das wieder gut.
NINA:
Gerne!
===============================================
A2-29-Immer und überall
MAX:
Es gibt doch nichts Schöneres als Radfahren. Pure Freiheit !
TAREK:
Pure Leidenschaft !
MAX:
Pure Körperkraft!
TAREK:
Pure Körperkraft!
MAX:
Ah!
TAREK:
Ah … Ha?
MAX:
Es gibt doch nichts Schöneres als Radfahren. Pure … Freiheit!
TAREK:
Pure Leidenschaft!
MAX:
Es gibt doch nichts Schöneres als Radfahren. Pure Freiheit!
TAREK:
Pure Leidenschaft!
MAX:
Pure Körperkraft!
TAREK:
Pure Körperkraft!
MAX:
Ah!
TAREK:
Oh nein, ist dir was passiert?
MAX:
Nee, mir nicht. Aber mein Fahrrad …
TAREK:
Oh nein!
YARA:
Muss ich hier etwa ein Fahrrad reparieren?
MAX:
Wahnsinn! Yara ist …
MAX/TAREK:
… die Fahrradspezialistin!
YARA:
Weil ich Fahrräder liebe.
YARA:
Ja, das gefällt dir, was?
MAX:
Ja! Repariere alte Fahrräder, kaputte Bremsen, defektes Licht, platte Reifen , gebrochene Herzen.
YARA:
Hör auf, Max! Das ist ein furchtbarer Text.
MAX:
Ich weiß nicht, was du hast. Du sagst doch, du brauchst Werbung.
YARA:
Ja. Ich brauche gute, fantasievolle Werbung. Herr Friese erhöht meine Miete. Also brauche ich mehr Kunden. Sonst muss ich den Laden schließen.
MAX:
Du kannst vielleicht ’ne Werbeagentur beauftragen.
YARA:
Weißt du, was das kostet? Das ist viel zu teuer. Ich mache das lieber selbst. Ich brauche … zehn Prozent mehr Kunden.
MAX:
Das sind dann aber sehr viele, oder?
YARA:
Genau. Und wo erreicht man viele Menschen?
MAX:
Im Internet!
YARA:
Ja!
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A2-30-Das Internet
YARA:
Deine Firma erstellt doch Internetseiten .
PEPE:
Wir designen digitale Lösungen: Marketingkonzepte, Blogs …
YARA:
Ja, okay. Ich möchte wissen, ob du mir hilfst. Ich brauche mehr Kunden. Funktioniert das mit einer neuen Website ?
PEPE:
Yara, eine Website allein reicht nicht. Du musst in den sozialen Netzwerken aktiv sein. Die Leute müssen deine Seiten liken. Sie müssen die Möglichkeit haben, zu posten: mit dem Smartphone, Tablet, Laptop – immer und überall.
YARA:
Ich habe nur einen kleinen Fahrradladen. Ich denke, eine überarbeitete Website reicht erst mal. Ich meine, ich benutze nie soziale Netzwerke.
PEPE:
Na, dann solltest du vielleicht mal damit anfangen.
YARA:
Aber du kennst dich doch super damit aus. Kannst du mir nicht einfach eine Website erstellen? Pepe?
PEPE:
Was?
YARA:
Ich habe dich gefragt, ob du eine Webseite für mich machen kannst.
PEPE:
Ich hab Mitarbeiter für so was.
YARA:
Ja, können die das dann machen?
PEPE:
Yara, wir kriegen Aufträge von riesigen Firmen. Und dein Laden hier ist einfach zu klein. Das lohnt sich nicht.
YARA:
Aber es ist mein Fahrradladen. Und ich bin deine Tante. Vielleicht hat Nico recht. Du interessierst dich überhaupt nicht für deine Familie.
PEPE:
Tut mir leid.
===============================================
A2-31-Mit freundlichen Grüßen
AYA:
Wo gehst du hin, Selma?
SELMA:
Wohin ich gehe? Zum Sprachkurs.
AYA:
Aber da warst du gestern.
SELMA:
Ja, das stimmt. Und heute hab ich wieder Unterricht. Ehrlich, Mama, du musst dir keine Sorgen machen.
AYA:
Okay. Dann bis später.
SELMA:
Ich schreibe dir eine SMS, wenn ich fertig bin!
NICO:
Hey, Selma! Bin schon da. Wie lange brauchst du noch? Ich warte auf dich. Moment, wie war das? LG … Liebe Grüße ! Ja! Liebe Grüße.
AYA:
Nico?
NICO:
Danach Kaffee bei Max und Tarek? Freu mich auf dich!
AYA:
Entschuldigung. Kann nicht kommen.
NICO:
Was?
===============================================
A2-32-Reklamation
PEPE:
Mailbox: speichern. So, der Nächste …
KUNDE:
Ja?
PEPE:
Guten Tag, González hier …
KUNDE:
Na endlich! Wissen Sie, wie oft ich heute schon angerufen habe?
PEPE:
Entschuldigung, ich war beschäftigt .
KUNDE:
Das hoffe ich. Ich möchte mich beschweren .
PEPE:
Ja, das haben Sie in der Mail schon geschrieben.
KUNDE:
Ich bin extrem unzufrieden . Die App funktioniert nicht. Die Website ist viel zu unübersichtlich . Wie soll man sich denn da noch orientieren?
PEPE:
Ich verstehe Ihr Problem. Wir können die Website nach Ihren Wünschen ändern.
KUNDE:
Sie ändern gar nichts mehr. Unsere Zusammenarbeit ist beendet.
PEPE:
Aber Herr Troyzig …
KUNDE:
Die Tablets, die Sie uns empfohlen haben: auch Mist! Die sind viel zu langsam. Ich möchte sie umtauschen . Die Rechnung hab ich noch.
PEPE:
Das ist Ihr gutes Recht …
KUNDE:
Was soll das heißen? Ich bekomme mein Geld doch zurück, oder? Ich habe doch eine Rückgabegarantie.
PEPE:
Das ist leider nicht möglich, Herr Troyzig.
KUNDE:
Nicht möglich? Das werden wir ja sehen!
PEPE:
Der Nächste …
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A2-33-Essen gehen
KELLNERIN:
Hallo!
JACQUES:
Hallo!
KELLNERIN:
Darf ich Ihren Mantel nehmen?
JACQUES:
Ja, gern.
KELLNERIN:
Schal auch?
JACQUES:
Ja!
KELLNERIN:
Danke.
JACQUES:
Ich möchte ja nicht zu viel verraten, aber die Frau bekommt am Ende ihren Prinzen.
INGE:
Und ich habe gedacht, dem Autor fällt etwas Besseres ein.
JACQUES:
Leider nicht. Darf ich mich zu Ihnen setzen ?
INGE:
Weil die Kneipe voll ist?
JACQUES:
Ich esse nicht gern allein. Eine gute Mahlzeit ist eine Mahlzeit, die man mit anderen netten Menschen an einem Tisch isst.
INGE:
Bitte!
JACQUES:
Danke. Mein Name ist übrigens Jacques.
INGE:
Inge.
JACQUES:
Freut mich sehr, Inge.
INGE:
Machen Sie auch den Ausflug?
JACQUES:
Nein, ich bin nur auf der Durchreise. Man kann sagen, dass ich hier arbeite. Ich teste deutsche Gaststätten.
INGE:
Sie testen deutsche Restaurants? Für wen arbeiten Sie? Fürs Fernsehen?
JACQUES:
Nein. Nein, ich besitze drei Restaurants in Frankreich und jetzt möchte ich auch in Deutschland ein Restaurant eröffnen.
INGE:
Aber?
JACQUES:
Na ja, die typischen deutschen Gerichte sind immer so … einfach: Bratwurst, Currywurst, alles immer mit Wurst. Wissen Sie, Inge, ich koche gern. Und für mich ist ein gutes Essen ein Essen, das wirklich lecker ist. Es darf ruhig ein bisschen raffiniert sein.
INGE:
Da stimm ich Ihnen zu. Aber es stimmt nicht, dass wir hier in Deutschland immer nur Wurst essen. Die Franzosen essen ja auch nicht immer nur Baguette , oder?
JACQUES:
Nein, das stimmt natürlich! Aber meine Restaurants sind etwas für Feinschmecker . Meine Köche sind top. Köche sollten Menschen sein, die innovativ sind. Sind Sie eine Feinschmeckerin , Inge?
INGE:
Ich weiß nicht.
JACQUES:
Ich denke, ja. Ich bin mir sicher, Sie haben einen tollen Geschmack. Also, sollen wir bestellen?
INGE:
Ja.
KELLNERIN:
Bitte schön.
INGE:
Danke schön.
KELLNERIN:
Bitte.
JACQUES:
Danke.
===============================================
A2-34-Die Karte, bitte!
JACQUES:
Meine Eltern kommen aus Frankreich. Deshalb hab ich einen französischen Namen.
INGE:
Das hab ich mir schon gedacht. Sie sprechen akzentfrei Deutsch . Meine Eltern kommen aus Klein-Hellersdorf. Deshalb heiße ich Inge.
JACQUES:
Sie haben Humor , Inge.
INGE:
Das sagen nicht viele.
JACQUES:
Nun, dann sehen viele nicht richtig hin. Haben Sie schon aus der Speisekarte gewählt?
INGE:
Ja, wie denn? Ich komm ja nicht zum Lesen.
JACQUES:
Deutsche essen doch sowieso immer das Gleiche.
INGE:
Ach, so ein Quatsch.
JACQUES:
Natürlich. Ich beweise es Ihnen. Der Mann da drüben … Der Mann hatte gestern das Wiener Schnitzel mit Kroketten und Gemüse. Das bestellt er heute sicher wieder. Vielleicht diesmal mit Pommes frites. Und die Frau mag Tomatensuppe. Dazu nimmt sie einen gemischten Salat mit Hähnchenfleisch.
INGE:
Ich wette , die Frau bestellt etwas anderes.
JACQUES:
Sie wollen wetten?
INGE:
Ich will wetten.
JACQUES:
Wenn Sie verlieren, müssen Sie sich noch einmal mit mir treffen.
INGE:
Einverstanden.
KELLNERIN:
So, hallo! Was darf ich Ihnen bringen?
INGE:
Ich nehme die Schweineleber mit Sauerkraut und Kartoffelpüree . Bitte eine kleine Portion .
KELLNERIN:
Ja, sehr gern.
JACQUES:
Und ich nehme die Wurstplatte . Und ich habe noch Appetit auf den kleinen Ziegenkäse als Vorspeise .
KELLNERIN:
Natürlich.
INGE:
Ach, noch ein Glas Wasser, bitte.
KELLNERIN:
Kommt sofort.
INGE:
Danke.
KELLNERIN:
So, einmal die Roulade mit Salzkartoffeln und Rotkraut .
===============================================
A2-35-Was darf es sein?
JACQUES:
Hat es Ihnen geschmeckt?
INGE:
Danke, sehr gut. Und Ihnen?
JACQUES:
Na ja, es geht.
INGE:
Ach, Sie sind ein Nörgler.
JACQUES:
Das stimmt nicht! Der Ziegenkäse war köstlich . Wunderbar intensiv . Aber die scharfe Wurst hat mir nicht geschmeckt. Ziemlich langweilig. Da fehlen die richtigen Gewürze. Und insgesamt hat mir eine raffinierte Soße gefehlt, die man bei so einem Gericht einfach braucht.
INGE:
Na ja, Sie sind selbst Koch. Da ist man kritischer .
JACQUES:
Um ehrlich zu sein, ich bin Konditor . Ich hatte eine eigene Konditorei .
INGE:
Ach, dann sind Sie der, den man morgens in der Bäckerei sieht. Der Mann, der Brot und Brötchen backt und die Hochzeitstorten dekoriert?
JACQUES:
Ja! Aber das mache ich schon lange nicht mehr. Aber früher, da habe ich die besten Tartes und Torten der Stadt gemacht. Egal ob salzig oder süß: Der Teig, den ich gemacht habe, war immer perfekt.
INGE:
Das klingt spannend.
JACQUES:
Aber Sie backen doch sicher auch gern?
INGE:
Ja. Natürlich.
JACQUES:
Welchen Kuchen können Sie am besten backen?
INGE:
Marmorkuchen.
JACQUES:
Toll! Marmorkuchen ist der Kuchen, den ich schon als Kind gern gegessen habe!
INGE:
Ich auch!
JACQUES:
Haben Sie Lust auf ein Dessert?
INGE:
Suchen Sie etwas aus !
JACQUES:
Bringen Sie uns bitte noch zwei Stückchen Zitronenkuchen. Und zwei Gläser von dem Champagner , den Sie mir gestern empfohlen haben.
INGE:
Jacques!
JACQUES:
Ja, warum denn nicht?
===============================================
A2-36-Ich bin Koch
JACQUES:
Auf Sie, Inge!
INGE:
Auf gute Gesellschaft und gutes Essen!
JACQUES:
Gute Gesellschaft ist eine Sache, die ich sehr schätze. Und gutes Essen auch. Und jetzt hab ich beides.
INGE:
Konditor ist der Beruf, den Sie gelernt haben. Warum sind Sie jetzt Restaurantbesitzer ?
JACQUES:
Nun, meine Eltern hatten ein kleines Bistro in Hamburg. Mein Vater war ein Mann, der Essen liebte. Später durfte ich dann selber kochen und backen und habe schließlich eine Ausbildung zum Konditor gemacht.
INGE:
Aber immer die gleichen Kuchen zu backen, das war dann nicht mehr genug?
JACQUES:
Genau. Ich habe neben meinem Beruf als Konditor auch noch als Restaurantkritiker gearbeitet und bin durch das ganze Land gereist. Sogar nach Frankreich. Wissen Sie, Frankreich ist ein Land, das ich liebe.
INGE:
Sie lieben ’ne Menge …
JACQUES:
Ich denke, irgendwann wollte ich dann nicht mehr kritisieren . Ich wollte es besser machen. Also habe ich mein erstes Restaurant eröffnet.
INGE:
Das klingt wirklich spannend.
JACQUES:
Na ja, es klingt romantischer, als es ist. Zahlen bitte! Selbstverständlich lade ich Sie ein !
INGE:
Aber …
JACQUES:
Keine Widerrede! Ich lade Sie natürlich ein. Sie sind eine Frau, die man einladen muss.
INGE:
Alles in Ordnung?
JACQUES:
Mein Portemonnaie … Ich habe es im Hotel vergessen.
INGE:
Kein Problem, ich übernehme das.
JACQUES:
Also das ist mir … das ist mir sehr peinlich! Ich gebe Ihnen das Geld natürlich zurück.
INGE:
Stimmt so.
KELLNERIN:
Danke.
INGE:
Wann denn? Sie haben die Wette verloren. Schon vergessen? Auf Wiedersehen, Jacques!
KELLNERIN:
So!
INGE:
Danke.
KELLNERIN:
Jetzt.
JACQUES:
Ich rufe Sie auf diesem Handy an, Inge.
===============================================
A2-37-Bei uns oder bei euch
SEBASTIAN:
Also: „alles unter einen Hut bringen “.
LISA:
Hast du so einen großen Hut?
SEBASTIAN
Ich arbeite mit Perspektive. Dann: „jemanden über den Tisch ziehen “,
„ein dickes Fell haben “ und „Unter den Blinden ist der Einäugige König. “
LISA:
Das sind wirklich gute Redewendungen. Hast du schon Ideen für die Fotos?
SEBASTIAN:
Ich hab schon alles organisiert. Ich mach heute die Fotos.
NINA:
Wirklich? Das hast du uns gar nicht erzählt.
SEBASTIAN:
Doch! Ich hab euch das letzte Woche erzählt. Ich mache die Fotos hier. Seid ihr dabei ?
LISA:
Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit, aber ’n paar Stunden … vielleicht.
SEBASTIAN:
Okay. Nico? Hilfst du mir?’
NICO:
Klar helf ich dir.
NINA:
Ich bin mit Dario verabredet . Ich hab ihm versprochen, dass ich komme.
SEBASTIAN:
Okay. Kein Problem. Dann … dann ruf ich eben noch ’n paar Freunde an. Ich brauch schließlich Models .
Hi, Beatrice! Ja, wir machen heute Fotos. Komm doch vorbei! Hast du Lust vorbeizukommen? Wir machen heute Fotos. Ja, du, das wird Spaß machen. Okay, cool! Ja, super! So gegen Mittag. Okay! Bis dann. Tschüss!
MODEL:
Jetzt hast du zwei Motive in einem.
SEBASTIAN:
So, drei, zwei, eins und Schuss!
So, jetzt musst du den Hut hier so hinhalten. Sehr gut.
Und los geht’s! Zapp, zapp! Und jetzt ziehst du sie übern Tisch. Mit aller Kraft . Genau so bleiben!
===============================================
A2-38-Ich bin neu hier
TAREK:
Zum Wohl!
GAST:
Danke.
TAREK:
Inge! Da bist du ja wieder.
INGE:
Hallo! Ach mein Tisch ist ja frei.
TAREK:
Das Mäntelchen.
INGE:
Ja.
TAREK:
Danke. Was hättest du denn gern?
INGE:
Ich möchte heute kein Fleisch essen. Ich würde …
TAREK:
Ich bring dir mal die Karte. Max! Karte!
MAX:
Sag mal, wie war eigentlich dein Ausflug?
INGE:
Na ja!
TAREK:
Was? Wieso nur na ja?
INGE:
Es war unorganisiert, das Wetter war schlecht und der Rest der Gruppe stand mit einem Bein im Grab.
MAX/TAREK:
Ach, Inge …
INGE:
Na, ich mein ja nur … Es hat mir aber trotzdem gut gefallen.
MAX:
Hast du jemanden kennengelernt? Also, Leute lernt man am besten auf Reisen kennen.
TAREK:
Wir beide haben uns auch auf einer Reise kennengelernt.
INGE:
Ja. Aber die anderen in der Gruppe waren wirklich nicht sehr interessant.
MAX:
Warum nicht sehr interessant?
INGE:
Weil der Club der Rentner sich nur über Krankheiten unterhält .
MAX:
Okay, das ist wirklich nervig .
Schickes Smartphone. Wusste gar nicht, dass du so eins hast.
INGE:
Das gehört mir nicht. Das ist von Jacques.
TAREK:
Inge? Wer ist Jacques?
===============================================
A2-39-Mein Traumpartner
TAREK:
Inge! Du solltest antworten.
INGE:
Ach ich weiß nicht …
TAREK:
Aber du hast doch gesagt, Jacques ist ein charmanter , netter Mann.
INGE:
Ja, das stimmt auch alles. Und wir hatten einen wunderbaren Abend zusammen.
TAREK:
Also?
INGE:
Jacques erinnert mich so an Günther.
TAREK:
Er erinnert dich an deinen Ehemann ?
INGE:
Günther war nicht nur mein Ehemann. Er war auch mein bester Freund . Zuerst haben wir Freundschaft geschlossen und dann haben wir uns verliebt . Und wir hatten eine wunderbare gemeinsame Zeit.
TAREK:
Wann habt ihr geheiratet?
INGE:
Ziemlich spät. Wir waren sehr lange verlobt . Geheiratet haben wir 1993.
TAREK:
93?
INGE:
Ich trag immer noch seinen Ehering . Hab mich so dran gewöhnt .
TAREK:
Was ist mit Jacques?
INGE:
Ich glaub, er hat gesagt, er ist geschieden. Seine Frau hat ihn verlassen. Sie hatten viel Streit.
TAREK:
Ihr seid also beide allein. Inge, das Leben geht weiter.
INGE:
Das hat Günther auch immer gesagt.
TAREK:
Na also!
===============================================
A2-40-Alte und neue Freunde
MAX:
So! Damit gehört Lisa offiziell zum Restaurant.
NICO:
Yeah!
ALLE:
Auf Lisa!
NICO:
Das sind aber viele neue Fotos jetzt.
TAREK:
Ja, wir haben die Wand ein bisschen erweitert.
NICO:
Sagt mal, wie lange gibt’s das Restaurant eigentlich schon?
TAREK:
Oh, das müssten jetzt zehn Jahre sein.
MAX:
Ja. Das sind ziemlich genau zehn Jahre.
TAREK:
Ach Wahnsinn! Das heißt, wir haben bald zehnjähriges Jubiläum !
MAX:
Das heißt, wir haben das Jubiläum beide fast vergessen!
INGE:
Heiratet bloß nicht. Ihr vergesst bestimmt den Hochzeitstag .
Was wünscht ihr euch denn zum Jubiläum?
MAX:
Boah, keine Ahnung.
TAREK:
Doch, ich wünsche mir ein Fest mit Gästen und Musik.
MAX:
Hm. Hört sich gut an. Hey, wir haben hier noch etwas vergessen. Ein Foto von unserem Fußballhelden.
NICO:
Ist nicht schlimm …
TAREK:
Ah, wir meinen nicht dich.
NICO:
Oh …
MAX:
Natürlich meinen wir dich. Inge! Kannst du ein Foto von uns dreien machen?
INGE:
Klar!
TAREK:
Komm in die Mitte!
MAX:
Ja, ja, ja, ja, ja.
===============================================
A2-41-Stadt oder Land
KUNDIN:
Ich hätte gerne einen Kaffee. Aber zum Mitnehmen bitte. Das ist mir zu laut hier.
YARA:
Das verstehe ich. Ich mach Ihnen den Kaffee gleich fertig.
Diese Stadt macht mich wahnsinnig ! Also? Was willst du hier?
PEPE:
Ich hab dir Blumen mitgebracht.
YARA:
Weil du ein schlechtes Gewissen hast ?
PEPE:
Weil ich nicht mehr mit dir streiten will.
YARA:
Aha …
PEPE:
Und? Wie läuft’s sonst so?
YARA:
Na, mehr Kunden, als ich jetzt schon habe, bekomme ich bei diesem Lärm auch nicht mehr. Es ist hier so laut wie auf einer Autobahn. Nein, es ist sogar so laut wie auf einem Flughafen! Ich glaube, ich ziehe aufs Land. Da sind die Mieten auch günstiger als hier.
PEPE:
Meinst du das ernst?
YARA:
Ich finde es viel schöner auf dem Land, weil es dort weniger Verkehr gibt. Außerdem ist die Luft besser, und es ist mit Sicherheit auch viel leiser als hier. Keine Baustellen , kein Stau …
PEPE:
Ich leb doch viel lieber in der Stadt als auf dem Land. Für mich ist es wichtig, dass ich abends mal schnell rausgehen und Freunde treffen oder ins Kino gehen kann. Das ist ein klarer Vorteil der Stadt.
YARA:
Du kannst auf dem Land genauso gut abends weggehen wie hier in der Stadt. Dann gehst du eben zu deinen Nachbarn.
PEPE:
Ich kenn meine Nachbarn doch gar nicht.
YARA:
Ja, hier in der Stadt nicht, aber auf dem Land kennt jeder jeden.
PEPE:
Aber auf dem Land gibt’s keine Kinos und keine Theater, keine Bars …
YARA:
Ja, ja … 2,30 Euro bitte.
===============================================
A2-42-Auf Wohnungssuche
PEPE:
Suchst du jetzt wirklich ’ne neue Wohnung?
YARA:
Natürlich nicht. Aber ich interessiere mich für die Angebote. Mal schauen, was es so gibt.
PEPE:
Die ist doch schön.
YARA:
Findest du?
PEPE:
Was kostet die Wohnung?
YARA:
1200 Euro Kaltmiete . Inklusive Nebenkosten sind das bestimmt 1500 Euro.
PEPE:
Was? Wo liegt die denn?
YARA:
In einem kleinen Vorort . Sehr ruhige Lage , Bauernhöfe in der Nähe …
PEPE:
Also stinkt’s.
YARA:
In der Stadt stinkt es! Die Wohnung ist doch süß : Dachgeschoss , teilweise möbliert , 60 Quadratmeter .
PEPE:
Preis?
YARA:
550 Euro Warmmiete .
PEPE:
Muss man denn Kaution bezahlen?
YARA:
Sicher. Zwei Kaltmieten.
PEPE:
Das klingt gut. Willst du ’ne Besichtigung vereinbaren?
YARA:
Nein, ich habe doch gesagt, dass ich nur schaue.
PEPE:
Manchmal muss man eine Gelegenheit ergreifen.
YARA:
Ja. Und manchmal sagt die Gelegenheit auch: „Ich erstelle dir keine Webseite, weil du nicht wichtig genug bist.“
PEPE:
Familie ist mir wichtig!
YARA:
Ach ja?
PEPE:
Ja. Und ich kann’s dir beweisen.
YARA:
Wie denn?
PEPE:
Ich habe einen Job – für Nico.
YARA:
Einen Job?
PEPE:
Ja! Und ich wollte dich fragen, ob … ob du … na ja mit …
YARA:
… ob ich es ihm sage?
PEPE:
Ja.
YARA:
Auf keinen Fall.
PEPE:
Dich mag er. Mir hört er nicht zu.
YARA:
Aber ich finde, dass du es selbst versuchen musst. Wenn es ein guter Job ist, dann wird er dir auch zuhören.
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A2-43-Der Umzug
NICO:
Was? Auf gar keinen Fall! Ich finde alleine einen Job. Ich brauch deine Hilfe nicht.
SELMA:
Wohin stellen wir das Regal?
IBRAHIM:
Das Regal können wir hinten auf die Ladefläche stellen.
SELMA:
Okay. Dann legen wir die Matratzen neben das Regal. Wohin sollen denn die Kisten ? Kann da was kaputtgehen ?
IBRAHIM:
Nein, eigentlich nicht. Die Kisten können auch nach hinten. Wir stellen sie einfach hinter das Regal auf den Boden.
SELMA:
Okay. Dann legen wir die kleinen Sachen an die Seite .
NICO:
Hey, Selma!
SELMA:
Nico! Was machst du hier?
NICO:
Ich will wissen, warum du unser Treffen abgesagt hast.
SELMA:
Ich habe das Treffen nicht abgesagt. Das war meine Mutter.
NICO:
Deine Mutter?
SELMA:
Ja! Natürlich wollte ich dich treffen. Und da hat sie mich gefragt, wohin ich gehe. Und da hab ich ihr gesagt, dass ich im Deutschunterricht bin. Sie hat mich beim Lügen erwischt .
NICO:
Was? Aber wieso?
SELMA:
Nico, ich kann dir das jetzt nicht erklären. Ich habe jede Menge Ärger mit meinen Eltern und darf mich nicht mit Fremden treffen.
NICO:
Aber ich bin doch nicht fremd.
SELMA:
Für meine Eltern schon. Sie dürfen dich hier nicht sehen.
IBRAHIM:
Selma?
SELMA:
Nein! Mein Vater!
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A2-44-Unfälle im Haushalt
IBRAHIM:
Selma?
SELMA:
Papa! Alles in Ordnung?
IBRAHIM:
Ja. Der Helfer ist sehr nett.
SELMA:
Papa, streng dich bitte nicht an ! Du weißt, dass du dich ausruhen musst. Du warst im Krankenhaus.
IBRAHIM:
Keine Sorge. Entschuldigung, helfen Sie auch mit? Ich habe Sie noch gar nicht gesehen.
SELMA:
Der Mann ist gerade vorbeigekommen und hat gefragt, ob er helfen kann.
NICO:
Ja, das mach ich sehr gerne.
IBRAHIM:
Das ist wirklich sehr freundlich.
SELMA:
Aber es geht nicht!
NICO:
Warum nicht?
SELMA:
Weil du nicht versichert bist. Es könnte etwas passieren.
NICO:
Das ist kein Problem. Mir passiert sicher nichts.
SELMA:
Das denkt man immer. Aber ein Umzug ist gefährlich , weil man sich ganz schnell verletzen kann. Du kannst dich am Kopf verletzen. Ein Schrank kann dir auf den Fuß fallen . Du kannst auf der Treppe stürzen. Du kannst dich an Glas schneiden . Ich habe sogar schon gesehen, dass sich jemand an der Heizung verbrannt hat.
IBRAHIM:
Selma!
SELMA:
Wirklich!
NICO:
Okay, dann … viel Erfolg noch.
IBRAHIM:
Du lebst dich aber gut ein , Selma.
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A2-45-Das Leben heute und damals
INGE:
In meiner Jugend wärst du damit nicht durchgekommen.
JACQUES:
Was? Womit nicht?
INGE:
Na, mit dieser Handygeschichte.
JACQUES:
Ich bin froh, dass du mich angerufen hast. Ja, und dass ich mein Handy jetzt zurückbekommen habe.
INGE:
Aber vor 50 Jahren? Damals waren wir noch jung und hatten keine Handys.
JACQUES:
Ja. Früher war das nicht so einfach. Aber es gab auch schon Telefone. Unsere Nachbarn hatten eins. Das konnten wir auch manchmal benutzen. Aber mein Vater durfte von dem Apparat nicht zu Hause in Frankreich anrufen. Das war viel zu teuer. Er musste immer Briefe an seine Familie und Freunde schreiben.
INGE:
Das stimmt. Telefonieren war früher viel teurer als heute.
JACQUES:
Vieles war anders, als wir jung waren.
INGE:
Ja, wir hatten auch kein Internet. Es gab noch nicht so viele Autos. Und die Leute hatten noch mehr Zeit. Manchmal finde ich es fast schade, dass heute alles so schnell ist. Du bist immer erreichbar und kommst immer ganz schnell überallhin.
JACQUES:
Als ich ein Kind war, sind wir noch mit dem Zug in den Urlaub gefahren. Damals sind wir noch nicht geflogen. Das waren Zeiten. Man konnte sich manchmal jahrelang nicht sehen. Aber dann … war ein Wiedersehen etwas ganz Besonderes.
INGE:
Ja. Manchmal wünsche ich mir die alten Zeiten zurück.
JACQUES:
Reichen 200 Jahre?
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A2-46-Alles anders
INGE:
Das ist so schön. Was für eine tolle Idee.
JACQUES:
Unglaublich , wie die Stadt sich verändert hat. Ich war vor 40 Jahren das letzte Mal hier. Das Zentrum war damals viel kleiner als heute.
INGE:
Oh Gott. Gab es da das neue Rathaus schon?
JACQUES:
Ganz sicher nicht. Viele Gebäude waren auch noch nicht renoviert .
INGE:
Mhm.
JACQUES:
Die Stadt ist viel schöner heute.
INGE:
An den hässlichen Orten fahren die Kutschen auch nicht vorbei.
JACQUES:
Das stimmt. Aber es hat sich wirklich viel verändert. Die Einkaufsstraße zum Beispiel: Die gab’s schon, als ich das letzte Mal hier war. Aber … es sieht alles komplett anders aus. Die war früher viel kleiner als heute.
INGE:
Früher sahen die Geschäfte nicht alle gleich aus. Das hat mir besser gefallen.
JACQUES:
Ich weiß, was du meinst.
INGE:
Es ist so schön! Aber ich muss langsam mal nach Hause.
JACQUES:
Natürlich. Ich bringe dich dann.
INGE:
Ach was!
JACQUES:
Wie du meinst. Sehen wir uns wieder?
INGE:
Na, du wohnst doch in Frankreich.
JACQUES:
Ich will aber in Deutschland ein Restaurant eröffnen. Und warum denn nicht hier? Ich schau mich die nächsten Wochen mal um .
INGE:
In Ordnung.
JACQUES:
Oh, entschuldige!
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A2-47-Frauensache
SELMA:
Schneller!
NICO:
Warte!
SELMA:
Oh nein. Nico!
NICO:
Du kannst es.
SELMA:
Nein, kann ich nicht. Oh Gott!
Danke.
NICO:
Das war gut. Du bist …
SELMA:
… ein Naturtalent!
NICO:
Ja. Letzte Woche konntest du noch gar nicht Fahrrad fahren. Und das war richtig gut. Toll!
SELMA:
Danke … Das macht Spaß!
NICO:
Selma, warum … warum wollen deine Eltern nicht, dass wir uns sehen?
SELMA:
Was? Nein, das … Sie wollen nicht, dass ich mich alleine mit Männern treffe.
NICO:
Du bist erwachsen. Du kannst machen, was du willst!
SELMA:
Bei uns kann ich als Frau nicht einfach so jemanden treffen. Das geht nicht.
NICO:
Als meine Eltern jung waren, durften sie sich auch nicht sehen , aber heute …
SELMA:
Bei uns ist das heute auch noch so. Meine Eltern …
NICO:
Ich komme mit meinen Eltern auch nicht zurecht .
SELMA:
Wieso auch? Ich liebe meine Eltern.
NICO:
Aber …?
SELMA:
In Syrien hat der Mann bis heute in einigen traditionellen Familien andere Pflichten als die Frau. Die Frau hat zum Beispiel Aufgaben im Haushalt, der Mann geht arbeiten. Meine Familie erwartet von mir, dass ich unsere Tradition respektiere .
NICO:
Na ja. Hast du dieses Mal die Wahrheit gesagt? Wissen deine Eltern, wo du bist?
SELMA:
Los, noch mal!
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A2-48-Damals
NICO:
Bremsen!
SELMA:
Wie?
NICO:
Bremsen!
SELMA:
Wie?
NICO:
Da! Ziehen, ziehen, ziehen, ziehen!
SELMA:
Sorry …
NICO:
Kein Problem.
SELMA:
Und? Was sagst du?
NICO:
Perfekt. Nach einer Woche … Lernst du immer so schnell? Hast du früher Sport gemacht? Also, bei euch in Syrien, mein ich.
SELMA:
Na ja, ich habe mit meinen Freundinnen ein bisschen Basketball gespielt.
NICO:
Basketball? Ist das nicht verboten ?
SELMA:
Nein. Aber es ist nicht sehr üblich.
NICO:
Und hast du sonst keinen Sport gemacht?
SELMA:
Doch. Ich habe viele Jahre getanzt.
NICO:
Getanzt?
SELMA:
Ja.
NICO:
Los, zeig mir einen Tanz !
SELMA:
Was? Hier?
NICO:
Ja klar!
SELMA:
Auf keinen Fall. Ohne Musik geht das sowieso nicht. Was machst du?
NICO:
Ich mache Musik.
SELMA:
Ich muss los.
NICO:
Okay. Und … wann üben wir weiter?
SELMA:
Ich melde mich bei dir.
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A2-49-Berufswahl
MAX:
Hat’s geschmeckt?
PEPE:
Sehr gut, vielen Dank!
MAX:
Passt schon, geht aufs Haus.
PEPE:
Aber ich bin der böse Bruder. Schon vergessen?
MAX:
Aber nicht mein böser Bruder.
PEPE:
Danke.
MAX:
Konntest du denn mit Nico reden?
PEPE:
Mehr oder weniger. Wir haben ja seit Jahren kaum Kontakt.
MAX:
Wieso eigentlich nicht?
PEPE:
Das ist ’ne lange Geschichte.
MAX:
Hm. Ich hab Zeit.
PEPE:
Ich bin der Älteste und war irgendwie schon immer der Lieblingssohn meiner Eltern. Nach der Schule hab ich im Gegensatz zu Nico studiert und das Studium dann mit ’ner sehr guten Note abgeschlossen . Dann bin ich nach Deutschland gegangen, um hier eine Firma zu gründen.
MAX:
Wow.
PEPE:
Unsere Eltern waren sehr stolz , denn sie wollten einen Arzt, Anwalt oder Geschäftsführer in der Familie haben. Mein Vater hat immer gesagt: „Ihr müsst Medizin , Maschinenbau oder Jura studieren. Das hat Zukunft.“
MAX:
Und Nico wollte das nicht.
PEPE:
Nico ist kein Akademiker . Nico will anpacken – beruflich und privat. Er wollte immer ’n Handwerk lernen.
MAX:
Ich verstehe. Aber das ist doch nicht der Grund, weshalb er nicht mit dir redet.
PEPE:
Nein. Der Grund ist, dass ich ihn nie unterstützt hab.
MAX:
Und jetzt willst du es wiedergutmachen?
PEPE:
Keine Ahnung …
MAX:
Vertrauen entsteht nicht von heute auf morgen.
PEPE:
Ich weiß. Ich kann warten.
MAX:
Deine Firma, was macht die denn so?
PEPE:
Wir entwickeln Apps und im Prinzip alles, was digital ist.
MAX:
Echt?
PEPE:
Ja. Wieso?
MAX:
Ich hab da schon lange eine Idee …
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A2-50-Bewerbung
LISA:
Also, welche Informationen gehören in den Lebenslauf ?
TEILNEHMERIN:
Name und Adresse?
LISA:
Sehr gut. Was noch?
TEILNEHMERIN:
Wo ich gelernt habe?
LISA:
Ja genau, die Schulbildung . Wart ihr in Deutschland auf einem Gymnasium oder einer Realschule? Oder wie hieß die Schule in eurem Heimatland? Dazu gehört auch der Schulabschluss. Habt ihr Abitur oder einen anderen Abschluss ? Schreibt es auf.
TEILNEHMERIN:
Könnten Praktikums wichtig sein?
LISA:
Die Mehrzahl von „Praktikum “ ist „Praktika“. Das ist ein lateinisches Wort.
Aber ja, Praktika sind auch wichtig. Dazu gehört auch Berufserfahrung . Habt ihr eine Ausbildung gemacht? Ihr könnt auch ein Auslandssemester in den Lebenslauf schreiben. Das ist immer gut.
TEILNEHMERIN:
Also, Deutschkenntnisse.
LISA:
Ja! Perfekt. Sehr wichtig! Schreibt bitte unter „Sprachkenntnisse“ alle Sprachen in den Lebenslauf, die ihr gelernt habt. Computerkenntnisse sind auch wichtig. Ihr könnt auch eure Hobbys in den Lebenslauf schreiben, aber das ist nicht unbedingt nötig . Wichtig ist nur, dass man sieht, was ihr gut könnt. Okay, dann legt mal los. Ich möchte bis zum Ende der Stunde eure Lebensläufe sehen. Und wenn ihr Fragen habt, dann meldet euch einfach.
„Hallo, Lisa, mein Vater und ich brauchen deine Hilfe. Hast du Zeit?“ Ich rufe in einer halben Stunde zurück.
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A2-51-Ist die Stelle noch frei
LISA:
Also, Sie wollen sich auf eine Stelle bewerben.
IBRAHIM:
Das ist richtig.
LISA:
Wo?
IBRAHIM:
In einem Fast-Food-Restaurant .
LISA:
Okay.
SELMA:
Papa ist eigentlich Arzt, aber er muss noch eine Sprachprüfung bestehen , damit er in Deutschland arbeiten darf.
IBRAHIM:
Selma …
SELMA:
Was denn?
IBRAHIM:
Das geht niemanden etwas an.
SELMA:
Lisa will dir helfen, Papa.
LISA:
Also, Sie müssen zuerst dort anrufen und danach gibt es noch ein persönliches Gespräch. Richtig?
IBRAHIM:
Ja, richtig.
LISA:
Gut, dann zuerst der Anruf. Was würden Sie sagen?
IBRAHIM:
Guten Tag, hier spricht Ibrahim Al-Pascha.
LISA:
Mhm.
IBRAHIM:
Ich rufe an, weil ich mich bei Ihnen bewerben möchte.
LISA:
Auf welche Arbeitsstelle?
IBRAHIM:
Restaurant-Mitarbeiter.
LISA:
Okay. Fragen Sie nach einem Termin für ein Bewerbungsgespräch .
IBRAHIM:
Ich möchte wissen, ob ich einen Termin für ein Gespräch haben kann.
LISA:
Lieber: Können Sie mir sagen, wie ich einen Termin für ein Bewerbungsgespräch bekomme? Das klingt höflicher .
IBRAHIM:
Okay. Soll ich … noch meine Quali…
LISA:
… Qualifikationen sagen? Nur wenn man Sie danach fragt. Ansonsten ist das ein Thema für das Bewerbungsgespräch.
SELMA:
Dafür müssen wir uns auch noch vorbereiten. Kennst du zufällig jemanden, der weiß, wie Bewerbungsgespräche ablaufen ?
LISA:
Vielleicht kenne ich sogar einen Geschäftsführer, der häufig Bewerbungsgespräche führt.
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A2-52-Bewerbungsgespräch
PEPE:
Also, Herr Al-Pascha. Ich habe noch fünfzig andere Bewerber . Warum sollte ich Sie einstellen ? Was sind Ihre Stärken ?
IBRAHIM:
Ich bin zuverlässig. Ich würde gern in Ihrem Unternehmen arbeiten.
PEPE:
Sind Sie teamfähig?
IBRAHIM:
’tschuldigung, könnten Sie das bitte wiederholen?
PEPE:
Können Sie gut im Team arbeiten?
IBRAHIM:
Ja, ich habe in Syrien immer im Team gearbeitet.
PEPE:
Was haben Sie dort gemacht?
IBRAHIM:
Ich bin Arzt.
PEPE:
Arzt? Dann haben Sie auch eine Spezialisierung, oder?
IBRAHIM:
Ich bin Urologe.
PEPE:
Aha. Haben Sie Erfahrung im Schichtdienst ?
IBRAHIM:
Natürlich. Aber ich würde gern nachmittags und abends arbeiten, weil ich vormittags noch einen Sprachkurs besuche.
PEPE:
Das ist kein Problem. Wollen Sie Teilzeit oder Vollzeit arbeiten?
IBRAHIM:
Ich möchte Vollzeit arbeiten.
PEPE:
Hm … Ich sehe Sie Montag um vierzehn Uhr am Arbeitsplatz. Dann klären wir alles Weitere.
IBRAHIM:
Bedeutet das …?
PEPE:
Sie haben den Job. Erst einmal befristet auf drei Monate. Willkommen im Team, Herr Al-Pascha.
IBRAHIM:
Danke!
PEPE:
Gut gemacht! Das wird schon.
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A2-53-Kulturkalender
NICO:
Gehst du gerne ins Theater?
MAX:
Eigentlich schon, aber ich hab kaum Zeit.
NICO:
Oh … Entschuldigung, ich habe nur wiederholt.
MAX:
Ach so. Das Thema der Lektion ist Theater?
NICO:
Kunst und Kultur . Es geht um Literatur, Theater und Malerei , es geht aber auch um, … Gedichte und Romane.
MAX:
Cool.
NICO:
Na ja …
MAX:
Du interessierst dich nicht für Kultur?
NICO:
Ich gehe ganz gerne ins Kino, aber Theater finde ich ziemlich langweilig.
MAX:
Was ist mit Musik? Du interessierst dich doch auch für Musik.
NICO:
Ja, total!
MAX:
Bist du schon mal auf einem Festival gewesen?
NICO:
Nein. Aber ich möchte nächsten Sommer unbedingt auf ein Open-Air-Festival gehen.
TAREK:
Mhm. Die Band hat abgesagt.
MAX:
Was, jetzt? Unsere Gäste kommen schon in ein paar Stunden.
TAREK:
Ja, ich weiß. Aber der Sänger ist krank.
NICO:
Welche Band?
TAREK:
Das Restaurant hat doch zehnjähriges Jubiläum, und wir haben dafür eine Band bestellt.
MAX:
Jetzt haben wir kein Programm ?
TAREK:
So kurzfristig finden wir keinen … Ersatz .
MAX:
Ah …
NICO:
Oh! Nein! Nein, auf keinen Fall!
TAREK:
Nico?
NICO:
[Nein.]
MAX:
Komm schon.
NICO:
[Nein.]
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A2-54-Eine Stadtbesichtigung
YARA:
Ja, okay, in zwei Stunden. Ich hole dich ab! Ich freue mich auch! Tschüss!
Das kann doch nicht wahr sein!
HAUKE:
Morgen!
YARA:
Guten Morgen. Sehen Sie das? Ich möchte nicht, dass die Mülltonne vor meinem Laden steht. Wie oft soll ich das noch sagen?
HAUKE:
Ich finde ja, Sie sollten sich einfach mal entspannen und …
YARA:
Entspannen?
HAUKE:
Ja. Außerdem wollte ich grade zu Ihnen, weil …
YARA:
Ich habe jetzt keine Zeit für Diskussionen. Ich bekomme Besuch und muss eine Stadtbesichtigung planen.
HAUKE:
Oh, da kann ich Ihnen vielleicht helfen und Ihnen ein paar Tipps geben. Sie sollten auf jeden Fall das Stadtschloss besuchen. Die aktuelle Dürer-Ausstellung ist wirklich sehr schön.
YARA:
Danke, aber ich …
HAUKE:
Im kleinen Theater gibt es außerdem ein neues Programm. Ich bin wirklich neugierig auf die Faust-Interpretation. Sie kennen doch „Faust“ von Goethe, oder?
YARA:
Ja natürlich. Aber ich hab …
HAUKE:
Hier, sehen Sie: Ein Kritiker schreibt in der Zeitung – hier: „Goethes Faust begeisterte die Theaterbesucher gleich am ersten Abend.“ Ja. Es gab langen Applaus: „Die Schauspieler mussten dreimal wieder auf die Bühne kommen.“
YARA:
Ja, sehr schön. Aber …
HAUKE:
Die Gemälde aus dem Mittelalter im Stadtmuseum – die sind auch ein echter Geheimtipp . Sehr schöne Bilder! Das steht in keinem Stadtführer . Aber gehen Sie bitte auf keinen Fall in das Museum für moderne Kunst. Das lohnt sich gar nicht.
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A2-55-Ein Bürger dieser Stadt
YARA:
Und? Wie fandest du die Ausstellung?
SARAH:
Es geht. Das Stadtschloss war beeindruckend , aber die Ausstellung war relativ uninteressant.
YARA:
Du bist kaum vier Stunden hier und es ist wie früher, als wir noch in der Ausbildung waren.
SARAH:
Stimmt!
YARA:
Wie lange bleibst du eigentlich?
SARAH:
Nicht lange. Ich reise gerade herum und dachte, ich komme dich besuchen und sage kurz Hallo.
YARA:
Schön, dass es dir wieder besser geht.
SARAH:
Ich vermisse meinen Vater sehr, Yara. Aber … er wollte immer, dass ich die Welt sehe, und jetzt … mach ich es. Danke für die letzten Wochen. Ich bin so froh , dass du da warst. Was schauen wir uns jetzt an?
YARA:
Es gibt hier ein kleines Museum, das dir bestimmt gut gefällt. Ein bekannter Komponist aus dieser Stadt hat dort gelebt. Er schrieb viele Stücke für Geige und Klavier und er ist vor ’n paar Jahren gestorben. Ich war noch nie da. Sollen wir uns das mal anschauen?
SARAH:
Ja, okay.
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A2-56-Theater und Konzerte
YARA:
Also, es gibt heute Abend mehrere Veranstaltungen. Im Heimathaus gibt’s Volksmusik …
SARAH/YARA:
Auf keinen Fall!
YARA:
Dann hier … Rockmusik im Club .
SARAH:
Das hört sich schon besser an.
YARA:
Ja, aber die Sängerin ist ziemlich populär . Ich denke, die Tickets sind ausverkauft .
SARAH:
Gibt es keine Tickets an der Abendkasse ?
YARA:
Ich glaube nicht …
SARAH:
Schade. Was gibt’s denn sonst noch?
YARA:
Es gibt noch ein Musical oder wir können ins Theater gehen. An der Theaterkasse gibt es bestimmt noch Tickets .
SARAH:
Klingt gut.
YARA:
Hast du Lust, meinen Neffen Nico kennenzulernen?
SARAH:
Ja. Warum nicht?
LISA:
Sorry, sorry, sorry, sorry …
TAREK:
Lisa! Liebe Gäste, liebe Gäste, und jetzt ein kleines Konzert von unseren guten Freunden: Lisa, Sebastian und Nico! Viel Spaß!
===============================================
A2-57-Feste und Feiertage
NICO:
Geh deinen Weg. Sag mir, woher du kommst und …
LISA:
… wohin du gehst. Wo ist dein Weg?
NICO/LISA:
Geh deinen Weg. Sag mir, woher du kommst und wohin du gehst. Was ist dein Ziel? Was ist dein Ziel?
YARA:
Nico, das war großartig!
SARAH:
Super, ganz toll, wirklich!
NICO:
Danke!
YARA:
Nico, das ist Sarah. Ich war bei Sarah in Zürich, als du mich gesucht hast.
NICO:
Oh, okay. Freut mich, dich kennenzulernen.
TAREK:
Wir wollen jetzt häufiger so kleine Partys feiern. Zum Beispiel nächstes Jahr zu Halloween.
NINA:
Oh, dann müsst ihr ’ne Menge Kürbisse besorgen …
TAREK:
Ja.
NINA:
… weil Halloween ohne Kürbisse kein Halloween ist, oder? Ich erinner mich: Wir haben damals im Herbst immer ganz viele Gerichte aus Kürbissen gemacht. Also, zum Beispiel Kürbissuppe, Kürbiskuchen, Kürbismarmelade, Kürbismuffins, Kürbisbrot, Kürbisbier, Kürbis …
TAREK:
Ja, wir kriegen das schon hin mit den Kürbissen. Wo habt ihr denn dieses Jahr Halloween gefeiert?
SEBASTIAN:
Wir? Wir haben dieses Jahr überhaupt kein Halloween gefeiert.
NINA:
Nee.
TAREK:
Was? Nächstes Jahr feiert ihr hier!
MAX:
Ja!
TAREK:
Außerdem wollen wir noch St. Patrick’s Day feiern und Valentinstag .
SEBASTIAN:
Valentinstag find ich ganz gut.
NINA:
Mit wem willst du denn Valentinstag feiern?
SEBASTIAN:
Mit wem ich …?
NINA:
Ja.
SEBASTIAN:
Mal sehen .
TAREK:
Aha …
===============================================
A2-58-Ein Jahr
MAX:
St. Patrick’s Day feiert man in Irland, und Halloween kommt aus den USA. Wir müssen auch mal ’n paar deutsche Volksfeste feiern.
TAREK:
Du meinst Karneval? Jeder, der in einem Kostüm kommt, bekommt ein Getränk umsonst.
MAX:
Oder ein Weinfest. Das könnten wir im Frühjahr machen. Wir bieten eine Woche lang Weine aus der Region an, die ganz jung sind.
TAREK:
Wie wär’s mit einem Oktoberfest?
MAX:
Ja, dann kommst du aber in Lederhosen . Oder du ziehst dir ’n schickes Dirndl an.
TAREK:
Das ist dann wohl eher ein Kostüm für Halloween …
MAX:
Ja.
TAREK:
So, das ist erst mal für euch beiden Hübschen.
NINA:
Danke.
TAREK:
Und … Sarah, Yara, Lisa, kommt rüber! Nico! Nico! Zehn Jahre “Das Marek”. Zum Wohl!
ALLE:
Prost. Zum Wohl!
NINA:
Was denn?
LISA:
Bist du wahnsinnig?
NINA:
Sag mal, spinnst du?
LISA:
Du bist schwanger! Du darfst nichts trinken!
===============================================
A2-59-Was passiert, wenn …
NINA:
Lisa, halt dich doch einfach mal da raus ! Das geht dich überhaupt nichts an !
LISA:
Ich halte mich bestimmt nicht raus, wenn du so verantwortungslos bist.
NINA:
Ach! Aber wenn es darum geht, mich zu Untersuchungen zu begleiten , dann hältst du dich gerne raus. Du hast gesagt, du hilfst mir.
LISA:
Nina, ich habe eine Arbeit. Ich habe keine Zeit.
NINA:
Stell dir vor, es gibt andere Menschen, die haben auch Berufe. Die gehen arbeiten und haben trotzdem Zeit. Und manche haben sogar Kinder.
LISA:
Ja, und manche Menschen passen beim Sex besser auf , damit sie ihre Zeit eben nicht beim Frauenarzt verbringen müssen.
Entschuldigung, das war scheiße !
SEBASTIAN:
Nina … Nina, du … bist … bist schwanger?
NINA:
Ja.
SEBASTIAN:
Ja, dann herzlichen Glückwunsch!
NINA:
Ich kann jetzt kein Kind kriegen.
LISA:
Nina …
NINA:
Weißt du, was? Dario hat mich verlassen !
LISA:
Was?
NINA:
Ja! Uh! Wahnsinn, wie du dich für mein Leben interessierst.
NICO:
Was bedeutet „schwanger“?
===============================================
A2-60-So feiern wir!
SARAH:
Das war der beste Abend seit langer Zeit.
YARA:
Das finde ich auch. Erinnerst du dich noch an die tollen Partys damals?
SARAH:
Oh ja. Unsere Nachbarn haben einiges mitgemacht . Zum Glück haben sie sich selten über die laute Musik aufgeregt.
YARA:
Die Partys im Pudelclub, das waren die tollsten. Wir sind nie vor Sonnenaufgang nach Hause gegangen.
SARAH:
Und man ist nach einer guten Feier auch nie alleine nach Hause gegangen.
YARA:
Du vielleicht nicht. Ich war immer brav .
SARAH:
Ich vermisse die alten Zeiten.
YARA:
Ja, manches davon vermisse ich und manches auch nicht.
SARAH:
Was meinst du?
YARA:
Na ja, ich bin doch glücklich. Wieso sollte ich also irgendetwas anderes vermissen?
SARAH:
Du kannst nur glücklich sein, wenn du etwas vermissen kannst.
YARA:
Ja, du warst schon immer die Klügere von uns beiden.
SARAH:
Blödsinn. Ich mag deinen Laden.
YARA:
Ich auch.
SARAH:
Mach’s gut.
===============================================
A2-61-Herzlichen Glückwunsch!
LISA:
Schau mal hier: Wer schenkt wem was? Ich mache mal ein Beispiel: Ich schenke dir einen Stift.
SELMA:
Okay, jetzt ich. Ich schenke dir … ein Wörterbuch.
LISA:
Vielen Dank. Das hast du gut gemacht. Weiter geht’s: Was schenkst du deinem Vater?
SELMA:
Moment … Okay. „der Vater“ ist ein maskulines Nomen. Das Personalpronomen heißt „er“. Jetzt brauche ich die Dativform für „er“ – genau: „ihm“. Also: Ich schenke ihm ein Ticket fürs Theater.
LISA:
Prima!
Mach ruhig weiter. Was schenkst du deiner Mutter zum Geburtstag?
SELMA:
Ich schenke ihr eine DVD .
LISA:
Sehr gut. Und was schenkst du Nico?
AYA:
Guten Tag.
SELMA:
Hallo, Mama.
AYA:
Hallo, Selma.
LISA:
Also, Selma, eine letzte Frage: Wen lädst du zu deinem Geburtstag ein?
SELMA:
“einladen”… Moment. „einladen“ benutzt man mit Akkusativ. Also: Ich lade dich ein.
LISA:
Sehr gut! Und vielen Dank.
SELMA:
Ich kann jetzt Einladungen schreiben für meinen Geburtstag.
LISA:
Wann hast du denn Geburtstag?
SELMA:
In ein paar Wochen.
LISA:
Ach, was! Hast du schon etwas geplant?
SELMA:
Ich würde gerne eislaufen gehen.
LISA:
Eislaufen?
SELMA:
Ja, das habe ich noch nie gemacht. Ich möchte es mal ausprobieren.
AYA:
Selmas Vater muss noch Ja sagen.
LISA:
Ach ja, wie geht es ihm denn? Hat er den Job bekommen?
AYA:
Ja. Er arbeitet jetzt.
LISA:
Ah, sehr gut. Ja, wir sind fertig für heute. Bis zum nächsten Mal.
Sie können stolz auf Ihre Tochter sein.
AYA:
Ich weiß.
===============================================
A2-62-Passende Geschenke
NICO:
Yara?
YARA:
Ja?
NICO:
Lisa hat mir gesagt, dass Selma bald Geburtstag hat.
YARA:
Selma?
NICO:
Eine Freundin von mir. Ich möchte ihr etwas schenken.
YARA:
Aha.
NICO:
Ich möchte ihr ein Fahrrad schenken.
YARA:
Was? Das kannst du dir doch gar nicht leisten.
NICO:
Es muss ja auch kein neues Fahrrad sein.
YARA:
Du meinst ein gebrauchtes ?
NICO:
Ja, ich schenke ihr ein gebrauchtes Fahrrad.
YARA:
Das ist aber immer noch ziemlich teuer für ein Geburtstagsgeschenk.
NICO:
Ich möchte Selma überraschen .
YARA:
Das ist wirklich nett von dir. Aber du solltest vielleicht mehr Zeit mit der Suche nach einer Arbeit verbringen.
NICO:
Mach dir keine Sorgen. Ich finde bald etwas.
YARA:
Bestimmt. Bis dahin musst du deinen Freundinnen eben preiswerte Geschenke kaufen.
NICO:
Bitte, Tante Yara. Du kannst doch bestimmt ein … gebrauchtes Fahrrad finden. Ich zahle dir das Geld auch so schnell wie möglich zurück.
YARA:
Wann ist denn der Geburtstag?
NICO:
Bald. Ich finde es heut noch heraus !
YARA:
Na schön.
NICO:
Danke, danke, danke, danke, danke, danke!
YARA:
Ja. Ja, ist gut. Und jetzt pack mit an !
===============================================
A2-63-Was sollen wir schenken
TAREK:
Aber du kennst ihn doch überhaupt nicht. Nico hasst seinen Bruder.
MAX:
Nico hasst seinen Bruder nicht. Es ist kompliziert, aber eigentlich ist Pepe in Ordnung.
TAREK:
Na klar …
MAX:
Und er kennt sich aus. Das ist die Gelegenheit für meine Idee.
TAREK:
Genau. Deine Idee! Ich bin nicht überzeugt!
INGE:
Jungs, ich brauche eure Hilfe!
TAREK:
Inge, was ist denn los?
INGE:
Ach, ich habe ein großes Problem.
TAREK:
Ja, jetzt setz dich erst mal hin …
INGE:
Ach. Ich bin mit Jacques verabredet.
MAX:
Oh …
INGE:
Das ist nicht lustig! Ich habe ihn zu mir nach Hause eingeladen.
MAX:
Ja und?
INGE:
Ich habe gesagt, ich koche.
TAREK/MAX:
Uh …
INGE:
Jacques weiß nicht, wie schlecht ich koche. Er ist Restaurantbesitzer. Sicher will er mich nach dem Essen nie wiedersehen.
MAX:
Ach, Inge. So blöd ist er nicht. Außerdem musst du das Essen nur warm machen. Wir bereiten alles vor.
TAREK:
Roulade mit Rotkraut und Klößen ?
INGE:
Ihr seid zwei Schätze!
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A2-64-Lieblingsfeste
JACQUES:
Hm … Inge, das schmeckt fantastisch. Das erinnert mich an Ostern.
INGE:
Ostern?
JACQUES:
Ja. In unserer Familie gab es zu Ostern oft Roulade zum Mittagessen.
INGE:
Es gab keinen Hasenbraten?
JACQUES:
Doch, einmal. Da war ich noch sehr klein und dachte, dass wir den Osterhasen essen. Ich habe so geweint , dass meine Eltern seit diesem Tag nie wieder einen Hasenbraten gemacht haben.
Ostern war für mich als Kind immer ein tolles Fest. Meine Eltern haben überall im Garten bunte Eier und manchmal auch Schokolade versteckt und ich musste suchen. Gab es bei euch zu Ostern auch bunt gefärbte Eier?
INGE:
Natürlich. Aber mein Lieblingsfest war immer Weihnachten.
JACQUES:
Brachte bei euch der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke?
INGE:
Das Christkind.
JACQUES:
Ja, bei uns auch.
INGE:
Aber die Geschenke waren nicht das Wichtigste. Ich habe mit meinem Mann Günther immer den Weihnachtsbaum geschmückt . Wir haben jedes Jahr im Advent Stollen gegessen und die Kerzen am Adventskranz angezündet.
JACQUES:
Das klingt schön.
INGE:
Das war schön. Aber allein? Weihnachten ist kein schönes Fest, wenn man allein ist.
JACQUES:
Dann lass es uns doch gemeinsam feiern. Nicht hier … Lass uns wegfahren! Ein Weihnachtsabenteuer.
INGE:
Meinst du das ernst?
JACQUES:
Vollkommen ernst!
INGE:
Das wär schön.
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A2-65-Ein Praktikum beim Film
PEPE:
Hola, Nico!
NICO:
Pepe!
PEPE:
Wie geht’s?
NICO:
Okay … Du hast gesagt, ähm …
PEPE:
Ich habe einen Job für dich, richtig. Aber du hast einfach aufgelegt.
NICO:
Tut mir leid. Die Situation, in der du angerufen hast, die war ’n bisschen … blöd.
PEPE:
Okay.
NICO:
Gibt’s den Job noch?
PEPE:
Ja.
NICO:
Und … was ist das für eine Arbeit?
PEPE:
Es ist ein Praktikum am Filmset.
NICO:
Beim Film?
PEPE:
Ja. Ein Team dreht hier bald eine aktuelle Serie fürs Fernsehen, bei der du mitarbeiten kannst.
NICO:
Wirklich?
PEPE:
Ja, wirklich. Die Serie ist ziemlich lustig.
NICO:
Und was soll ich da machen?
PEPE:
Na ja, du hilfst, wo du kannst. Du bringst dem Team Kaffee. Du passt auf, dass kein Fußgänger in die Szene läuft. Solche Sachen.
NICO:
Klasse! Ich liebe Serien!
PEPE:
Na ja. Ich schau am liebsten Dokumentationen .
NICO:
Könntest du …?
PEPE:
Ich muss den Leuten, mit denen ich gesprochen habe, noch heute eine Zusage geben. Sonst ist das Angebot weg. Also?
NICO:
Okay! Danke!
PEPE:
Gerne.
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A2-66-Der Film war toll!
PEPE:
In Ordnung, so machen wir’s. Vielen, vielen Dank! Ja, euch auch! Ciao.
NICO:
Und?
PEPE:
Ab nächster Woche bist du offiziell in der Filmbranche tätig .
NICO:
Cool. Und du sagst, es ist eine Serie. Weißt du noch mehr darüber? Worum geht es?
PEPE:
Es ist ’ne Krimiserie, aber nicht so ernst . Mehr ’ne Krimikomödie.
NICO:
Eine Krimikomödie?
PEPE:
Ja, Komödie . Una comedia. In der Serie geht es um einen Kommissar , der mit seinem Gegner zusammenarbeiten muss. Meistens ist das sehr komisch . Hin und wieder wird es aber auch tragisch . Ich schau die Serie eigentlich ganz gern – wenn gerade keine Dokus laufen …
NICO:
Das klingt ja spannend.
PEPE:
Ich glaube sogar, das Drehbuch basiert auf einem Roman. Die Serie ist also eine Buchverfilmung .
NICO:
Und wo läuft die Serie denn?
PEPE:
Ja, im Fernsehen. Und im Internet auch, glaub ich.
NICO:
Gut. Dann fange ich gleich an, die Serie zu schauen.
PEPE:
Sehr gut! Vorbereitung ist wichtig.
NICO:
Filmbranche …
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A2-67-Im Filmstudio
NICO:
Hallihallo!
MAX/TAREK:
Hey!
NICO:
Die Serie ist abgedreht.
TAREK:
Nico, Glückwunsch!
MAX:
Und was ist das?
NICO:
Das ist eine Filmklappe . Ich hab sie von meinem Chef geschenkt bekommen. Das Team hat auf der Klappe unterschrieben. Beleuchter , Schauspieler, Aufnahmeleiter , Ton, sogar der Regisseur.
MAX:
Das ist wirklich mal ’n cooles Abschiedsgeschenk.
TAREK:
Als ich mal Fahrer in einer Filmproduktion war, hab ich so etwas nicht bekommen.
MAX:
Vielleicht warst du einfach nicht gut genug und alle waren froh, als du wieder weg warst?
TAREK:
Danke, dass du heute den Abwasch machst, Max.
MAX:
Ah …
NICO:
Ich habe sogar in einer Szene mitgespielt .
TAREK:
Was, ehrlich?
NICO:
Mhm. Es war nur eine kleine Rolle, aber es hat Riesenspaß gemacht und ich hab’ sehr viel Talent .
MAX/TAREK:
Nico, der Star .
NICO:
Es war das Ende einer Verfolgungsjagd . Der Kommissar ist erschöpft und rennt in einen Fußgänger . Ich bin der Fußgänger.
TAREK:
Hast du Text?
NICO:
Mhm, ja: Passen Sie doch auf! Dann helfe ich dem Kommissar wieder auf die Beine, er rennt weiter und erwischt am Ende den Gangster dank meiner Hilfe. Was soll ich damit machen?
MAX:
Ich will ’n Autogramm , bevor du berühmt bist.
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A2-68-Ich bin Schauspieler
NICO:
Für das Fahrrad.
YARA:
Du hast deinen Lohn bekommen.
NICO:
Mhm. Und ein sehr gutes Praktikumszeugnis.
YARA:
Wow. Glückwunsch! Gut gemacht!
NICO:
Danke. Ich habe mir überlegt, ich möchte weiter beim Film arbeiten.
YARA:
Okay.
NICO:
Ich könnte Schauspieler werden. Es gibt ziemlich gute Schauspielschulen hier in Deutschland.
YARA:
Stopp mal! Hast du dir das gut überlegt?
NICO:
Na ja, es … es macht mir Spaß.
YARA:
Ich habe einen Freund, der Schauspieler ist. Er ist sogar ziemlich berühmt und hat für eine Rolle mal einen Filmpreis gewonnen .
NICO:
Wow, echt?
YARA:
Ja. Und seit einem Jahr hat er keine Aufträge mehr.
NICO:
Was?
YARA:
Die meisten Schauspieler verdienen so wenig Geld, dass sie mehrere Jobs machen müssen. Ich unterstütze dich, Nico. Wenn es das ist, was du willst, dann … kriegen wir das hin. Aber ist es das, was du willst?
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A2-69-Einfach Super!
NICO:
Selma!
SELMA:
Hallo, Nico. Was ist denn los? Ich musste bei meinen Eltern schon wieder einen Sprachkurs vorschieben.
NICO:
Das tut mir leid.
SELMA:
Sie werden sehr wütend, wenn sie herausfinden, wo ich wirklich bin.
NICO:
Ich bin froh, dass du trotzdem gekommen bist.
SELMA:
Ich freu mich auch, dich zu sehen.
NICO:
Einen Moment! Nicht bewegen!
Alles Gute zum Geburtstag!
SELMA:
Mein Gott!
NICO:
Ich hatte das Gefühl, du kannst es brauchen.
SELMA:
Ich bin so glücklich! So ein schönes Fahrrad! Ist das wirklich für mich?
NICO:
Mhm.
SELMA:
Das Fahrrad ist toll! Und wenn meine Eltern fragen, woher ich es habe?
NICO:
Wenn deine Eltern fragen, woher du es hast, dann sag einfach, es ist von Lisa.
SELMA:
Aber wenn meine Eltern sich bei ihr für das Fahrrad bedanken, dann wird sie sich doch wundern.
NICO:
Lisa weiß Bescheid .
SELMA:
Das ist fantastisch! Und heute Nachmittag darf ich eislaufen gehen. Das wird so cool!
NICO:
Dein Vater hat das erlaubt ?
SELMA:
Das ist der beste Geburtstag seit Langem !
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A2-70-Das regt mich auf!
PEPE:
Ich weiß, Sie ärgern sich über den neuen Termin. Ja, wenn es gut werden soll, dann dauert es eben manchmal ’n bisschen länger. Aber das Warten lohnt sich ja dann auch. Sie müssen mich auch verstehen. Nein. Okay, müssen Sie nicht. Aber bitte regen Sie sich nicht so auf. Wir kriegen das schon hin! Die neue Deadline steht. Danke, vielen Dank!
Oh, ich werd wahnsinnig.
Hallo, Pepe González. Herr Al-Pascha! Ich freu mich, Sie zu hören. Sie haben den Job, seit zwei Wochen? Ja, großartig! Das wundert mich aber nicht. Sie waren sehr gut vorbereitet. Natürlich, sehr gern, jederzeit wieder. Ach, Herr Al-Pascha, das ist ja witzig, ich seh hier grad Ihre Tochter mit meinem Bruder im Park. Soll ich die beiden Turteltauben mal von Ihnen grüßen ? Da wären sie bestimmt überrascht. Ja natürlich, wir hören uns. In Ordnung. Bis später und alles Gute!
NICO:
Ist die Höhe gut?
SELMA:
Ja, perfekt! Eine Sekunde … Oh nein!
NICO:
Was ist?
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A2-71-Meiner Meinung nach
SELMA:
Mein Vater. Er hat irgendwie herausgefunden, dass ich nicht beim Sprachkurs bin. Er ist total sauer!
NICO:
Was? Aber … wie?
SELMA:
Keine Ahnung, Nico. Ich muss gehen.
NICO:
Ich denke nicht, dass er irgendetwas ahnt .
SELMA:
Ich glaube schon. Es tut mir leid!
PEPE:
Hey, Nico. Wo will Selma denn hin? Ich soll dich von … Herrn Al-Pascha grüßen, ihrem Vater. Ich hab grad mit ihm telefoniert.
NICO:
Du hast was?
PEPE:
Ich hab mit Selmas Vater telefoniert.
NICO:
Und ihm gesagt, dass wir hier sind.
PEPE:
Ja.
NICO:
Du weißt nicht, was du gemacht hast! Du bist so ein Idiot !
PEPE:
Spinnst du?
NICO:
Es war alles in Ordnung. Dann kommst du, Selma kriegt Riesenärger und du bist schuld !
PEPE:
Ich find nicht, dass ich an irgendwas Schuld hab . Was ist denn eigentlich dein Problem?
NICO:
Selmas Eltern denken, dass sie beim Deutschunterricht ist. Sie darf sich nicht mit mir treffen.
PEPE:
Seid ihr beiden … zusammen?
NICO:
Nein, wir sind nur Freunde, aber das ist jetzt vielleicht alles vorbei .
PEPE:
Nico, das ist mir echt … Es tut mir leid. Ich wusste das nicht.
NICO:
Halt dich einfach aus meinem Leben raus!
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A2-72-Ich bin Fußballfan
MAX:
Ja, komm! Leg den Ball rüber. Komm! Ah! Aber der macht ’n absolut großartiges Spiel heute.
TAREK:
Der Müller ist heute aber auch total gut drauf. Ja, komm, schieß !
MAX:
Ja!
MAX/TAREK:
Ah …
TAREK:
Mega Chance …
MAX:
Und zurück! Komm, laufen, Jungs! So rennen doch keine Weltmeister !
TAREK:
Jetzt nicht aufgeben !
NICO:
Selmas Vater weiß jetzt, dass sie sich mit mir trifft.
TAREK:
Na und? Sie ist doch erwachsen. Und außerdem seid ihr nur Freunde, oder?
NICO:
So einfach ist das nicht. Ihre Eltern sind sehr streng. Sie sind sauer, wenn sie sich mit mir trifft. Und sind sie sauer, darf Selma nicht rausgehen. Und darf Selma nicht rausgehen, seh ich sie nicht.
MAX/TAREK:
Ah …
MAX:
Und wenn du sie nicht siehst, dann … Ich hab schon verstanden. Heute hast du verloren, morgen wirst du wieder gewinnen, okay?
NICO:
Eislaufen fällt aus . Und alles andere auch. Sorry, Nico.
MAX/TAREK:
Tor!
TAREK:
Abseits , Abseits, Abseits, Abseits!
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A2-73-Praktisch!
YARA:
Also: Was habt ihr vor?
MAX:
Das ist eigentlich ganz einfach. Wir wollen unserem Restaurant einen Lieferservice anschließen.
YARA:
Das willst du doch schon lange.
MAX:
Aber jetzt hab ich jemanden gefunden, der mich unterstützt.
YARA:
Pepe. Ernsthaft?
PEPE:
Das könnte sehr profitabel werden!
YARA:
Ich verstehe. Und was hab ich damit zu tun?
MAX:
Ich möchte, dass der Lieferservice umweltfreundlich ist.
PEPE:
Deshalb wollen wir mit dem Fahrrad liefern . Das ist umweltfreundlich und spart auch Benzinkosten.
MAX:
Das geht zwar nicht, wenn es schneit, aber ansonsten eigentlich immer.
YARA:
Und ihr wollt Fahrräder von mir.
PEPE:
Ja, aber nicht nur Fahrräder. Das Geschäft soll sich auch sonst für dich lohnen.
YARA:
Wie denn?
PEPE:
Na ja, du steigst in das Projekt als Geschäftspartnerin mit ein und wirst dann am Gewinn beteiligt .
MAX:
Das Risiko wird dann natürlich auch geteilt.
PEPE:
Wenn dir der Vorschlag zu riskant ist, dann mieten wir die Fahrräder einfach nur bei dir. Und auf unserem Flyer und in der App wird dann Werbung für deinen Laden gemacht.
YARA:
Die Idee ist gut. Aber ich kann jetzt keinen Kredit aufnehmen.
PEPE:
Das ist vielleicht gar nicht nötig.
YARA:
Wieso?
PEPE:
Ich kenne einen Investor , der Interesse hat.
YARA:
Einen Investor? Wie groß soll das Geschäft mit dem Lieferservice denn werden?
PEPE:
Na ja, so groß es geht.
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A2-74-Das funktioniert so!
PEPE:
Tja, und zum Schluss müssen die Leute nur noch bestellen.
TAREK:
Also kurz gesagt: Zuerst entwickelt deine Firma eine App für unser Angebot.
PEPE:
Richtig. Und wir werden einen Flyer und eine Website erstellen. Aber … ja, die Gerichte werden von den Kunden bestimmt über die App bestellt.
TAREK:
Okay. Die Leute bestellen über die App und dann wird es mit Yaras Fahrrädern ausgeliefert .
PEPE:
Im Prinzip ist das richtig.
MAX:
Aber das Besondere ist: Die Leute können wählen , ob sie eine fertige Mahlzeit bestellen wollen oder nur die Zutaten.
YARA:
Meinst du wirklich, dass das Angebot angenommen wird?
PEPE:
Na klar. Außerdem wird in der App gezeigt, welche Gerichte es für Vegetarier oder Veganer gibt oder Menschen mit Laktoseintoleranz. Darauf wird dann auch geachtet.
YARA:
Das hab ich so wirklich noch nicht gesehen.
TAREK:
Ja, das ist super. Aber … wozu brauchen wir einen Investor? Ich mein, so teuer ist das Ganze doch gar nicht.
PEPE:
Wenn das Konzept funktioniert, könnten andere Restaurants einsteigen. So könnten wir in der ganzen Stadt und irgendwann vielleicht im ganzen Land liefern.
TAREK:
Ich weiß nicht …
MAX:
Tarek, komm schon. Das ist unsere Chance!
TAREK:
Dieser Investor, wann können wir den treffen?
PEPE:
Wenn du willst und Zeit hast, sofort.
===============================================
A2-75-Das brauche ich!
SEBASTIAN:
So!
LISA:
Bist du schon fertig?
SEBASTIAN:
Jepp. Ich geh morgen in die Druckerei, um mir ’n Angebot machen zu lassen.
NINA:
Prima, dann kannst du ab morgen wieder putzen. Mit Lisa kann man ja in diesem Jahr nicht rechnen.
SEBASTIAN:
Habt ihr euch immer noch nicht versöhnt ?
LISA:
Wie denn?
SEBASTIAN:
Nico! Das ist ja jetzt schön. Jetzt sind alle zusammen. Dann kann ich ’n Vorschlag machen.
NICO:
Ich muss Deutsch lernen.
SEBASTIAN:
Wunderbar, hier geht gleich einer in die Luft.
LISA:
Wie ist denn dein Vorschlag?
SEBASTIAN:
Also: Offensichtlich hat niemand Zeit für Hausarbeit.
NINA:
Niemand?
SEBASTIAN:
Ja, zumindest nicht alle gleich viel. Ich finde, wir sollten uns einen Saugroboter kaufen, um uns die Arbeit zu sparen.
LISA:
Einen Saugroboter?
SEBASTIAN:
Ja. Der ist zwar wahnsinnig teuer, aber wir können den Preis durch vier teilen . Ich finde, wir sollten investieren , damit die Stimmung wieder besser wird.
NINA:
Also ich finde, wir haben hier schon genug Roboter in der WG.
LISA:
Mann, Nina, es reicht! Und das mit dem Saugroboter ist eine total blöde Idee.
SEBASTIAN:
Du hast ihn dir noch nicht mal angeschaut. Dann mach doch bitte einen besseren Vorschlag, junge Frau.
LISA:
Mein Vorschlag ist, dass ich jetzt das Bad putze und du die Küche.
SEBASTIAN:
Okay. Sind wir denn offen für eine Diskussion über Wischroboter?
LISA:
Erwartet ihr jemanden?
===============================================
A2-76-Wer hat’s erfunden
PEPE:
Das System wurde sehr genau durchgeplant. Die Bestellungen müssen schnell und effizient laufen. Dafür brauchen wir eine stabile App und zusätzliche Arbeitskräfte .
MAX:
Eventuell müssen wir die Küche auch vergrößern.
PEPE:
Richtig. Der Lieferservice muss von Anfang an perfekt funktionieren. Sonst bestellt niemand zweimal.
INVESTOR:
Ich stimme zu .
PEPE:
Das … ist gut. Haben Sie sonst noch Fragen?
INVESTOR:
Erst einmal nicht.
MAX:
Und was sagen Sie?
INVESTOR:
Ich denke darüber nach . Ich melde mich in den nächsten Tagen wieder bei Ihnen.
TAREK:
Was? Das war’s?
PEPE:
Ja. Jetzt müssen wir warten.
TAREK:
Ich trau dem Ganzen nicht.
MAX:
Tarek …
TAREK:
Ja, ja, wir warten. Wer möchte etwas trinken?
MAX:
Ja.
NICO:
Selma! Entschuldigung, ich …
SELMA:
Nico … Nico …
NICO:
Was machst du hier? Wissen deine Eltern, dass du hier bist? Selma …
SELMA:
Ich muss es dir persönlich sagen.
NICO:
Was … was musst du mir persönlich sagen?
SELMA:
Wir können uns nicht mehr sehen, Nico. Es tut mir leid, ich … mag dich.
NICO:
Selma!
===============================================
B1-01-Berufsberatung
BERATERIN:
Sie können eine Ausbildung beginnen oder studieren. Ohne gute bis sehr gute Deutschkenntnisse geht das nicht. Aber so wie ich das sehe, haben Sie schon viel Deutsch gelernt. Herr González?
NICO:
Hm …’tschuldigung, könnten Sie das bitte noch einmal wiederholen?
BERATERIN:
Ich habe gesagt, dass Sie für viele Ausbildungsberufe oder ein Studium gute bis sehr gute Deutschkenntnisse brauchen.
NICO:
Ich hab gerade mit B1-Niveau angefangen.
BERATERIN:
Das klingt gut.
NICO:
Mhm.
BERATERIN:
Haben Sie die A2-Prüfung gemacht?
NICO:
[Nein.] Aber ich hab einen A2-Kurs gemacht.
BERATERIN:
Ich bin mir sicher, dass Sie das können. Aber ich bin mir auch sicher, dass die meisten Betriebe einen Nachweis über Ihre Deutschkenntnisse verlangen. Dafür müssen Sie eine Sprachprüfung machen.
NICO:
Okay, dann mach ich diese Sprachprüfung. Und dann kann ich eine Ausbildung machen?
BERATERIN:
Mal sehen. Welchen Beruf möchten Sie denn lernen?
NICO:
Ich bin mir nicht sicher.
BERATERIN:
Sie sind sich unsicher?
NICO:
Mhm. Gibt es eine Schauspiel-Ausbildung?
BERATERIN:
Sie können in Deutschland eine Schauspielschule besuchen. Aber da gibt es eine sehr schwere Aufnahmeprüfung . Niemand kann Ihnen garantieren, dass Sie nach der Ausbildung auch als Schauspieler arbeiten können. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist für Schauspieler sehr schwierig.
NICO:
Hab ich schon gehört, ja.
BERATERIN:
Sie können es natürlich versuchen. Haben Sie denn vielleicht noch andere Interessen? Oder gibt es etwas, das Sie sehr gut können?
NICO:
Ja! Ich kann Fahrräder und Mopeds reparieren.
===============================================
B1-02-Meine Muttersprache
LISA:
Wie lange lernen Sie schon Deutsch?
AYA:
Ich lerne seit ein Jahre Deutsch.
SELMA:
Seit einem Jahr.
AYA:
Richtig. Ich weiß, dass man das so sagt, aber …
LISA:
Sprechen Sie auch andere Sprachen?
AYA:
Ich spreche Arabisch und Armenisch .
LISA:
Sie sprechen Armenisch?
SELMA:
Meine Mutter ist zweisprachig aufgewachsen .
LISA:
Wow.
AYA:
Das ist bei uns normal.
LISA:
Sprechen Sie auch Englisch?
AYA:
Ich habe schon [einen] Kurs besucht in Syrien. Aber leider spreche ich nicht so gut Englisch. Ich weiß aber, dass Englisch [eine] wichtige Sprache ist.
LISA:
Welche Sprachen lernt ihr denn in der Schule?
SELMA:
Bei uns lernt man Englisch und Französisch in der Schule.
LISA:
Du sprichst Französisch?
SELMA:
Leider sprech ich nur ein bisschen Französisch. Aber ich kann ganz gut Englisch sprechen.
LISA:
Verstehe. Ich bin mir sicher, dass du die B2-Sprachprüfung bestehst.
SELMA:
Echt?
LISA:
Echt.
SELMA:
Ich möchte auf jeden Fall studieren!
LISA:
Ich finde auch, dass du studieren solltest. Du schaffst das! Für welches Studienfach interessierst du dich?
SELMA:
Ich weiß nicht. Vielleicht studier ich … Medizin oder ich werde Lehrerin, wie du.
LISA:
Ja, du hast ja noch ein bisschen Zeit. Wir sehen uns morgen?
SELMA:
Ja! Danke, Lisa, für deine Hilfe.
LISA:
Das mach ich doch gern.
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B1-03-Bei der Arbeit
IBRAHIM:
Frau Brunner, vielen Dank für Ihre Hilfe!
LISA:
Gern. Ich finde, dass Selma erstaunliche Fortschritte macht.
IBRAHIM:
Sie ist intelligent. Wir sind sehr stolz auf sie.
LISA:
Was ist eigentlich mit Ihnen?
IBRAHIM:
Mit mir?
LISA:
Ja. Sie haben doch einen neuen Job. Gefällt Ihnen die Arbeit?
IBRAHIM:
Ach so. Na ja. Der Unterschied zu meiner Arbeit als Arzt ist sehr groß. Aber ich habe Arbeit. Und das ist am wichtigsten.
LISA:
Wissen Sie denn schon, wann Ihre Sprachprüfung ist? Die ist schon bald, oder?
IBRAHIM:
Ja. In ein paar Wochen. Das Datum aber hab ich jetzt nicht im Kopf.
LISA:
Ja, das ist ja auch nicht so wichtig. Sind Sie denn gut vorbereitet?
IBRAHIM:
Na ja. Ich habe nur wenig Zeit zum Lernen und ich kenne auch nicht viele Deutsche. Ich spreche die Sprache viel zu selten. Ich kann wirklich nicht sagen, ob ich es schaffe. Aber ich hoffe es.
LISA:
Ach Sie sprechen doch schon sehr gut Deutsch! Herr Al-Pascha, ich möchte wissen, ob es möglich ist, dass wir Selmas Sprachunterricht ab jetzt wieder bei mir machen.
IBRAHIM:
Es tut mir sehr leid, aber das ist nicht möglich. Selma hat uns angelogen . Wir können ihr nicht mehr vertrauen.
LISA:
Ja, ich meine nur … Gibt es nicht irgendeine Lösung? Hier geht es um Selmas Zukunft.
IBRAHIM:
Das ist Sache der Familie.
LISA:
Okay.
===============================================
B1-04-Zukunftspläne
NICO:
Hey!
SELMA:
Nico! Was machst du hier?
NICO:
Ich bin hier, weil ich dich sehen will.
SELMA:
Wie war dein Termin bei der Agentur für Arbeit?
NICO:
Sehr gut. Ich werde eine Ausbildung zum – wie ist das Wort? – Zweiradmechatroniker machen. Ich werde eine Ausbildung zum Zweiradmechatroniker machen.
SELMA:
Was ist das?
NICO:
Ich arbeite in einer Werkstatt und muss da Fahrräder und Motorräder reparieren.
SELMA:
Also alles mit zwei Rädern?
NICO:
Ja. Die Ausbildung dauert drei Jahre.
SELMA:
Das klingt super.
NICO:
Ja. Find ich auch, denn ich muss endlich Geld verdienen.
SELMA:
Geht das?
NICO:
Zuerst muss ich eine Sprachprüfung bestehen und dann kann ich die Ausbildung beginnen.
SELMA:
Das schaffst du, Nico. Jetzt sei doch mal optimistisch ! So schwer ist die Prüfung auch nicht. Du musst dich gut darauf vorbereiten.
NICO:
Ja, ich weiß. Und was ist mit dir?
SELMA:
Ich möchte studieren, aber ich weiß noch nicht so genau, was. Es gibt so viele Studienfächer! Aber im Moment brauch ich vor allen Dingen einen Job.
NICO:
Und suchst du schon?
SELMA:
Ich kann schlecht einen Job suchen, wenn ich immer zu Hause bleiben muss.
NICO:
Es geht um deine Zukunft!
SELMA:
Komisch. Das sagen meine Eltern auch immer. Ich muss wieder nach oben.
NICO:
Bis bald!
===============================================
B1-05-Zu wenig Zeit
PEPE:
Hast du kurz Zeit?
TAREK:
Ja.
MAX:
Hey!
PEPE:
Hey! Es gibt Neuigkeiten! Wir haben einen Investor !
MAX:
Yes!
TAREK:
Was? Einfach so?
PEPE:
Nicht ganz. Er gibt uns vier Wochen Zeit. Das heißt, wir müssen den Lieferservice in einem Monat starten.
TAREK:
In einem Monat? Wozu soll das denn gut sein?
PEPE:
Na ja, er will sehen, dass wir es wirklich ernst meinen .
MAX:
Wir meinen es ernst! Deshalb brauchen wir auch mehr Zeit zum Planen und so. Das schaffen wir nie im Leben in vier Wochen!
TAREK:
Wozu brauchen wir am meisten Zeit?
MAX:
Na ja, wir brauchen bestimmt viel Zeit zum Ausbauen der Küche. Das dauert mindestens drei bis vier Wochen – wenn es gut läuft.
TAREK:
Außerdem brauchen wir noch … ein paar Wochen, um neues Personal einzustellen. Das geht auch nicht so einfach. Die müssen ja auch noch eingearbeitet werden.
MAX:
Und du? Was musst du noch machen?
PEPE:
Ich erstelle die App und die Webseite und überarbeite den Businessplan. Aber das geht relativ schnell .
MAX:
Das wird stressig. Ich weiß nicht, ob wir das schaffen. Die Arbeit im Restaurant ist ja auch noch da. Wir können ja nicht einfach schließen.
TAREK:
Können wir den Termin nicht verschieben?
PEPE:
Nein. Und es gibt noch eine Bedingung …
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B1-06-Keine Zeit
LISA:
Ich habe meinen Terminplan verlegt. Hast du ihn gesehen?
SEBASTIAN:
Nein.
LISA:
Verdammt! Egal! Ich kann weitersuchen, während ich telefoniere.
SEBASTIAN:
Achtung! Frisch gewischt.
NINA:
Cool!
SEBASTIAN:
Mhm …
NINA:
Was macht Lisa?
SEBASTIAN:
Tja. Die macht wieder alles gleichzeitig . Die telefoniert, während sie die Sachen zusammenpackt. Und es stört mich auch überhaupt nicht, dass sie hier ständig durch das frisch gewischte Wohnzimmer rennt, während sie telefoniert.
NINA:
Ach komm schon! Du siehst doch, dass Lisa Stress hat.
SEBASTIAN:
Bist du jetzt wieder auf ihrer Seite?
NINA:
Wir haben uns wieder vertragen, ja. Außerdem ist Streit auch ein Stressfaktor , und ich muss mich entspannen.
SEBASTIAN:
Warum musst du dich entspannen?
NINA:
Darum!
SEBASTIAN:
Heißt das, du behältst das Baby?
LISA:
Du, Nina, dein Termin beim Frauenarzt, der ist doch um halb vier, oder?
NINA:
Ja. Aber ich kann auch alleine hingehen.
LISA:
Das kommt gar nicht in Frage. Ich hab’s dir doch versprochen. Während wir beim Arzt sind, kann ich auch noch ’n bisschen auf meinem Laptop arbeiten. Wir sehen uns in der Praxis, ja?
NINA:
Okay.
LISA:
Okay! Tschüss!
NINA:
Sag mal, hast du Toilettenpapier gekauft?
SEBASTIAN:
Toilettenpapier? Das ist … Stressfaktoren … überall Stressfaktoren …
===============================================
B1-07-Pünktlichkeit
LISA:
Hallo! Vielen Dank fürs Kommen!
INGE:
Sehr gerne. Ist alles in Ordnung?
LISA:
Ach ja, ich musste bloß rennen, um nicht zu spät zu kommen.
Ja. Wir beginnen mit dem Unterricht. Wir haben heute zwei Gäste hier, die mit uns über das Thema Flucht sprechen werden: Inge Kohlhaas und Selma Al-Pascha.
Du, wenn man zu spät kommt, dann sollte man sich wenigstens entschuldigen. Schließlich waren alle anderen hier pünktlich da, ja?
SCHÜLERIN:
’tschuldigung!
LISA:
Also, beide Familien mussten aus ihrer Heimat fliehen …
Du auch! Wenn ich zu spät komme, dann entschuldige ich mich. Findest du es in Ordnung, dass ich den Unterricht jedes Mal wieder unterbrechen muss? Das stört alle.
SCHÜLERIN:
Entschuldigung.
LISA:
Also mir reicht’s langsam, ja? Diese ständige Unpünktlichkeit ist absolut inakzeptabel und überhaupt kein Grund zum Grinsen. Setz dich! Können wir jetzt weitermachen?
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B1-08-Jetzt oder nie
TAREK:
Auf gar keinen Fall!
PEPE:
Aber wieso? Dadurch ist das Risiko für euch nicht so hoch.
TAREK:
Pepe, ich weiß nicht, ob du uns richtig verstanden hast, aber es gibt kein Risiko mehr, weil es nämlich keinen Deal mehr gibt.
MAX:
Ich weiß auch nicht, ob das ’ne gute Idee ist. Der will für sein Geld 50 Prozent von unserem Geschäft haben! Das ist viel zu viel!
TAREK:
Das war doch klar, dass der uns nicht einfach so viel Geld gibt.
PEPE:
Nein, das war nicht klar. Und ich hätte nicht gedacht, dass er euer Geschäftspartner werden will und 50 Prozent fordert .
TAREK:
Die bekommt er ganz sicher nicht, denn wir brauchen ihn nicht.
PEPE:
Ich arbeite jedenfalls nicht umsonst.
TAREK:
Das sollst du auch nicht. Mir war die ganze Sache sowieso viel zu riskant !
MAX:
Tarek …
TAREK:
Was denn? Mich wundert, dass du unser Restaurant größer machen willst. Bist du unzufrieden?
MAX:
Nein.
PEPE:
Max? Was ist der Plan?
MAX:
Es tut mir leid, Pepe. Tarek hat recht. Es ist unser Restaurant. Wir wollen keinen Investor.
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B1-09-Heimat
LISA:
Woher stammt Inges Familie? Was glaubt ihr? Na? Wer möchte es versuchen?
SCHÜLER:
Ich glaube, dass sie aus Deutschland kommt.
INGE:
Ja … und nein. Der Ort, aus dem meine Familie kommt, liegt heute in Polen. Aber als meine Eltern dort lebten, lag er noch in Deutschland.
LISA:
Wer kann mir sagen, wann das war?
SCHÜLERIN:
Das war bestimmt vorm Zweiten Weltkrieg .
INGE:
Ganz genau. Und als Deutschland den Krieg verloren hat, mussten meine Eltern unsere Heimat verlassen. Da war ich noch nicht geboren.
SCHÜLERIN:
Gab es damals genauso viele Flüchtlinge wie heute?
INGE:
Ha! Sogar mehr. Und die Menschen kamen in ein Land, in dem sehr viel kaputt war. Immerhin konnten sie die Sprache verstehen. Denn sie haben auch zu Hause Deutsch gesprochen. Das war sicher ein großer Vorteil. Da hat es deine Familie nicht so leicht.
SCHÜLERIN:
Wo ist Ihre Heimat? Hier oder der Ort, aus dem Ihre Familie stammt?
INGE:
Ja, das kleine Dorf, aus dem meine Familie kommt, ist auch ein Teil von mir. Ach, meine Mutter hat mir viele Geschichten aus ihrer Jugend und Kindheit dort erzählt. Ich bin mit meinen Eltern noch ein paar Mal da gewesen. Aber meine Heimat ist hier, in Deutschland.
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B1-10-Krieg und Frieden
LISA:
Selma, du hast auch Fotos mitgebracht.
SELMA:
Ja. Also, die Fotos zeigen meine Heimatstadt in Syrien. Das ist die Straße, in der wir gewohnt haben.
LISA:
Wirklich schön. Wenn ich das sehe, denke ich sofort an Urlaub. Während Selma spricht, könnt ihr gerne Notizen machen.
SELMA:
Ja, es gab viele Touristen, als noch Frieden war. Aber jetzt ist alles anders. Viele Häuser und Wohnungen sind zerstört. Sehr viele Menschen sind vor dem Krieg geflohen, und es kommen natürlich auch schon lange keine Touristen mehr.
SCHÜLER:
Willst du wieder zurück? Denkst du oft an deine Heimat?
SELMA:
Ich denke sogar sehr oft an meine Heimat. Hier ist es auch schön, aber ich möchte gerne wieder zurück nach Hause. Aber im Moment ist das nicht möglich. Wir versuchen jetzt, hier ein neues Leben zu beginnen.
SCHÜLER:
Schicke Krone.
SELMA:
Ja, das war mein sechzehnter Geburtstag. Daran erinner ich mich gut. Wir haben richtig toll gefeiert. Es gab so viel zu essen, dass allen am Abend ganz schlecht war.
SCHÜLER:
Ist das Ihre Familie?
INGE:
Ja genau. Das ist meine Familie. Das kleine Mädchen bin ich. Das war für mich ein ganz besonderer Tag, weil ich das erste Mal mein neues Kleid anhatte. Es war etwas Besonderes. Meine Eltern hatten nicht sehr viel Geld damals.
LISA:
Vielen Dank für die tollen Geschichten und die Fotos. Das war’s auch schon wieder.
SCHÜLER:
Darf ich mit Ihnen und Selma noch ein Foto machen?
INGE:
Klar.
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B1-11-Die Mauer
NICO:
Hi, Yara!
YARA:
Schau dir das Fahrrad an, Nico! Wunderschön, oder?
NICO:
Na ja.
YARA:
Als ich nach Deutschland gekommen bin, hatte ich auch so ein Fahrrad. Es ist leider irgendwann kaputtgegangen.
NICO:
Ist das nicht auch kaputt?
YARA:
Was? Nein!
NICO:
Na ja, das Fahrrad sieht aus wie Schrott .
JACQUES:
Er weiß ja nicht, was er da sagt. Schrott!
YARA:
Nein, das weiß er wirklich nicht.
JACQUES:
Als ich in deinem Alter war, hab ich von diesem „Schrott“ geträumt!
YARA:
Nico, das ist Otto. Er sammelt Fahrräder.
JACQUES:
Ah, ich sammle viel zu viel. Deshalb verkaufe ich manche Dinge – am liebsten an so nette Menschen wie Yara.
NICO:
Hallo, ich bin Nico, der Neffe von Yara. Ich wollte nicht unhöflich sein.
JACQUES:
Ist schon gut.
NICO:
Was ist denn nun so besonders an diesem Fahrrad?
YARA:
Das ist ein altes Fahrrad aus der Deutschen Demokratischen Republik. Seit der Wiedervereinigung gibt es die DDR nicht mehr.
NICO:
Ja, das hab ich in der Schule gelernt.
JACQUES:
Ja, siehst du? Und dieses Klapprad wurde in der DDR produziert, als es das Land noch gab. Dieser Typ wird heute gar nicht mehr gebaut.
NICO:
Sagten Sie „Klapprad“?
JACQUES:
Ja, weil man es zusammenklappen kann. Pass auf!
YARA:
Oh, Vorsicht! Nicht, dass es jetzt noch kaputtgeht! Dieses Fahrrad ist ein Stück Geschichte .
JACQUES:
Ja, so wie ich, wenn ich nicht gleich was esse.
YARA:
Mach’s gut, Otto. Und vielen Dank! Das Fahrrad bedeutet mir viel!
JACQUES:
Pass gut drauf auf!
YARA:
Tschüss! Nico!
NICO:
Stabil ist es nicht. Schrott!
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B1-12-Wiedervereinigung
NICO:
Warum werden diese Fahrräder eigentlich nicht mehr gebaut?
YARA:
Die Räder werden nicht mehr gebaut, weil es die Firma nicht mehr gibt. Hierher!
NICO:
Aber diese … Klapp… Klappräder waren doch sehr beliebt?
YARA:
Ja, in der DDR. Aber nach der Wende wurden viele Firmen in der ehemaligen DDR geschlossen.
NICO:
Was bedeutet „Wende“?
YARA:
So nennt man die Zeit der Wiedervereinigung. Das war die Zeit, als aus Ostdeutschland und Westdeutschland ein Land wurde.
NICO:
Okay. Aber warum mussten diese Firmen schließen? Das versteh ich nicht.
YARA:
Ostdeutschland und Westdeutschland waren nicht nur geteilt. Es waren zwei total unterschiedliche Länder mit völlig verschiedenen politischen Systemen .
NICO:
Und unterschiedlichen Währungen , und die Menschen in der DDR konnten nicht so einfach ihre Verwandten oder Freunde im Westen besuchen oder in andere westliche Länder reisen so wie heute. Das weiß ich ja alles.
YARA:
Ja, und irgendwann hatten viele Ostdeutsche genug von der DDR und haben für mehr Freiheit demonstriert. Und als die Grenze dann endlich weg war, da gab es viele Produkte aus der ehemaligen DDR auch nicht mehr.
NICO:
Aber die Produkte waren ja nicht schlecht?
YARA:
Nein. Aber die Menschen wollten eben Veränderung . So! Und jetzt bringen wir das Rad mal wieder so richtig auf Vordermann.
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B1-13-Alltagsprobleme
TAREK:
Zum Wohl!
GAST:
Danke!
MAX:
Wir haben so schon viel zu tun. Es war ganz sicher die richtige Entscheidung, den Betrieb nicht zu vergrößern.
TAREK:
Das denk ich auch. Aber wir könnten unser Restaurant trotzdem ein bisschen … verändern.
MAX:
Denkst du an was Bestimmtes?
TAREK:
Na ja. Ich finde die Idee mit dem Lieferservice immer noch total gut, aber wir sollten nicht an Privatpersonen liefern, sondern an Institutionen. Zum Beispiel an die Tafel, Kindergärten, Altenheime …
MAX:
Du meinst einen kostenlosen Service mit Zutaten, die übrig bleiben? Die Idee ist nicht schlecht.
TAREK:
Denk drüber nach!
Mahlzeit! Was darf’s denn sein?
IBRAHIM:
Einen griechischen Salat bitte und ein Wasser.
TAREK:
Sie können wohl keine Pommes mehr sehen, was?
IBRAHIM:
Vor allen Dingen kann ich sie bald nicht mehr riechen. Dieser … Geruch nach Fett … ist ziemlich eklig. Aber ich möchte mich auch nicht beklagen.
MAX:
Ach bei uns dürfen Sie das.
IBRAHIM:
Ich hoffe, dass ich bald wieder als Arzt arbeiten kann.
MAX:
Sie sind Arzt?
IBRAHIM:
Ja, in Syrien war ich Arzt. Ich bin Urologe. Aber hier hab ich noch Probleme mit der Sprache. Meine Tochter spricht schon viel besser.
TAREK:
Na, da sind Sie bestimmt besonders stolz auf sie.
IBRAHIM:
Ja und nein. Sie macht mir große Sorgen.
MAX:
Das tun Töchter.
TAREK:
Söhne aber auch!
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B1-14-Geldprobleme
YARA:
Jetzt mal ehrlich, Pepe: Wie soll ich dich denn ernst nehmen , wenn du dauernd deine Meinung änderst?
PEPE:
Ja, ich weiß, ich hab dir vor ein paar Tagen gesagt, dass ich dir keine neue Website machen kann. Aber … ich hab nachgedacht, und du hast recht: Familie ist das Wichtigste, und du gehörst zu meiner Familie. Deswegen möchte ich dir helfen.
YARA:
Aha. Soll das jetzt heißen, dass du doch eine Website für mich machst?
PEPE:
Ja. Also natürlich müssen wir noch über den Preis sprechen, aber ich mach dir da ’n faires Angebot – familienfair sozusagen …
YARA:
Nein!
PEPE:
Wie „nein“?
YARA:
Ich meine: nein. Das Geschäft mit Max und Tarek ist geplatzt , deshalb kommst du jetzt zu mir, oder?
PEPE:
Ich brauch den Auftrag, Yara.
YARA:
Warum?
PEPE:
Meiner Firma geht es schlecht. Ich hab … ich hab finanzielle Probleme. Ich hab Schulden, Yara. Darum brauch ich die Aufträge.
NICO:
Du hast kein Geld mehr, hm? Weißt du, was unsere Eltern immer sagen? Nimm dir ein Beispiel an Pepe! Mach es wie er! Beende dein Studium und werde so erfolgreich wie Pepe! Und du hast kein Geld mehr?
PEPE:
Ja, tut mir leid, Nico! Ich hab gelogen. Ich wollte, dass unsere Eltern stolz auf mich sind.
NICO:
Wahnsinn …
PEPE:
Was soll ich denn jetzt machen?
YARA:
Du wirst die Wahrheit sagen. Keine Show mehr. Keine teuren Autos, keine teuren Hotels. Das muss alles aufhören. Du musst ganz neu anfangen.
PEPE:
Ich bekomm aber keine neuen Aufträge, wenn die Leute sehen, dass ich kein Geld hab.
YARA:
Du bekommst meine Website. Mach was draus.
PEPE:
Okay.
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B1-15-Tipps und Ratschläge
LISA:
Hallo! Oh, Entschuldigung! Wartest du schon lange?
NINA:
Na ja. Wir haben noch Zeit. Warmen Tee?
LISA:
Oh, danke schön. Ich bin in letzter Zeit ziemlich gestresst, weil einige Kollegen krank sind.
NINA:
Wirklich nur in letzter Zeit? Wie lange willst du das eigentlich noch machen? Ich finde, du solltest einfach mal weniger arbeiten. Du könntest auch mal Nein sagen. Hm?
LISA:
Mhm.
NINA:
Ja, ich bin heute auch gestresst wegen dem Termin. Ich weiß immer noch nicht, ob ich das Kind überhaupt will. Sebastian meint, ich muss mich endlich entscheiden.
LISA:
Das stimmt. Aber zum hundertsten Mal, Nina: Du schaffst das! Du kannst auch … du kannst auch eine Beratung machen. Vielleicht hilft dir das.
NINA:
Okay. Aber nur, wenn du einen Yoga-Kurs machst, um etwas gegen deinen Stress zu tun.
LISA:
Nur, wenn du mitkommst.
NINA:
Lisa, du bist auch nur ein Mensch. Vergiss das nicht, ja?
LISA:
Ja. Apropos Mensch: Da ist einer in deinem Bauch, der heute untersucht werden soll. Oh, das …
NINA:
Ja, ist okay. Lass uns einfach reingehen und dann schauen wir weiter, ja?
LISA:
Ja. Ich … ich wollte nicht …
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B1-16-Alle haben Probleme
PEPE:
Nico … Ich war die letzten Jahre kein guter Bruder. Ich … ich war nicht für dich da. Ich hab nur an die Firma gedacht. Und … am Anfang lief die auch wirklich gut. Ich … ich hab nicht die ganze Zeit gelogen.
NICO:
Vergiss es! Ich will nicht mehr zurückschauen. Was passiert ist, ist passiert.
PEPE:
Ja … leider.
NICO:
Jetzt sind wir beide hier und fangen neu an.
PEPE:
Mach nur nicht den gleichen Fehler wie ich.
NICO:
Mach dir keine Sorgen. Ich helfe meinem Bruder. Wir sind eine Familie. Wir passen auf uns auf und unterstützen einander.
PEPE:
Ja. Und wir geben nicht auf, versprochen? Versprich mir das!
NICO:
Versprochen.
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B1-17-Jobsuche
BERATERIN:
Das haben Sie geschrieben? Das ist super. Haben Sie die Bewerbung denn auch abgeschickt?
SELMA:
Nein, der Text war nicht für eine bestimmte Bewerbung, sondern nur eine Übung in meinem Sprachkurs.
BERATERIN:
Dann wird es Zeit, dass wir die Theorie in die Praxis umsetzen. Sie haben jetzt hier eine Aufenthaltserlaubnis. Mit dieser Erlaubnis dürfen Sie nicht nur in Deutschland wohnen, sondern können hier auch arbeiten oder studieren. Sie haben die B1-Prüfung bestanden und wie ich das hier so sehe, ist B2 auch für Sie gar kein Problem. Haben Sie schon mal über die Möglichkeit nachgedacht, hier zu studieren?
SELMA:
Ja, aber …
BERATERIN:
Sie wissen nicht, was Sie studieren möchten?
AYA:
Selma ist sehr gut mit Zahlen.
BERATERIN:
Interessieren Sie sich für ein technisches Fach?
SELMA:
Eigentlich macht mir kreative Arbeit mehr Spaß.
BERATERIN:
Nun, es gibt viele Berufe, in denen man nicht nur technisch und mathematisch interessiert, sondern auch kreativ sein muss. Vielleicht interessieren Sie sich für die Arbeit im Produktdesign oder im Social-Media -Bereich . Mein Vorschlag: Bewerben Sie sich für ein Praktikum in einer Firma. Dann sehen Sie, ob Ihnen die Arbeit Spaß macht, okay? Ich such Ihnen mal etwas Informationsmaterial raus.
SELMA:
Danke, Mama.
BERATERIN:
Bitte schön!
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B1-18-Stellenanzeigen
SELMA:
Das sind so viele Stellenanzeigen für Praktika. Ich kann mich gar nicht entscheiden.
NICO:
Dann entscheide ich. Lies vor!
SELMA:
Okay, zum Beispiel hier: „Zuverlässige, zielorientierte und flexible Praktikanten im Bereich Grafikdesign . Junges, motiviertes Team sucht Verstärkung . Du willst Erfahrungen sammeln und hast Interesse an Design? Dann schick uns deine Bewerbung an …“ und so weiter.
NICO:
Ich hab nicht alles verstanden.
SELMA:
Es ist eine Anzeige für ein Praktikum im Bereich Grafikdesign.
NICO:
Und was macht man da im Praktikum?
SELMA:
Ich weiß nicht genau. Aber ich finde, dass sich das gut anhört.
NICO:
Was hast du noch?
SELMA:
Eine Stellenanzeige von einem Architekturbüro. Die suchen auch Praktikanten.
NICO:
Architekt klingt nach einem Beruf, der Spaß macht.
SELMA:
Ja, aber ich weiß nicht, ob ich das kann. Hier: „Zuverlässige, kreative Praktikantin …“
AYA:
Mit wem sprichst du?
SELMA:
Ich? Ach so, ich übe nur ein paar Sätze für ein Bewerbungsgespräch.
AYA:
Du schaffst das. Hilfst du mir beim Essen?
SELMA:
Ja, ich komm gleich.
Ich muss Schluss machen.
NICO:
Okay. Du schreibst die Bewerbung für das Architekturbüro!
SELMA:
Und du schreibst die Bewerbung für die Schauspielschule!
NICO:
Ich weiß nicht. Ich wollte doch die Ausbildung zum Zweirad…
SELMA:
Kannst du ja trotzdem. Du sollst es wenigstens versuchen!
NICO:
Okay.
SELMA:
Okay. Tschüss!
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B1-19-Eine Bewerbung schreiben
PEPE:
Hey!
NICO:
Huhu!
YARA:
Hey!
PEPE:
Ich hab grad mein Auto verkauft.
YARA:
Sehr gut! Du kannst mal Nicos Bewerbung für die Schauspielschule lesen. Er will’s jetzt doch versuchen.
NICO:
Was? Wozu das denn?
YARA:
Wozu? Du bist gut! Es ist wichtig, dass alles korrekt ist.
PEPE:
Also! Name, Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, Geburtsort, Nationalität: Spanier. Das ist soweit in Ordnung. Hm … Schulausbildung ist hier … Sprachkenntnisse , Computerkenntnisse – okay, Interessen und Fähigkeiten … Seit wann interessierst du dich denn für modernes Theater? Das hast du selbst geschrieben?
NICO:
Ja!
PEPE:
Also, der Lebenslauf ist bis auf ein paar kleine Rechtschreibfehler so schon in Ordnung. Ich würd vorschlagen, wir schauen uns mal dein Motivationsschreiben an.
NICO:
Na los, fangen wir an.
PEPE:
Also hier können wir auf jeden Fall noch ’n paar Formulierungen ändern. Dein Motivationsschreiben muss überzeugender sein. Mach es persönlich. Warum willst du auf diese Schule und warum bist du der Richtige dafür? Du interessierst dich doch für das Studium, oder?
NICO:
Klar! Danke, Pepe. Bis morgen.
PEPE:
Gern, bis später.
Da ist noch was. Hier: die Struktur deiner Website. Ich hab ’n paar kurze Texte geschrieben und … Ist nur ’n erster Entwurf, aber … schau einfach mal rein.
YARA:
Werd ich machen! Danke.
PEPE:
Bis später, Yara.
YARA:
Bis dann.
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B1-20-Der erste Eindruck
NICO:
Mein Bruder hat sich total verändert. Die letzten Wochen waren … großartig mit ihm.
SELMA:
Apropos großartig: Ich hab ein paar gute Tipps für dich, damit du gut auf dein Bewerbungsgespräch vorbereitet bist.
NICO:
Wie meinst du das?
SELMA:
Ich hab eine Zusage für das Praktikum!
NICO:
Wirklich? Wow!
SELMA:
Ja!
NICO:
Davon hast du mir gar nix erzählt. Wann war denn das Bewerbungsgespräch?
SELMA:
Heute Vormittag. Es war gar nicht so schlimm, sondern eigentlich sogar ziemlich angenehm. Mit Lisas Hilfe war ich wirklich gut vorbereitet. Sie hat mir gesagt, um bei Bewerbungsgesprächen zu überzeugen, muss man auf ein paar Sachen achten.
NICO:
Zum Beispiel?
SELMA:
Du solltest dich vorher über die Ausbildung und die Schule informieren. Das hab ich auch gemacht und deshalb war ich wohl auch gar nicht so aufgeregt und habe alle Fragen sofort verstanden!
NICO:
Du bist unglaublich!
SELMA:
Sie haben sofort zugesagt. Ich muss ihnen nur noch ein paar Dokumente schicken, um schnell anfangen zu können.
NICO:
Das müssen wir feiern. Hm?
SELMA:
Ich würde gerne, aber … ich muss jetzt gehen, damit ich rechtzeitig zu Hause bin.
NICO:
Wieso? Ich dachte, deine Eltern kontrollieren dich nicht mehr so sehr.
SELMA:
Ja. Und so soll es jetzt auch bleiben! Wir sehen uns!
NICO:
Bis dann!
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B1-21-Typisch
YARA:
Hallo, Pepe. Danke, dass du so schnell kommen konntest.
PEPE:
Worum geht’s denn?
YARA:
Ich habe ein Problem mit meiner Webseite. Ich habe gestern Abend ziemlich lange versucht …
PEPE:
Zeig mal her! So, bitte!
YARA:
Das hast du mir aber anders gezeigt.
PEPE:
Ja, schon okay. Frauen und Technik, das passt eben nicht zusammen. Immerhin kannst du Fahrräder reparieren.
YARA:
Entschuldigung?
PEPE:
Was? Das war ’n Kompliment.
YARA:
Das soll ein Kompliment gewesen sein? Du hast ja keine Ahnung. „Frauen und Technik“ – was für ein blödes Klischee !
PEPE:
Okay. Aber jetzt konzentrier dich mal wieder auf die Webseite. Also, mach es so, wie ich’s dir gezeigt hab. Ist eigentlich ganz einfach – sogar für Frauen.
YARA:
Du machst es schon wieder!
PEPE:
Was denn?
YARA:
Na, „sogar für Frauen“. Es muss aber nicht immer alles ganz einfach sein, damit ich es verstehe. Es gibt bestimmt jede Menge Frauen, die besser programmieren können als du!
PEPE:
Ja, das kann sein, aber trotzdem gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Und ich kenne ziemlich viele Frauen, die eben nicht mit Computern umgehen können.
YARA:
Aha? So ein Unsinn!
PEPE:
Ja. Ich finde, die meisten Frauen machen irgendwie alles komplizierter, als es ist.
YARA:
Männer auch. Ich finde nicht, dass das typisch weiblich ist.
PEPE:
Machen wir jetzt weiter mit der Webseite?
YARA:
Ja.
PEPE:
Wie wär’s mit Pink?
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B1-22-Anders!
INGE:
Und bald fahren wir gemeinsam in den Urlaub!
MAX:
Und du glaubst, dass es eine gute Idee ist?
INGE:
Ja, wieso denn nicht? Im Gegensatz zu den meisten Männern ist Jacques rücksichtsvoll , charmant, humorvoll, romantisch …
TAREK:
Was heißt denn „im Gegensatz zu den meisten Männern“?
INGE:
Na, viele Männer sind unsensibel und reagieren verständnislos, wenn sie …
hey, hey, hey!
MAX:
Es tut mir leid, aber Klischees werden hier nicht bedient.
INGE:
Ihr seid aber heute auch sensibel.
NICO:
Hi!
INGE:
Hallo, Nico!
TAREK/ MAX:
Hi, Nico!
MAX:
Warum haben wir deinen Jacques eigentlich noch nicht gesehen? Hast du kein Foto von ihm?
TAREK:
Oder sieht er vielleicht gar nicht so gut aus, wie du immer sagst?
INGE:
Jetzt werd bloß nicht frech! Jacques ist sehr attraktiv . Er ist groß und schlank , er hat schöne Augen und … Moment! Hier.
NICO:
Kann ich das bitte noch mal sehen? Das ist Otto, der Fahrradhändler von Yara.
INGE:
Wie bitte? Ein Fahrradhändler? So ein Quatsch! Das ist Jacques!
NICO:
Ich sag ja nur, dass er so aussieht.
INGE:
Wieso red ich überhaupt mit euch?
MAX:
Weil du uns magst, liebe Inge!
TAREK:
Und weil wir immer noch die besten Köche sind, die du kennst.
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B1-23-Jobs und Gender
SEBASTIAN:
Hier, guck mal. Ich hab einen Fotoauftrag von einer Frauenzeitschrift bekommen.
NINA:
Das sieht eher nach ’ner Männerzeitschrift aus.
SEBASTIAN:
Findest du das zu …?
NINA:
Ich find’s gut. Aber worum geht’s denn?
SEBASTIAN:
Also, das Thema sind Frauen- und Männerberufe. Deshalb hab ich diese Frau in der typischen Berufsbekleidung eines Bauarbeiters dargestellt.
NINA:
Okay. Also du möchtest Frauen in typischen Männerberufen fotografieren oder auch Männer in typischen Frauenberufen?
SEBASTIAN:
Beides. Es geht um Gleichberechtigung und Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen. Ja. Und ich überlege die ganze Zeit, welche Berufe typische Männerberufe sind.
NINA:
Na ja, die Handwerkerberufe, oder? Lackierer , Maurer , Klempner , Berufskraftfahrer …
SEBASTIAN:
LKW-Fahrer hab ich auch schon auf meiner Liste. Und bei den typischen Frauenberufen habe ich: Friseurin, Erzieherin , Sekretärin und Verkäuferin.
NINA:
Es gibt aber auch viele Friseure. Ich finde nicht, dass das ’n typischer Frauenberuf ist.
SEBASTIAN:
Apropos Beruf: Wie lange willst du denn eigentlich noch weitermachen?
NINA:
Wegen des Babys?
SEBASTIAN:
Mhm.
NINA:
Keine Ahnung. So lange es geht. Ich glaube, das Problem wird eher die Zeit nach der Geburt.
SEBASTIAN:
Also, das heißt, du … du willst das Baby auf jeden Fall behalten?
NINA:
Mitbewohner Nummer fünf!
SEBASTIAN:
Ist das schön!
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B1-24-Rollenverteilung
KOLLEGE:
Hast du das grade gehört?
IBRAHIM:
Was denn?
KOLLEGE:
Was denn? Na, dass die Chefin mich grade beschimpft hat! Vor den anderen Kollegen! Obwohl ich manchmal Fehler mache, kann sie so nicht mit mir sprechen.
IBRAHIM:
Ja, stimmt. Das war respektlos. Aber sie ist die Chefin.
KOLLEGE:
Jetzt hör aber auf! Ich sage dir, ich akzeptiere das nicht länger. Was fällt der eigentlich ein? Okay, sie ist meine Chefin. Trotzdem kann sie doch normal mit mir sprechen. Mit Herrn Müller hat es solche Probleme nie gegeben, obwohl er der Chef war! Aber diese Frauen!
IBRAHIM:
Na ja …
KOLLEGE:
Was denn sonst? Männer gehen arbeiten. Frauen machen den Haushalt. Dafür gibt es gute Gründe! Dann macht jeder, was er am besten kann.
IBRAHIM:
Jetzt mal langsam. Ich seh das ganz anders. Meine Tochter Selma arbeitet und möchte bald studieren. Und ich bin sehr stolz auf sie.
KOLLEGE:
Ich rede ja gar nicht von deiner Tochter. Gegen die hab ich ja gar nix. Aber so eine Situation wie grade wär mit dem letzten Chef nicht passiert. Der war total anders! Ibrahim! Ibrahim! Ibrahim! Hey!
Ja? Ja, ich brauch bitte einen Krankenwagen. ’n Kollege von mir ist grad umgekippt. Ich weiß nicht …
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B1-25-Partnersuche
JACQUES:
Beschreiben Sie sich mit eigenen Worten, um die Partnersuche zu erleichtern. Ja. Mein Name ist … Milan. Ich bin 75 Jahre alt, aber trotzdem noch sehr aktiv. Ich bin für alles offen . Ich bin ein … humorvoller, loyaler Mann und suche eine sportliche, charmante Frau …
INGE:
Jacques?
JACQUES:
Inge!
INGE:
Warst du bei der Bank?
JACQUES:
Ja, ich war bei der Bank.
INGE:
Und?
JACQUES:
Es gibt da immer noch irgendein Problem.
INGE:
Hast du …?
JACQUES:
Ja, ich habe alle wichtigen Formulare ausgefüllt, trotzdem schaffen sie es nicht, meine Überweisung zu bearbeiten. Ich verstehe das wirklich nicht!
INGE:
Aber du musst doch die Übernachtung und die Fahrt heute noch bezahlen.
JACQUES:
Ich weiß, ich weiß. Es tut mir leid, Inge. Das ist so peinlich . Erst lade ich dich ein und … und dann passiert so was. Aber wenn die Bank das Problem nicht lösen kann, müssen wir stornieren.
INGE:
Auf keinen Fall! Du hast vielleicht Probleme mit deiner Bank, trotzdem fahren wir ein paar Tage weg. Ja, ich kann die Reise doch bezahlen. Das ist kein Problem!
JACQUES:
Auf keinen Fall!
INGE:
Ach, Jacques! Du bist kein Fremder aus dem Internet. Ich habe dich nicht in irgendeinem Partnerportal kennengelernt. Ich kenne dich lange genug. Ich vertraue dir.
JACQUES:
Natürlich …
INGE:
Also, ich bezahle die Reise. Keine Diskussionen. Wenn du unbedingt willst, kannst du mir das Geld zurückgeben, wenn du die Probleme mit der Bank gelöst hast. Einverstanden ?
JACQUES:
Einverstanden.
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B1-26-Partnerschaft
NICO:
Es ist wichtig, auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen . Es ist wichtig, Versprechen zu halten .
SEBASTIAN:
Nico? Nico? Kannst du mir bitte ’n Putztuch bringen?
NICO:
Es ist sinnvoll , einen Putzplan zu erstellen.
SEBASTIAN:
Nico! Ich brauch ’n Putztuch. Das ist ein Geschirrtuch. Ich brauche ein Putztuch oder ein Wischtuch. Hier. Putztuch.
NINA:
Hey! Ihr macht sauber?
SEBASTIAN:
Ja. Also, ich mach hier eigentlich seit Wochen ständig sauber. Was ist denn eigentlich aus unserem Putzplan geworden? Ich fand die Idee super, die Arbeit aufzuteilen, und eine Schwangerschaft ist übrigens kein Grund, nicht mitzuhelfen.
NINA:
Ich finde schon.
SEBASTIAN:
Ich finde nicht. Nico und ich, wir … also ich … mach hier fast die ganze Arbeit alleine.
NINA:
Ich darf mich aber nicht anstrengen .
SEBASTIAN:
Dann kaufen wir doch einen Saugroboter.
NINA:
Jetzt fang nicht an, wieder von diesem Roboter zu erzählen.
Nico, alles okay?
NICO:
Keine Ahnung. Selma antwortet seit gestern Abend nicht mehr.
===============================================
B1-27-Männer und Frauen
NINA:
Steckt ihr in einer Beziehungskrise ?
NICO:
Eine was?
SEBASTIAN:
Was Nina meint, ist: Habt ihr euch gestritten?
NICO:
Nein.
NINA:
Selma antwortet nicht. Na und? Vielleicht hat sie einfach keine Zeit, mit dir zu schreiben. Und sie arbeitet doch jetzt auch, oder?
NICO:
Aber sie geht seit gestern nicht ans Telefon , obwohl ich dreimal angerufen habe.
NINA:
Ja, das kann tausend Gründe haben. Wahrscheinlich hat sie einfach keine Zeit.
SEBASTIAN:
Ich denke ja: Sie will dich testen. Sie will nicht, dass du aufgibst!
NINA:
So ein Unsinn !
SEBASTIAN:
Das ist überhaupt gar kein Unsinn.
NINA:
Selma hat deinen Anruf bestimmt gesehen. Jetzt warte mal ab , sonst nervst du sie nur.
SEBASTIAN:
Obwohl sie deinen Anruf gesehen hat, geht sie nicht ran. Komisch . Ich denke, sie ist doch sauer. Vielleicht hast du irgendwas Falsches gesagt?
NICO:
Nein, wir haben nur über ihr Praktikum geredet.
SEBASTIAN:
Die Frage ist nicht, worüber ihr gesprochen habt, sondern was du gesagt hast. Zwischen Männern und Frauen, da gibt’s manchmal … Kommunikationsprobleme . Mhm. Ja, vielleicht ist Selma sauer, obwohl für dich alles okay ist. Oder ihr ist irgendwas passiert. Das kann natürlich auch sein.
NINA:
Sebastian!
SEBASTIAN:
Was denn?
NINA:
Mann! Du sollst ihn nicht verunsichern , sondern ihm helfen.
SEBASTIAN:
Ich helf ihm doch!
NICO:
Hm. Ich muss das klären.
NINA:
Also, Basti, du hast wirklich gar keine Ahnung . Von nichts!
SEBASTIAN:
Von nichts.
NINA:
Von nichts.
===============================================
B1-28-Beziehungsprobleme
SELMA:
Hey! Spinnst du?
NICO:
Selma, es tut mir leid …
SELMA:
Was soll das?
NICO:
Warum antwortest du mir nicht? Ich hab dir geschrieben, dich angerufen und …
SELMA:
Das hab ich gesehen.
NICO:
Ich … ich versteh einfach nicht, was los ist. Entweder du sagst mir, warum du mir nicht antwortest, oder ich bleib den ganzen Tag hier vor deinem Haus stehen.
SELMA:
Nico, wovon sprichst du?
NICO:
Ich will einfach nicht, dass es irgendwelche Missverständnisse zwischen uns gibt. Hab ich was Falsches gesagt?
SELMA:
Nico, ich …
NICO:
Ich weiß, entweder wir treffen uns heimlich in der WG oder in der Stadt, aber … aber ich musste dich sehen. Deshalb bin ich gekommen.
SELMA:
Du hast nichts falsch gemacht, Nico. Es hat nichts mit dir zu tun. Wir dürfen uns nicht treffen, Nico. Meine Eltern erlauben es nicht.
NICO:
Ich weiß, aber …
SELMA:
Ich kann nicht mehr lügen, Nico. Ich fühl mich so … so unglaublich schlecht. Gerade jetzt. Meine Eltern dürfen sich jetzt nicht aufregen.
NICO:
Aber was ist denn passiert, hm?
SELMA:
Mein Vater ist wieder im Krankenhaus.
NICO:
Was?
SELMA:
Er hatte einen Herzinfarkt und muss operiert werden.
NICO:
Das tut mir leid. Aber es ist nicht deine Schuld.
SELMA:
Es tut mir leid, Nico.
===============================================
B1-29-Mein Arbeitsplatz
SEBASTIAN:
Selma!
SELMA:
Hallo, Sebastian!
SEBASTIAN:
Ey, schön, dich zu sehen. Geht’s dir gut?
SELMA:
Danke, mir geht’s gut. Ich bin auf dem Weg zu meinem Praktikum. Und du?
SEBASTIAN:
Ja, ich treff mich jetzt mit ’ner Freundin zum Frühstück. Ich hab keine Lust auf dieses Kantinenessen in der Uni. Und wie gefällt dir das Praktikum?
SELMA:
Die Arbeitsbedingungen in der Firma sind toll, obwohl die Arbeitszeiten an manchen Tagen ziemlich lang sind.
SEBASTIAN:
Und dein Chef? Ist der nett?
SELMA:
Er ist streng, aber hilfsbereit und verständnisvoll. Und ich find es gut, dass ich viele verantwortungsvolle Aufgaben habe.
SEBASTIAN:
Cool, das klingt super. Ich hoffe, dass deine Kollegen auch nett und unkompliziert sind.
SELMA:
Ja, aber ich hab mit den meisten nicht viel zu tun. Ich arbeite nicht so viel im Team. Das find ich ein bisschen schade, aber wir treffen uns jeden Mittag zum Essen.
SEBASTIAN:
Na ja, es kann ja nicht gleich am Anfang alles perfekt sein.
SELMA:
Wie geht es Nico?
SEBASTIAN:
Nico? Ja, du, Nico geht’s eigentlich ganz gut. Der ist immer noch auf der Suche nach ’nem Ausbildungsplatz. Soll ich ihn von dir grüßen?
SELMA:
Besser nicht.
SEBASTIAN:
Okay. Dann wünsch ich dir viel Spaß auf der Arbeit!
SELMA:
Danke.
SEBASTIAN:
Bis bald!
SELMA:
Bis bald, Sebastian!
SEBASTIAN:
Ciao!
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B1-30-Mein Gehalt
LISA:
Das gibt’s doch gar nicht! Ich arbeite doch nicht rund um die Uhr, um am Ende nur die Hälfte meines Gehalts zu bekommen! Die spinnen doch!
Oh, sorry.
YARA:
Kein Problem. Ich kenne das. Nach Abzug der Steuer und der Versicherungen bleibt vom Bruttogehalt nicht so viel übrig. Soll ich mal schauen, ob alles stimmt?
LISA:
Mhm. Also, das hier sind die Abzüge für die Einkommenssteuer. Das hier ist die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung.
YARA:
Und die Kirchensteuer .
LISA:
Was, die Kirchensteuer?
YARA:
Mhm.
LISA:
Aber ich bin doch schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten.
YARA:
Also, wenn du ausgetreten bist, dann … musst du auch keine Kirchensteuer bezahlen. Ruf mal an und frage nach.
LISA:
Danke, mach ich. Ist das die neue Website für deinen Fahrradladen?
YARA:
Ja.
LISA:
Cool! Darf ich?
YARA:
Die Website hat schon viel verändert. Seit sie online ist, hab ich fast doppelt so viele Kunden.
NICO:
Im Ernst?
YARA:
Mhm. Das Problem ist: Ich schaffe das nicht mehr alleine. Ich brauche Hilfe im Laden und in der Werkstatt, um die Kunden nicht mehr zu verlieren.
NICO:
Warum guckst du mich so an? Was hast du vor?
YARA:
Ich will dir einen Vorschlag machen.
NICO:
Hm.
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B1-31-112
IBRAHIM:
Danke, das geht schon.
SELMA:
Hat der Mann von der Versicherung schon angerufen?
AYA:
Nein, noch nicht. Und ich hatte auch keine Zeit zum Telefonieren.
SELMA:
Lisa, hast du vielleicht Zeit, den Unfallbericht einmal durchzulesen?
LISA:
Na klar!
IBRAHIM:
Danke für Ihre Hilfe!
LISA:
Kein Problem. Das mach ich doch gerne.
AYA:
Das könnten wir auch bei einer Tasse Tee machen, oder? Trinken Sie eine Tasse mit, Frau Brunner?
LISA:
Gerne.
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B1-32-Gut versichert
LISA:
Ja, okay. Vielen Dank. Auf Wiederhören!
SELMA:
Und?
LISA:
Also, es gibt gute Nachrichten und es gibt schlechte Nachrichten. Die gute: Wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt, dann bezahlt die Versicherung die Reha .
IBRAHIM:
Das ist doch fantastisch.
LISA:
Ja. Und die schlechte Nachricht ist, dass Sie in dieser Zeit möglicherweise kein Gehalt bekommen.
SELMA:
Was? Aber Papa ist doch krankgeschrieben !
LISA:
Das Problem ist, dass Sie einen befristeten Arbeitsvertrag haben, der diese Woche ausläuft . Wenn Sie nicht arbeiten, dann wird Ihr Arbeitgeber den Vertrag bestimmt nicht verlängern . Deshalb muss er Sie auch nicht weiter bezahlen.
SELMA:
Aber Papa hat immer gut gearbeitet. Es gibt keinen Grund …
IBRAHIM:
Selma …
SELMA:
Nein, das ist ungerecht !
LISA:
Wir können da leider nichts machen .
SELMA:
Was ist mit der Unfallversicherung? Mein Vater hatte den Herzinfarkt doch während der Arbeit.
IBRAHIM:
Selma, es war aber kein Arbeitsunfall.
SELMA:
Und wie sollen wir unsere Miete bezahlen?
IBRAHIM:
Das kriegen wir hin. Wir werden eine Lösung finden.
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B1-33-Schule
SEBASTIAN:
Also, das gibt maximal die Note Vier.
NINA:
Pff! Ich will dich mal sehen …
SEBASTIAN:
Kein Problem. Pass auf!
NINA:
Ja, und runter!
SEBASTIAN:
Ich krieg das nicht so gut hin. Wahrscheinlich, weil ich lange keinen Sport mehr gemacht hab. Sport war früher mein Lieblingsfach.
NINA:
Ernsthaft?
SEBASTIAN:
Mhm, deins nicht?
NINA:
Ne! Meine Lieblingsfächer waren Deutsch und Geschichte.
SEBASTIAN:
Oh Gott! Die mochte ich überhaupt nicht. Wahrscheinlich, weil meine Lehrerin mir immer schlechte Noten gegeben hat.
NINA:
Wahrscheinlich hat sie dir schlechte Noten gegeben, weil du schlecht warst.
SEBASTIAN:
Ich konnte Naturwissenschaften immer ziemlich gut: Physik, Bio, Chemie … Mathe! Aber Deutsch und Geschichte …
NINA:
Ich fand Mathe immer superätzend !
SEBASTIAN:
Ich find das hier superätzend. Entschuldige bitte!
LISA:
Geht’s auch ein bisschen leiser? Manche Menschen wollen arbeiten!
SEBASTIAN:
Also wenn ihre Laune nicht besser wird, dann … dann zieh ich aus.
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B1-34-Schulalltag
NICO:
Und ich könnte nach der Ausbildung wirklich bei dir arbeiten?
YARA:
Ja. Das ist mein Angebot. Du müsstest es nur wollen und du müsstest dafür arbeiten.
NICO:
Okay, ich will es! Also, wie geht’s jetzt weiter?
YARA:
Zuerst müsstest du deine spanischen Zeugnisse übersetzen lassen. Sobald du einen Platz an der Berufsschule hast, kannst du mit der Ausbildung beginnen.
NICO:
Und ich kann die Ausbildung wirklich bei dir machen?
YARA:
Ja. Mein Fahrradladen ist ein Meisterbetrieb . Ich darf auch ausbilden .
NICO:
Und ich wäre nach drei Jahren mit der Ausbildung fertig?
YARA:
Genau. Und ich hätte einen top Mitarbeiter!
NICO:
Gut. Muss ich bei der Übersetzung der Zeugnisse irgendwas beachten ? Ich meine: Sind die deutschen Schulabschlüsse anders als die in Spanien?
YARA:
Etwas anders schon. Es gibt den Hauptschulabschluss , den Realschulabschluss und das Abitur. Das kannst du auf dem Gymnasium machen.
NICO:
Aber ich könnte mit meinem spanischen Abschluss hier studieren?
YARA:
Das ist kein Problem. Aber frag lieber noch mal nach.
NICO:
Okay. Ich erkundige mich, ob das mit meinem spanischen Abschluss funktioniert. Hier steht noch, dass ich einen Nachweis über meine Deutschkenntnisse brauche.
YARA:
Du müsstest die B1-Prüfung machen.
NICO:
Dann muss ich auf jeden Fall noch ’ne Menge lernen …
YARA:
Glaubst du, du kannst das schaffen?
NICO:
Auf jeden Fall!
YARA:
Ich bin stolz auf dich!
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B1-35-Lernen
SEBASTIAN:
Lisa? Du, es tut uns leid. Wir wollten dich vorhin nicht stören .
LISA:
Nein, es ist nur … mein Arbeitsplan macht mich total verrückt. Ich weiß echt nicht, wie ich das alles schaffen soll.
SEBASTIAN:
Wolltest du nicht ’n paar Sprachkurse absagen? Oder die Privatstunden ? Ist doch unglaublich stressig, wenn du zu jedem Einzelnen hinmusst.
LISA:
Das ist kein Stress für mich. Außerdem: Mit wem sollen sie denn sonst lernen?
SEBASTIAN:
In ’ner Gruppe? Oder zu zweit? Du könntest dich auch mit ihnen in der Bibliothek treffen … oder ins Café gehen.
LISA:
Ich weiß, ich muss irgendwas reduzieren . Aber ich … ich will niemanden im Stich lassen .
SEBASTIAN:
Lisa …
LISA:
Ich weiß, ich weiß. Ich denk drüber nach. Aber jetzt muss ich erst mal neues Material für die nächste Förderstunde zusammensuchen.
SEBASTIAN:
Was ist das Thema?
LISA:
Es geht um Berufe. So, wo sind jetzt meine Notizen? Die haben doch eben noch hier gelegen. Oder hab ich die in der Küche liegen lassen?
SEBASTIAN:
Okay. Hör auf zu suchen! Ich hab ’ne Idee!
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B1-36-Berufe an der Schule
LISA:
Und welcher Beruf ist das?
SCHÜLER:
Bauarbeiter.
LISA:
Im ganzen Satz bitte!
SCHÜLER:
Die Frau, die den Helm trägt, ist eine Bauarbeiter?
LISA:
Bauarbeiter-r-r-r…?
SCHÜLER:
…rin?
LISA:
Sehr gut! Was ist das Besondere an den Fotos, die ich euch eben gezeigt habe?
SCHÜLERIN:
Alle sind verkleidet?
LISA:
Wieso?
SCHÜLERIN:
Na ja … Bauarbeiter ist ein Beruf für Männer, und im Kindergarten arbeiten meistens nur Frauen.
LISA:
Nicht ganz. Viele Männer sind Bauarbeiter. Und viele Frauen sind Kindergärtnerinnen . Aber das sind Berufe, die im Prinzip jeder lernen kann. Du, Zora, kannst Bauarbeiterin werden, wenn du gerne möchtest, und du, Alan, kannst Erzieher in einem Kindergarten werden, wenn du willst. Ihr könnt die Berufe lernen, die euch interessieren und die euch Spaß machen. Egal, was es ist. So, schaut bitte auf die Arbeitsblätter , die ich ausgeteilt habe!
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B1-37-Die Berufswahl
PEPE:
Ich musste die Büros verkaufen.
YARA:
Und wo arbeitet ihr jetzt?
PEPE:
Zu Hause oder in Cafés. Es ist schwierig, aber es geht. Immerhin musste ich niemanden entlassen .
NICO:
Und hast du neue Aufträge? Ich mein, wovon willst du jetzt leben?
PEPE:
Ich rede gerade mit ’n paar kleineren Firmen, die sich für unsere Arbeit interessieren. Es sieht ganz gut aus, und wenn das klappt, können wir die Schulden bald abbezahlen. Und du? Arbeitest bald bei Yara? Du kannst dich ja auch noch bei mir bewerben.
NICO:
Zuerst mach ich eine Ausbildung. Dafür muss ich eine Sprachprüfung machen.
PEPE:
Wofür brauchst ’n diese Ausbildung? Wenn du die Sprachprüfung gemacht hast, kannst du doch auch studieren.
NICO:
Aber ich will nicht studieren.
PEPE:
Du willst also wirklich lieber Zweiradmechatroniker werden? Aber wovon willst du leben? Womit willst du dein Geld verdienen? Mit kaputten Fahrrädern?
YARA:
Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich habe keine Schulden.
PEPE:
Ich will ja nur, dass du jetzt keinen Fehler machst.
NICO:
Okay, worum geht es hier eigentlich? Ich muss nicht reich werden. Ich will, dass mir meine Arbeit gefällt.
PEPE:
Sag das mal unseren Eltern.
NICO:
Wieso sollte ich?
PEPE:
Wir rufen sie gemeinsam an. Wird Zeit, dass wir uns gegenseitig helfen, oder?
NICO:
Okay. Wenn es sein muss.
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B1-38-Weiterbildung
TAREK:
Ist das die letzte?
MAX:
Ja.
TAREK:
Hilfst du mir?
MAX:
Ich muss noch ein paar Getränke servieren. Die Gäste an Tisch 3 haben schon bestellt, als du in der Küche warst.
TAREK:
Kein Problem, das krieg ich auch alleine hin.
NICO:
Oh!
TAREK:
Hi, Nico! Danke schön.
MAX:
Hey!
NICO:
Bitte schön.
Was macht ihr?
MAX:
Was meinst du?
NICO:
Die Kisten.
MAX:
Ach so. Wir liefern die Lebensmittel, die am Wochenende übrig geblieben sind, an soziale Institutionen, die sie gebrauchen können.
NICO:
Cool.
MAX:
Und wo kommst du jetzt her?
NICO:
Ich komme gerade von der Agentur für Arbeit. Ich will ja bald meine Ausbildung beginnen.
MAX:
Bei Yara?
NICO:
Mein spanischer Abschluss ist anerkannt worden.
MAX:
Echt? Super! Freust du dich?
NICO:
Ja, sehr! Als ich klein war, hab ich auch schon gerne Sachen repariert und bald verdien ich damit Geld.
MAX:
Und wenn es irgendwann einmal langweilig wird, machst du einfach eine Umschulung.
NICO:
Hm? Umschulung?
MAX:
Ja. Du lernst etwas Neues. Tarek und ich haben eine Umschulung gemacht, als wir das Restaurant eröffnet haben.
NICO:
Ich helf dir!
TAREK:
Okay. Oh! Och, Nico.
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B1-39-Praktikum
LISA:
Du bist in letzter Zeit nicht so gut vorbereitet, Selma.
SELMA:
Tut mir leid.
LISA:
Du bist immer noch gut. Ich meine nur … ist alles in Ordnung?
SELMA:
Ja, ja. Ich habe nur viel Stress.
LISA:
Dein Praktikum ist wohl ziemlich anstrengend?
SELMA:
Ja, aber es macht auch großen Spaß! Architektur ist superinteressant und mein Chef ist sehr zufrieden mit mir.
LISA:
Ja, alles andere würde mich auch wundern.
SELMA:
Wir nehmen gerade an einer Projektausschreibung teil. Das ist total spannend.
LISA:
Aha. Worum geht es denn?
SELMA:
Es geht um den Entwurf für eine neue Brücke. Und ich darf auch einen Vorschlag machen. Und der Gewinnerentwurf wird vielleicht wirklich gebaut. Stell dir das mal vor: eine richtige Brücke!
LISA:
Wow. Selma, das ist … das klingt großartig.
SELMA:
Danke. Aber es ist eigentlich ein Wettbewerb für junge Architekten. Die können und wissen natürlich viel mehr als ich. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass ich gewinne.
LISA:
Aber es ist ein Anfang!
SELMA:
Bis dann!
LISA:
Bis dann! Ich bin schon sehr gespannt auf deine Brücke!
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B1-40-Studium und Beruf
SEBASTIAN:
Juhu! Ja!
NINA:
Was ist denn los? Alles in Ordnung?
SEBASTIAN:
Wisst ihr, wer vor euch steht?
NINA:
Ein Mann, der blöde Fragen stellt?
SEBASTIAN:
Der Mann mit dem besten Abschluss im gesamten Jahrgang.
LISA/NINA:
Nein!
LISA:
Gratuliere!
NINA:
Schön!
NICO:
Das ist ja toll!
SEBASTIAN:
Ja. Tja, das bedeutet: Ein Ende meines Studiengangs ist in Sicht .
LISA:
Dein Studium ist erst beendet, wenn du deine Studiengebühren abbezahlt hast.
SEBASTIAN:
Tja, wenn ich erst mal arbeite, wird das kein Problem. Könnt ihr euch an die Fotos erinnern, die ich für die Zeitschrift gemacht hab?
LISA:
Mhm.
SEBASTIAN:
Die Berufsporträts? Die Redakteurin hat mir schon einen Job angeboten.
LISA:
Krass.
NINA:
Und nimmst du ihn an?
SEBASTIAN:
Ich weiß noch nicht. Dann wär ich ja angestellt.
NINA:
Und du willst dich lieber selbstständig machen?
SEBASTIAN:
Schon …
NICO:
Was bedeutet „selbstständig machen“?
SEBASTIAN:
Wenn ich selbstständig arbeite, dann bin ich mein eigener Chef. Und ich kann entscheiden, welche Aufträge ich annehme und welche nicht.
LISA:
Aber es kann auch sein, dass du gar keine Aufträge bekommst.
NICO:
So wie bei Pepe, hm?
SEBASTIAN:
Tja, das ist eben ’n bisschen unsicher, ja. Aber das muss ich ja jetzt nicht entscheiden! Später!
LISA:
Cheese!
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B1-41-Wetter und Klima
YARA:
Guten Tag.
IBRAHIM:
Guten Tag.
YARA:
Ich finde es ja auch kalt. Aber übertreiben Sie nicht ein bisschen?
IBRAHIM:
Übertreiben? Ich kann es nicht verstehen, wie man diese lange Kälte aushalten kann.
YARA:
Man gewöhnt sich an das Klima .
IBRAHIM:
Ich hoffe!
YARA:
Woher kommen Sie?
IBRAHIM:
Ich komme aus Syrien.
YARA:
Da ist es natürlich meistens wärmer.
IBRAHIM:
Nur wärmer? Manchmal ist es richtig heiß.
Kennen wir uns?
NICO:
[Nein.]
YARA:
Wie kann ich Ihnen denn helfen?
IBRAHIM:
Ich möchte vielleicht ein gebrauchtes Fahrrad kaufen und mich informieren.
YARA:
Das heißt, Sie haben noch keins?
IBRAHIM:
Genau. Aber meine Tochter Selma. Sie hat ein Fahrrad. Sie fährt damit zur Arbeit und das ist günstiger als eine Monatskarte für die Straßenbahn.
YARA:
Das verstehe ich. Ich zeig Ihnen mal unsere gebrauchten Räder, ja?
IBRAHIM:
Vielen Dank.
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B1-42-Wieder so ein Wetter
INGE:
Hallo!
TAREK:
Inge!
INGE:
Ich hätte gerne das Mittagsmenü und ich möchte nicht nur Bohnen, sondern auch Karotten.
MAX:
Inge, schön, dich zu sehen!
TAREK:
Du wirkst mindestens zehn Jahre jünger.
MAX:
Der Urlaub war offenbar sehr entspannend.
INGE:
Macht euch nur lustig! Ich erfreue mich bester Gesundheit. Es sei denn, Alter ist eine Krankheit.
TAREK:
Heißt das etwa, der Urlaub war anstrengend?
INGE:
Ach, der Urlaub war toll. Das Problem war das Wetter. Je größer die Temperaturschwankungen sind, desto stärker spüre ich meine Knochen .
MAX:
Ich mach dir erst mal einen Tee, dann werden die Beschwerden gleich besser.
INGE:
Ach, das ist lieb, danke!
TAREK:
Inge, wo wart ihr noch gleich?
INGE:
In Ägypten.
TAREK:
In Ägypten!
MAX:
Schön!
INGE:
Ach!
TAREK:
Ich hoffe, ihr wart nicht nur im Hotel, sondern auch im Landesinneren?
INGE:
Unser Hotel war im Landesinneren.
TAREK:
Inge!
INGE:
Aber natürlich haben wir uns auch die Sehenswürdigkeiten angeschaut: das Tal der Könige, Gizeh, die Pyramiden …
MAX/TAREK:
Toll!
INGE:
Ja. Aber diese vielen Touristen! Das war furchtbar! Die alten Pharaonen würden sich im Grabe umdrehen.
TAREK:
Habt ihr etwa keinen Selfie-Stick gekauft?
INGE:
Haha. Jacques wollte. Männer werden einfach nie erwachsen. Ach, danke! Ach! Nee, Jungs, nee.
===============================================
B1-43-Wegen des Wetters
NICO:
Hallo, Inge! Du bist ausm Urlaub zurück.
INGE:
Ja. Und du? Was gibt’s bei dir Neues, Nico?
MAX:
Nico wird bald bei Yara im Fahrradladen eine Ausbildung machen.
INGE:
Wirklich? Das ist ja toll!
TAREK:
Das wird eine harte Zeit, Nico. Das weißt du hoffentlich.
NICO:
Wieso?
TAREK:
Yara ist eine harte Chefin. Du wirst Tag und Nacht arbeiten müssen.
MAX:
Bei uns wäre das anders gewesen. Du hättest im Restaurant die Zeit deines Lebens haben können.
INGE:
Lass dir nichts einreden!
TAREK:
Das stimmt. Zumindest im Winter.
MAX:
Im Sommer ist wegen der vielen Gäste draußen auch mehr Betrieb.
NICO:
Aber im Winter ist es im Fahrradladen ja auch ruhiger: Wegen des Wetters fährt ja fast niemand Fahrrad.
TAREK:
Du wirst dich wundern!
MAX:
Wir zumindest fahren bei Schnee und Eis mit dem Fahrrad. Es tut uns leid, Nico, aber … du wirst nie wieder Freizeit haben.
NICO:
Dafür gibt es im Sommer wegen der Hitze am Mittag eine Siesta.
INGE:
Hahaha. In Spanien vielleicht.
MAX:
Du wirst deine Gewohnheiten ändern müssen.
TAREK:
Also, ich find Siesta super.
MAX:
Ja, vielleicht machen wir eine Siesta. Dann können wir Nico im Fahrradladen besuchen, denn er muss mittags arbeiten.
INGE:
Ich weiß nicht, was mit denen heute los ist.
NICO:
Zu viel Arbeit.
===============================================
B1-44-Es wird wärmer
HAUKE:
Guten Tag, Frau González!
YARA:
Guten Tag.
HAUKE:
Könnte ich bitte einen Kaffee haben?
YARA:
Gerne.
HAUKE:
Wie geht es Ihnen?
YARA:
Danke, gut. Aber vielleicht bald nicht mehr, wenn weiterhin jeder seine Abgase in die Luft bläst.
HAUKE:
Hm?
YARA:
Nicht Sie …
HAUKE:
Schon wieder Herr Murz?
YARA:
Wenn er minutenlang seinen Motor nicht abstellt , dann ist das nicht nur Lärmbelästigung. Es ist auch schlecht für die Umwelt !
HAUKE:
Vielleicht wollte er den Wagen aufheizen.
YARA:
Wenn die Belastung weiter zunimmt und die Klimaprognosen der Forscher und Experten eintreten, dann wird sich hier bald sowieso alles erwärmen . Herzlichen Glückwunsch!
HAUKE:
Also, ich wäre nicht böse über eine Klimaänderung. Die Kälte heute ist wirklich furchtbar.
YARA:
Die globale Erwärmung ist eine Tatsache. Es wird immer wärmer. Und es werden immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen. Von Menschen wie Herrn Murz!
HAUKE:
Ach, nun kommen Sie schon.
YARA:
Was zahlt der Ihnen eigentlich, damit Sie ihm das alles durchgehen lassen?
HAUKE:
Mehr als Sie …
===============================================
B1-45-Mensch und Umwelt
NINA:
Möchtest du ein Plätzchen? Hab ich heute Morgen frisch gebacken.
NICO:
Vielen Dank!
SEBASTIAN:
Also, ich will auch eins!
NINA:
Weil du so lieb Bitte gesagt hast?
SEBASTIAN:
Hm … Die sind aber nicht von dir!
NINA:
Wieso nicht?
SEBASTIAN:
Weil die so wahnsinnig lecker sind.
NICO:
Ja! Lecker!
NINA:
Gut. Das war dein letztes.
Lisa, möchtest du auch ein Plätzchen?
LISA:
Danke!
SEBASTIAN:
Was machst ’n du da?
LISA:
Ich muss morgen das Thema Recycling und Umweltschutz im Unterricht behandeln . Aber ich weiß noch nicht, wie.
NINA:
Und wieso? Wo ist das Problem?
LISA:
Na, das Thema ist total wichtig. Aber wenn der Unterricht nicht spannend ist, dann ist es total langweilig.
SEBASTIAN:
Langweilig? Also, pass mal auf: Wenn wir unseren Planeten weiterhin so ausbeuten , dann brauchen wir 2030 mindestens zwei Erden . Und du kannst deinen Schülern auch sagen, dass jeden Tag 130 Tierarten aussterben. Nur mal so.
NICO:
Was?
SEBASTIAN:
Mhm. Insekten zählen auch dazu .
LISA:
Also, je statistischer das Thema, desto langweiliger wird es.
SEBASTIAN:
Stimmt überhaupt nicht.
LISA:
Doch, das ist viel zu abstrakt . Meine Schüler sollen ja selber aktiv werden. Die sollen ein Umweltbewusstsein entwickeln und sich über ihr Konsumverhalten klar werden.
NINA:
Na ja, es reicht ja eigentlich schon, wenn du mal ’ne Woche kein Plastik kaufst. Das Zeug ist sowas von umweltschädlich .
LISA:
Ja, das ist super!
SEBASTIAN:
Ach, das ist super? Das ist ultralangweilig!
LISA:
Also, wenn die mal eine Woche auf Plastik verzichten würden, dann würden sie ja merken, was alles aus Plastik ist. Das ist toll!
NINA:
Ja! Also, hier sitzt ein Mensch mit zwei Gehirnen , ganz klar – und vielen Plätzchen.
NICO:
Was ist … was ist „Gehirn“?
===============================================
B1-46-Umweltbelastungen
LISA:
Ihr sollt nicht euer ganzes Leben lang auf Plastik verzichten, sondern nur eine Woche. Kommt schon! Plastik ist eine wahnsinnig große Umweltbelastung. Wusstet ihr, dass viele Tonnen Plastik im Meer schwimmen? Die Fische werden krank davon. Wir essen die Fische, dann werden wir krank davon. Das ist ein Kreislauf . Also, macht ihr mit?
SCHÜLER:
Sie auch, Frau Brunner!
LISA:
Natürlich!
LISA:
Nina, ist das dein Ernst? Ich hab Hunger!
NINA:
Lisa, du hast deiner Klasse versprochen, eine Woche auf Plastik zu verzichten. Umweltschutz ist kein Zuckerschlecken !
LISA:
Du hast ja recht. Gegenvorschläge ?
===============================================
B1-47-Umweltschutz
LISA:
Danke. Also, erzähl mal: Wie geht’s denn mit deiner Brücke voran?
SELMA:
Du meinst die Brücke für den Wettbewerb?
LISA:
Ja, genau.
SELMA:
Ich habe ziemlich viel zu tun, trotzdem bin ich schon weitergekommen .
LISA:
Und bist du zufrieden?
SELMA:
Hm, noch nicht ganz. Aber ich hatte die Idee, Solarzellen an die Seiten zu montieren. Die können die Lampen auf der Brücke dann mit Strom versorgen . Das fanden ein paar andere gut und machen jetzt mit.
LISA:
Cool!
SELMA:
Ich finde alternative Energien sowieso am interessantesten, auch in der Architektur. Man kann auch an Gebäuden viel Energie sparen. Das ist so spannend!
LISA:
Ja, ich hab neulich einen Artikel über intelligente Häuser gelesen.
TAREK:
So, zweimal die Tagessuppe. Bitte schön. Guten Appetit.
SELMA:
Danke.
YARA:
Hallo, Tarek.
TAREK:
Na? Hallo!
YARA:
Ist Max gar nicht hier?
TAREK:
Nein, der hat heute frei. Möchtest du was essen?
YARA:
Gleich. Lisa, hallo!
LISA:
Hallo, Yara. Wie geht’s?
YARA:
Gut. Ich will auch gar nicht lange stören, aber wenn ich dich jetzt gerade sehe …
LISA:
Was gibt’s denn?
YARA:
Ich will für morgen einen kleinen Flohmarkt für Flüchtlinge organisieren: gebrauchte Sachen, Fahrräder, Klamotten … Wenn ihr irgendwas habt, was ihr nicht mehr braucht, dann bringt ’s gerne vorbei .
LISA:
Ja, das ist ’ne super Idee. Ich sag gleich meinen Schülern Bescheid und du deinen Eltern!
SELMA:
Ja, auf jeden Fall.
YARA:
Super.
SELMA:
Das ist echt sehr nett, vielen Dank!
YARA:
Entschuldigung. Yara.
SELMA:
Selma.
YARA:
Selma? Nicos Selma? Freut mich. Dann sehen wir uns morgen.
LISA:
Bis morgen.
YARA:
Bis dann.
LISA:
Also, Selma, du und Nico: Was ist denn da los?
===============================================
B1-48-Wertstoffe
REPORTER:
Guten Tag! Fromme mein Name. Sind Sie die Veranstalterin des Flohmarkts?
YARA:
Ja, die bin ich.
REPORTER:
Ich bin vom Lokalteil des Tageblatts. Darf ich Ihnen ’n paar Fragen stellen?
YARA:
Klar, gerne.
REPORTER:
Wie sind Sie auf die Idee für den Flohmarkt gekommen ?
YARA:
Ganz einfach: Man kann nicht immer alles neu kaufen. Hier wird recycelt. Gebrauchte Gegenstände werden hier nicht weggeworfen, sie wechseln den Besitzer .
REPORTER:
Das Besondere hier ist ja, dass alles umsonst ist. Warum?
YARA:
Wenn Sie etwas wegwerfen, bekommen Sie doch auch kein Geld dafür, oder?
SELMA:
Das hier ist doch toll!
IBRAHIM:
Das hier find ich schöner.
REPORTER:
Frau González?
YARA:
Entschuldigung, was wollten Sie noch wissen?
===============================================
B1-49-In der Zeitung steht
YARA:
Na ja, ich weiß nicht …
PEPE:
Ich versteh dein Problem nicht.
NICO:
Worüber redet ihr?
PEPE:
Die Zeitung, in der der Artikel über Yaras Aktion erscheinen wird, die würden kostenlos ’ne Annonce für den Laden drucken.
NICO:
Das ist doch super.
YARA:
Ich glaube, der Reporter hat sich in mich verknallt.
PEPE:
Na und? Du kannst jede Werbung gut gebrauchen. Und du solltest jede Möglichkeit, mit der du mehr Leute in den Laden kriegst, nutzen.
YARA:
Na ja, schon.
PEPE:
In welcher Rubrik würden sie die Annonce denn platzieren?
YARA:
Die Annonce würde wahrscheinlich im Lokalteil erscheinen.
PEPE:
Sport wär besser.
YARA:
Das entscheide ich nicht.
PEPE:
Na ja, wer weiß …
NICO:
Was bedeutet „Rubrik“?
PEPE:
Rubriken sind Teile in der Zeitung, in denen es um verschiedene Themen geht, wie Politik, Wirtschaft , Sport, Kultur …
YARA:
Kultur nennt man oft Feuilleton. Das ist Französisch.
PEPE:
Jedenfalls solltest du das Angebot, das er dir gemacht hat, unbedingt annehmen. Pass auf: Ich entwerfe dir noch heute eine Annonce und du meldest dich dafür bei dem Reporter. Einverstanden? Vielleicht ist er ja wirklich nett. Immerhin bist du Single, oder?
YARA:
Hey!
===============================================
B1-50-In der Redaktion
REPORTER:
Zuerst wird eine Idee für einen Artikel vorgeschlagen und dann mit der Redaktionsleitung besprochen.
Hey, Harry, den letzten Schnaps gestern gut verkraftet?
Erst dann beginnen die Reporter zu recherchieren und Interviews zu machen. Dann werden die Artikel geschrieben. Danach wird lektoriert. Zum Schluss werden dann alle Artikel zusammengefasst von den Grafikern. Und dann erst geht das Ganze in den Druck.
YARA:
Wow, das klingt nach viel Arbeit.
REPORTER:
Natürlich. Wir sind alle Profis. Und wir wollen’s auch gar nicht anders. Das hier ist die Lokalredaktion – das Herz der Zeitung.
YARA:
Ich möchte mich noch einmal sehr bedanken, dass die Anzeige kostenlos abgedruckt wird.
REPORTER:
Gar kein Problem. Dafür ist man Chef, nicht wahr? Da kann man hin und wieder auch mal jemandem einen Gefallen tun.
YARA:
Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen.
REPORTER:
Wir können ja mal ’n Kaffee trinken gehen, wenn Sie wollen. Ich zahl auch! Also, klar. Ich mein, das ist ja etwas Gutes. Nicht wahr?
===============================================
B1-51-Analog oder digital
YARA:
Und dann wollte er mit mir Kaffee trinken.
PEPE:
Wieso hast du’s nicht gemacht? Du hättest es bestimmt noch auf die Titelseite gebracht!
YARA:
Hör auf. Ich schäme mich jetzt schon.
PEPE:
Ach Quatsch! Aber kein Wunder, dass heutzutage niemand mehr Zeitung liest. Keine Sorge, die Annonce war trotzdem ’n guter Deal. Sie wird dir helfen.
YARA:
Ich lese total gerne Zeitung. Und ich bin mir sicher, ich bin nicht die Einzige.
PEPE:
Wann liest du denn Zeitung?
YARA:
Ich lese am liebsten morgens. Dazu trinke ich dann eine Tasse Kaffee. Oder abends vor dem Schlafengehen.
PEPE:
Aber man liest doch heutzutage alles im Handy nach. Zeitungen sind unpraktisch und einfach nicht mehr modern.
YARA:
Journalismus ist immer noch extrem wichtig. Und Zeitungen werden auch immer wichtig sein. Die meisten Zeitungen haben heutzutage eine App.
PEPE:
Die meisten, aber nicht alle, oder?
YARA:
Was meinst du?
PEPE:
Ich begrüße Sie ganz herzlich. Mein Name ist José González. Aber bitte nennen Sie mich Pepe. Ich präsentiere Ihnen eine vollständige digitale Lösung für Ihre Zeitung. Wir entwickeln für Sie nicht nur Apps und Internetseiten, wir stellen Ihnen auch Lösungen für steigende Leserzahlen vor. Die vielen Vorteile liegen natürlich auf der Hand. Mit der neuen App werden mehr Leute Ihre Zeitung lesen. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.
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B1-52-Kontaktanzeigen
REPORTER:
Hallo, Otto!
JACQUES:
Hallo, Thomas.
REPORTER:
Schön, dich zu sehen. Wie war der Urlaub? Bestimmt total günstig. Wir werden bald sehr groß, Otto … größer als jede andere Zeitung in der Stadt. Soziale Netzwerke, digitale Versionen, Apps – und wir sind dabei! Und für dich ist es dann auch besser. Dann lesen mehr Frauen deine Anzeigen.
JACQUES:
Ich habe eine Bitte, Thomas.
REPORTER:
Ich weiß. Wie willst du diesmal heißen? Jérôme? Rodrigo?
JACQUES:
Das ist es nicht …
REPORTER:
Wie soll ich dich in deiner nächsten Kontaktanzeige beschreiben? Der einfühlsamste Mann der Welt sucht seine Erfüllung? Verständnisvoller, charmanter als alle anderen Männer? Oder lieber ’n bisschen direkter? Der Mann, vor dem Sie Ihre Kinder warnen, aber von dem Sie ganz heimlich träumen?
JACQUES:
Thomas, ich möchte keine Kontaktanzeige mehr.
REPORTER:
Was? Wieso?
JACQUES:
Ich habe mich total verliebt, Thomas. Und zwar echt. Sie ist die tollste, lustigste Frau, die ich in meinem Leben kennengelernt habe. Und ich möchte, dass du mir hilfst, sie nie mehr zu verlieren.
REPORTER:
Wir kennen uns jetzt seit 15 Jahren, Otto. Seit zehn Jahren schalte ich Kontaktanzeigen in meiner Zeitung für dich. Den Gefallen tu ich dir sehr gerne, mein Freund!
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B1-53-Peinlich!
SANITÄTER :
Hallo? Wir wurden gerufen!
MAX:
Hallo! Ja! Das Ganze ist uns wirklich unglaublich peinlich, aber es handelt sich um ein ärgerliches Missverständnis.
SANITÄTERIN:
Ein Missverständnis?
TAREK:
Ja. Wir können das aber alles erklären!
SANITÄTERIN:
Mhm.
TAREK:
Max?
MAX:
Ja. Es war normaler Betrieb zur Mittagszeit. Nico saß im hinteren Bereich.
TAREK:
Ja. Und dann begann Inge zu husten .
MAX:
Alles in Ordnung, Inge?
TAREK:
Es klang richtig gefährlich. Sie wurde ganz rot.
Hier, trink das! Trink das!
MAX:
Inge trank das Wasser und der Husten wurde etwas besser.
TAREK:
Inge lächelte sofort wieder, ging aber auf Toilette, um sich frisch zu machen .
INGE:
Ich geh mich schnell frisch machen.
MAX:
Wir sind dann zurück in die Küche gegangen, während Nico offenbar mitbekam , dass Inge auf der Toilette wieder einen Hustenanfall bekam.
TAREK:
Davon hatten wir gar nichts mitbekommen, weil die Tiegelwurst angebrannt ist.
MAX:
Und als ich das in der Küche gesehen habe, rief ich laut: „Scheiße, die Tote Oma!“
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B1-54-Richtiges Benehmen
SANITÄTER:
„Die Tote Oma“?
TAREK:
Ja, das Gericht „Tiegelwurst“ hatten wir so genannt. Das ist umgangssprachlich.
MAX:
Ja, Nico hatte das aber wörtlich genommen . Er ist nicht aus Deutschland.
NICO:
Es tut mir leid, ich war ängstlich . Ich dachte, Oma Inge wäre wirklich etwas passiert.
INGE:
Du bist herrlich , Nico!
MAX:
Ja, das alles ist uns wirklich sehr peinlich. Wir bedauern sehr, dass Sie kommen mussten.
TAREK:
Aber das war keine böse Absicht !
MAX:
Nein. Das hätte jedem passieren können.
TAREK:
Ja.
MAX:
Also, jedem, der die Sprache nicht kennt.
TAREK:
Eigentlich sollten wir Nico dankbar sein. Er hat Zivilcourage bewiesen! Er hatte sich Sorgen gemacht.
MAX:
Genau! Eigentlich ist es gar nicht peinlich, wenn jemand es gut meint!
SANITÄTER:
Sollen wir uns denn Ihren Hals mal anschauen, junge Frau, wenn wir schon einmal hier sind?
INGE:
Junge Frau! Sie machen mich ganz verlegen. Mir geht’s gut!
SANITÄTER:
Dann einen schönen Tag noch!
MAX:
Ach, danke! Ihnen auch!
INGE:
Dankeschön!
TAREK:
Schönen Tag noch! Danke.
MAX:
Ich mach schon. Wiedersehen!
TAREK:
Wiedersehen!
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B1-55-Benimmregeln
YARA:
Vielen Dank. Bis dann!
NICO:
Hey!
YARA:
Hallo! Die Al-Paschas haben uns für heute Abend zum Essen eingeladen.
NICO:
Ja? Wirklich?
YARA:
Als Dankeschön für den Flohmarkt und das Fahrrad.
NICO:
Bin ich auch eingeladen?
YARA:
Ja, wieso nicht? Ich dachte, du bist mit Selma befreundet .
NICO:
Ja, schon.
YARA:
Was machst du?
NICO:
Ich erkundige mich nur nach Benimmregeln in Syrien. Mir ist heute schon etwas Peinliches passiert. Das reicht. Hier steht: „Wenn Sie eine syrische Familie begrüßen, sollte der Mann der Frau nicht die Hand geben . Das ist unüblich und gilt als unhöflich. Außerdem wird sich nach dem Befinden der Familie erkundigt.“
YARA:
Wir kennen die Familie überhaupt nicht.
NICO:
Ja und? Hier steht, es gehört sich so.
YARA:
Du nimmst das ganz schön ernst.
NICO:
Hm?
YARA:
Hat das etwas mit dieser Selma zu tun?
NICO:
Nö.
YARA:
Hallo, ich bin Yara.
AYA:
Ich bin Aya.
IBRAHIM:
Meine Frau.
YARA:
Freut mich sehr. Vielen Dank für die Einladung.
IBRAHIM:
Selma, meine Tochter.
YARA:
Hallo!
SELMA:
Hi!
NICO:
Hallo, ich bin Nico. Freut mich, Sie kennenzulernen.
IBRAHIM:
Bitte, setzen Sie sich.
YARA:
Wir können uns gerne duzen.
NICO:
Wie geht es der Familie?
IBRAHIM:
Welcher Familie?
NICO:
Ja, eurer Familie.
IBRAHIM:
Ich denke, der Familie geht’s gut. Und … deiner Familie?
NICO:
Ich denke, auch.
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B1-56-Was tun, wenn …
AYA:
Nachtisch.
YARA:
Sieht toll aus!
NICO:
Vielen Dank!
IBRAHIM:
Bitte! Ich möchte nicht, dass du hungrig nach Hause gehst. Du musst probieren!
YARA:
Sind in Syrien alle Menschen so gastfreundlich ?
IBRAHIM:
Ja. Aber … in Deutschland auch. Ich hab den Eindruck, dass viele Verhaltensregeln sehr ähnlich sind.
YARA:
Da musst du Nico fragen, er ist der Experte.
NICO:
Hm?
IBRAHIM:
Ich verstehe. Darum die Frage nach der Familie.
NICO:
Ich habe gelesen, dass es höflich ist, zu fragen, wie es der Familie geht.
IBRAHIM:
Wenn man die Familie kennt, ja. Aber es ist toll, dass du dich informiert hast.
AYA:
Auf Wiedersehen!
YARA:
Tschüss! Und vielen Dank für das tolle Essen.
IBRAHIM:
Bis bald!
NICO:
Danke.
YARA:
Selma und du – das ist ja wohl glasklar.
NICO:
Leider nicht. Es ist sogar ziemlich kompliziert …
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B1-57-Endlich erwachsen
SELMA:
Nico!
NICO:
Selma!
SELMA:
Du willst wohl heute Abend feiern?
NICO:
Ja, na ja. Yara besteht darauf, dass Pepe, sie und ich auf unseren neuen Lebensabschnitt anstoßen.
SELMA:
Neuen Lebensabschnitt?
NICO:
Na ja, weil wir alle in Deutschland bleiben und ich hoffentlich bald in Yaras Laden anfange zu arbeiten.
SELMA:
Das ist toll, Nico. Wirklich.
NICO:
Ich hätte gerade eben fast den Sekt und den Wein nicht bekommen. Die Verkäuferin wollte mir die Flaschen nicht verkaufen, zumindest nicht ohne Personalausweis .
SELMA:
Hat sie dir nicht geglaubt, dass du volljährig bist?
NICO:
Mal ganz ehrlich: Seh ich aus wie siebzehn?
SELMA:
Es ist ein Kompliment, dass die Verkäuferin dich nach deinem Ausweis gefragt hat. Du siehst eben jünger aus, als du bist.
NICO:
Danke.
SELMA:
Das war ein schöner Abend gestern.
NICO:
Ja, das fand ich auch.
SELMA:
Ich vermisse dich, Nico.
NICO:
Dann treffen wir uns morgen. Nur kurz. Egal wie, aber ich muss dich sehen. Hm?
SELMA:
Ich schreibe dir.
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B1-58-Was Eltern erwarten
IBRAHIM:
Du belügst deine Familie immer noch. Mit ihm? Das ist eine Schande! Als wir in Syrien lebten, hast du nie gelogen. Seit du dich mit ihm triffst, tust du das.
NICO:
Herr Al-Pascha, wir haben uns nur zufällig getroffen.
IBRAHIM:
Glaubst du, ich bin ein Idiot?
Dieser Mann lügt mich an. Er bringt dich dazu, zu lügen. Ihr kauft sogar schon Alkohol! Er ist kein Umgang für dich!
NICO:
Hey!
IBRAHIM:
Seit wann seht ihr euch schon?
NICO:
Es geht Sie überhaupt nichts an, wen Ihre Tochter sieht.
IBRAHIM:
Es geht mich nichts an? Es geht mich nichts an, wenn meine Tochter ihr Leben wegwirft? Was sind deine Erwartungen vom Leben? Was sind deine Perspektiven? Du hast keine! Wie willst du für meine Tochter sorgen?
SELMA:
Ich liebe ihn, Papa!
IBRAHIM:
Ich liebe dich auch, Selma. Du bist meine einzige Tochter! Deshalb verbiete ich dir, ihn zu sehen. Zu deinem eigenen Wohl!
NICO:
Das können Sie nicht.
IBRAHIM:
Selma!
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B1-59-Lebenswege
JACQUES:
Bevor ich ein Restaurant hatte, hab ich lange als Koch gearbeitet. In einem Bistro, das ganz ähnlich aussah wie euer Restaurant.
TAREK:
Bevor wir das Restaurant aufgemacht haben, hatte ich in einer Firma als Elektriker gearbeitet.
MAX:
Und ich war Bankkaufmann.
JACQUES:
Nein, wirklich? Das ist ja erstaunlich. Da arbeiten Sie jetzt ja in einem ganz anderen Beruf.
TAREK:
Aber es hat sich gelohnt. Auch wenn die Gastronomie ganz schön anstrengend ist.
JACQUES:
Ja, wem sagen Sie das! Aber man erlebt viel in der Gastronomie. Bevor ich den Job als Koch hatte, war ich Spüljunge in der Küche. Na, das waren Zeiten. Ich könnte ’n Buch drüber schreiben.
INGE:
Deine Biografie will doch gar keiner lesen.
JACQUES:
Was? Aber vielleicht interessieren sich die Menschen ja für meine Erfahrungen.
TAREK:
Jacques, wir würden es lesen. Nicht wahr, Max?
MAX:
Ganz sicher!
JACQUES:
Da! Zwei Käufer haben wir schon!
YARA:
Hey, habt ihr zufällig Nico gesehen? Er hatte gesagt, dass er einkaufen wollte. Er ist jetzt aber schon seit Ewigkeiten unterwegs.
MAX:
Seit er gestern die Sanitäter gerufen hat, hab ich ihn nicht mehr gesehen. Du?
YARA:
Otto! Was machst du denn hier? Hallo, Otto! Ich bin’s, Yara.
INGE:
Entschuldigung, das muss aber eine Verwechslung sein. Das ist Jacques.
YARA:
Nein, ganz sicher nicht. Das ist Otto aus Duisburg. Ich kenne ihn schon seit Jahren. Ich kaufe gebrauchte Fahrräder von ihm ab.
JACQUES:
Inge …
INGE:
Sag nicht, dass sie recht hat.
YARA:
Was ist denn hier los?
INGE:
Das würde ich auch gerne wissen.
JACQUES:
Lass es mich erklären! Inge! Inge! Inge, warte! Ich …
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B1-60-Noch mal anfangen
JACQUES:
Inge! Inge, bitte! Ich weiß, du bist wütend, und … und du hast jedes Recht dazu. Ich habe gelogen. Ich bin nicht Jacques, ich habe keine Restaurants und … und ich komme auch nicht aus Frankreich.
INGE:
Ging ’s immer ums Geld? Das Geld zum Kaufen des Champagners, das Geld zum Bezahlen des Urlaubs …
JACQUES:
Du bekommst alles wieder!
INGE:
Ich will nichts zurück, Jacques! Kannst du das nicht verstehen? Mir ist das Geld egal! Ich brauche das zum Glücklichsein nicht. War irgendetwas wahr?
JACQUES:
Was meinst du?
INGE:
Ich meine: War irgendetwas wahr von dem, was du gesagt hast? Und bitte … bitte, dieses eine Mal: Lüg mich nicht an!
JACQUES:
Alles über mich ist gelogen …
INGE:
Ha!
JACQUES:
… aber … aber jetzt, seit unserem Urlaub, ist plötzlich alles wahr geworden. Ich will einen Neuanfang mit dir. Und ich glaube, dass alles funktionieren kann. Ich weiß, du musst ein furchtbares Gefühlschaos haben, und ich weiß, dass ich schuld bin. Aber … mein Herz und mein Verstand sagen mir …
INGE:
Fang bloß nicht an, von Herz und Verstand zu sprechen! Beides hast du nicht. Und ich glaube dir kein einziges Wort mehr. Ich will dich nie mehr wiedersehen … Jacques!
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B1-61-Bund und Länder
MAX:
Ich glaube nicht, dass „Jan im Sack“ ein Gericht aus Baden-Württemberg ist.
TAREK:
Hier steht: „eine Spezialität der Stadt Oldenburg“.
MAX:
Ach und Oldenburg liegt in Baden-Württemberg?
TAREK:
Ja. Also, dachte ich.
MAX:
Du bist nicht nur im falschen Bundesland , du bist in der komplett falschen Region. Oldenburg liegt im Nordwesten des Bundeslandes Niedersachsen.
TAREK:
Oh, ups … Hi, Nico.
MAX:
Hey!
NICO:
Ich suche mein Vokabelheft. Hab ich es zufällig hier liegen lassen?
TAREK:
Ja. Im linken Schrank unter der Theke.
NICO:
Super. Ich brauch es nämlich, weil ich später meine B1-Prüfung habe.
MAX:
Echt? Viel Erfolg!
NICO:
Danke!
TAREK:
Yara hat dich gestern gesucht.
NICO:
Hat sich alles schon geklärt. „Jan im Sack“? Was macht ihr hier?
MAX:
Wir suchen klassische deutsche Gerichte mit total verrückten Namen – wie „Tote Oma“.
TAREK:
Wir erklären die Herkunft des Gerichts und wie man es zubereitet. Und die Videos stellen wir dann ins Internet.
NICO:
Coole Idee!
MAX:
Danke! Viel Erfolg!
NICO:
Danke!
TAREK:
Also: Woher kommt „Kalter Hund“?
MAX:
„Kalter Hund“ …
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B1-62-Die EU
HAUKE:
Mir ist das doch vollkommen egal, womit Sie sich in Ihrer Freizeit beschäftigen. Aber die Nachbarn haben sich beschwert.
YARA:
Wer hat sich beschwert? Etwa Herr Murz? Worüber denn?
HAUKE:
Na ja, es war den ganzen Tag über sehr laut und da war ein großes Gedränge vor der Eingangstür.
YARA:
Ein großes Gedränge.
HAUKE:
Ich gebe doch nur wieder, wovon mir berichtet wurde.
YARA:
Ja, natürlich.
HAUKE:
Sie hätten mich einfach vorher anrufen können. Wofür gibt es heutzutage Handys?
YARA:
Wir haben den Hauseingang extra frei gelassen. Und zu den Ruhezeiten war alles wieder abgebaut.
HAUKE:
Sie meinen …?
YARA:
Ich habe nichts falsch gemacht. Ich meine, worüber reden wir hier eigentlich? Haben Sie nichts Besseres zu tun? Wir engagieren uns für Flüchtlinge und Sie interessiert nur der Lärm?
HAUKE:
Überlassen Sie das doch besser den Politikern.
YARA:
Ich finde, dass Politiker viel zu wenig tun. Also müssen wir uns eben selbst mehr engagieren.
HAUKE:
Warum engagieren Sie sich nicht direkt in der Politik?
YARA:
Vielleicht mach ich das ja sogar.
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B1-63-Gerechtigkeit
NICO:
Ich weiß nicht, ob ich gut genug bin.
PEPE:
Keine falsche Bescheidenheit, Bruderherz! Du sprichst großartig. Du kannst die Regeln. Sei einfach entspannt.
LISA:
Hey, Pepe.
PEPE:
Hi!
LISA:
Du, ich weiß, ihr lernt gerade für die Sprachprüfung. Aber kannst du vielleicht mal kurz über meine Steuererklärung schauen? Ich mach das zum ersten Mal und ich hab da noch nicht so die Gelassenheit .
NICO:
Ich komm alleine klar.
PEPE:
Bist du sicher?
NICO:
Ja.
PEPE:
Dann helf ich dir.
LISA:
Ach, vielen, vielen Dank! Jetzt hab ich ein bisschen Klarheit . Ich wusste nicht, dass ich meine Fahrtkosten für meine ehrenamtlichen Tätigkeiten absetzen kann.
PEPE:
Manchmal geht’s, manchmal nicht. Du solltest es aber auf jeden Fall probieren. Mich wundert, wie du die ganzen Sachen überhaupt schaffst.
LISA:
Mich auch.
PEPE:
Machst du Sport? Ich meine, wenn ich so viel zu tun hab, dann brauch ich immer irgendeinen Ausgleich.
LISA:
Nein, tu ich nicht. Was machst du?
PEPE:
Boxen . Das ist anstrengend und man kann sich super abreagieren. Aber das ist vielleicht nicht das Richtige für dich.
LISA:
Also, um ehrlich zu sein, wollte ich das schon immer mal ausprobieren.
PEPE:
Okay. Wann?
LISA:
Jetzt?
PEPE:
Okay, dann gehen wir!
LISA:
Tschüss!
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B1-64-Wir haben die Wahl
NICO:
So, das war’s. Ich kann nicht mehr lernen.
YARA:
Was du bis jetzt nicht weißt, wirst du in den nächsten zwei Stunden auch nicht mehr hinbekommen. Ruh dich lieber noch ein bisschen aus.
NICO:
Da hast du recht.
SEBASTIAN:
Überraschung!
YARA:
Was ist das?
SEBASTIAN:
Das hier? Das ist die Wahlbenachrichtigung für die Landtagswahl im nächsten Monat.
YARA:
Ich kann mich nie entscheiden: liberal, sozial …
SEBASTIAN:
Na ja, also, Hauptsache, nicht konservativ!
YARA:
Das kann man so auch nicht sagen.
NICO:
Wen oder was wählt man in Deutschland?
SEBASTIAN:
Es ist ein bisschen kompliziert. Also, im nächsten Monat wählen wir den Landtag für das Bundesland, in dem wir wohnen. Dann gibt’s noch Kommunalwahl, Bundestagswahl und Europawahl.
YARA:
Sebastian versteht es scheinbar auch nicht so ganz.
SEBASTIAN:
Also, ich versteh es gut genug, um keinen Quatsch zu wählen.
YARA:
Wir leben in einer Demokratie . Viele Meinungen sind erlaubt.
NICO:
Und wählt man eine Person oder eine Partei ?
SEBASTIAN:
Also, es ist so: Mit der Erststimme wählt man den Kandidaten des jeweiligen Wahlkreises, mit der Zweitstimme die Partei. Wenn eine Partei oder beziehungsweise wenn von einer Partei mehr Kandidaten gewählt wurden, als sie Sitze hat, dann gibt es Überhangmandate. Aber so genau versteh ich das auch nicht.
NICO:
Aha …
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B1-65-Das Ruhrgebiet
PEPE:
Jetzt du!
Ich dachte, du boxt zum ersten Mal.
LISA:
Ich boxe auch zum ersten Mal.
PEPE:
Dafür muss das Säckchen aber ganz schön einstecken!
LISA:
Ja, ich hab in meiner Kindheit nicht mit Puppenhäuschen gespielt. Ich war mit den Jungs unterwegs. Da wird man nicht zimperlich.
PEPE:
Wo bist du denn aufgewachsen?
LISA:
Im Ruhrpott .
PEPE:
Da wurde viel Steinkohle für die Industrie abgebaut , oder?
LISA:
Ja, dafür ist das Gebiet besonders bekannt. Während der Industrialisierung hat es angefangen und danach verwandelten sich die ganzen kleinen Städtchen nach und nach während des wirtschaftlichen Umschwungs in Großstädte.
PEPE:
Mehr Kraftwerke, mehr Arbeiter.
LISA:
Ja. Und je mehr Arbeiter, desto mehr Arbeiterjungs, die frech werden konnten.
PEPE:
Wann bist du von dort weggezogen?
LISA:
Als ich mit dem Studium angefangen habe. Das Ruhrgebiet hat seinen Charme, aber es sind alles Arbeiterstädte. Und die sind alle nicht besonders schön.
PEPE:
Ja, im Krieg wurde viel bombardiert, oder?
LISA:
Ja, ich beklage mich auch nicht. Ich sage nur, dass es schönere Orte gibt.
PEPE:
Wie spät haben wir’s?
LISA:
Keine Ahnung.
PEPE:
Kannst du mir dein Auto leihen?
LISA:
Ja, klar.
PEPE:
Ja?
LISA:
Ja. Warte!
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B1-66-Industrie
AYA:
Hallo, Selma. Was liest du?
SELMA:
Das Architekturbüro hat ein neues Wohnungsbauprojekt . Auf dem Gebiet eines ehemaligen Tagebaus im Ruhrgebiet werden ökologische Wohnungen für verschiedene Generationen gebaut. Ich informiere mich darüber.
AYA:
Tagebau?
SELMA:
Während des industriellen Zeitalters um 1800 entdeckte man im Ruhrgebiet große Kohlevorkommen . Seitdem wurde im Ruhrgebiet unter schweren Arbeitsbedingungen viel Bergbau betrieben . Die Region hatte während des Aufschwungs fast sechs Millionen Einwohner. Heute ist die Nachfrage an Braun- und Steinkohle gesunken und deshalb werden viele Bergwerke geschlossen. Und die Frage ist: Was macht man mit ihnen? Schrebergärten kann man nicht überall bauen. Zufrieden?
AYA:
Selma, achte auf deinen Ton! Du musst mich und deine[n] Vater verstehen.
SELMA:
Und wer versteht mich?
Hey, Lisa. Ich brauche deine Hilfe! Liebe Grüße, Selma.
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B1-67-Strukturwandel
JACQUES:
Inge! Bitte! Lass mich rein ! Wenn ich könnte, ich würde alles rückgängig machen – die ganze Lügerei so viele Jahre lang. Es ist einfach passiert. Ich komme aus Duisburg, Inge. Mein Vater war Arbeiter in der Stahlindustrie … und ich später auch. Wir sind – wie so viele in den 60er-Jahren – ins Ruhrgebiet gezogen. Ja, bis es dann keine Arbeit mehr gab. Aber ich sah gut aus. Mit den Frauen klappte es immer. Und immer, wenn ich mit einer ausgegangen war, bestand sie darauf, mich einzuladen … den armen arbeitslosen Burschen. Irgendwann … irgendwann habe ich das dann genutzt … und verinnerlicht. Meine Miete zahlte ich mit Gebrauchtwagenhandel, Fahrrädern, allem möglichen Kram. Und die Frauen ermöglichten mir ein schönes Leben. Ein schönes Leben – das bedeutet jetzt nur noch, mit dir zusammen zu sein, Inge. Und ich allein bin schuld, wenn das ein Traum bleibt.
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B1-68-Kultur
LISA:
Entschuldigen Sie, dass ich Sie störe. Guten Tag.
AYA:
Guten Tag.
IBRAHIM:
Sie stören nicht. Bitte, setzen Sie sich.
LISA:
Ich habe leider nicht viel Zeit. Ich habe kurzfristig zwei Tickets für eine spannende Kulturveranstaltung in der Stadt bekommen. Es wird eine sehr interessante Ausstellung geben und ein neues Theaterstück wird aufgeführt. Danach gibt es noch einen tollen Film im Kino.
IBRAHIM:
Das klingt interessant.
LISA:
Ja, das ist auch sehr interessant, weil die Ausstellungen das aktuelle Thema Flucht und Heimat haben. Und ich dachte, es wäre vielleicht schön, wenn Selma mich begleitet.
IBRAHIM:
Selma hat dafür leider keine Zeit.
AYA:
Ibrahim, Du solltest Selma gehen lassen.
LISA:
Also, mich würde interessieren, wobei ich dir helfen soll, weil ich deine Eltern gerade eiskalt anlügen musste.
SELMA:
Es tut mir leid, es war eine Notlüge! Ich muss zu Nico! Weißt du, wo er ist?
LISA:
Ja, komm! Wir müssen uns beeilen!
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B1-69-Nach Deutschland
PEPE:
Und?
NICO:
Ich weiß nicht.
PEPE:
Wie ist dein Gefühl?
NICO:
Gut.
SELMA:
Nico!
NICO:
Selma!
LISA:
Ist die Prüfung schon vorbei?
NICO:
Ja, ich bin gerade fertig geworden.
LISA:
Oh ich dachte schon, wir kommen viel zu spät.
SELMA:
Ich muss mit dir reden!
PEPE:
Wir warten draußen.
LISA:
Ja! Ja.
SELMA:
Nico …
NICO:
Du musst nichts sagen. Ich hätte dich niemals in diese Situation bringen dürfen.
SELMA:
Welche Situation?
NICO:
Du solltest dich niemals zwischen mir und deinen Eltern entscheiden müssen.
SELMA:
Das warst nicht allein du.
NICO:
Ich weiß. Und ich wünsch mir auch, dass wir einfach so zusammen sein können. Ich würde alles dafür geben.
SELMA:
Ich auch.
NICO:
Aber das können wir nicht. Weißt du, ich … ich hab Angst, dass du es bereuen würdest, wenn du dich jetzt für mich entscheidest.
SELMA:
Warum sagst du das?
NICO:
Meine Familie ist ein totales Chaos. Und ich werde nicht der Grund dafür sein, dass noch eine andere kaputtgeht.
SELMA:
Machst du Schluss?
NICO:
Wir waren nie zusammen, Selma. Nie.
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B1-70-Migrationsgründe
MAX:
Es ist wirklich unglaublich, was du geschafft hast!
NICO:
Ich weiß doch noch gar nicht, ob ich die Prüfung bestanden habe.
MAX:
Ich bin überzeugt, dass du bestanden hast.
NICO:
Hoffentlich reicht’s. Ich bin mir wegen des Briefs, den ich schreiben musste, nicht sicher. Und ich habe Angst, dass ich im schriftlichen Teil meines Tests zu viele Fehler gemacht habe.
PEPE:
Du wirst wegen ein paar Fehlern schon nicht durchfallen. Du musst dir keine Sorgen machen.
NICO:
Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mir keine Sorgen zu machen.
MAX:
Noch drei Gläser davon und das Problem ist gelöst.
PEPE:
Und bald beginnt dann deine Ausbildung. Da wirst du noch viele Prüfungen machen müssen.
NICO:
Stimmt. Und ich bin gespannt auf alles, was jetzt kommt.
MAX:
Diese Prüfung ist der erste Schritt auf deinem neuen Weg. Auf Nicos Weg!
PEPE:
Auf Nicos Weg!
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B1-71-Hin und zurück
PEPE:
Bist du dir sicher?
IBRAHIM:
Wir leben hier seit mehr als einem Jahr. Der Krieg in unserer Heimat wird noch lange dauern. Meine Frau liebt dieses Land und meine Tochter hat die Chance, hier zu studieren. Ich plane eine Zukunft hier, Pepe. Und ich habe vor, eine gute Zukunft zu haben.
PEPE:
Ich bin kein Fachmann, Ibrahim, aber du kommst nicht aus einem EU-Land. Und ich glaube, nicht einmal deine Abschlüsse werden einfach so anerkannt.
IBRAHIM:
Das weiß ich.
PEPE:
Und trotzdem willst du hier eine eigene Praxis eröffnen?
IBRAHIM:
Nicht sofort, vielleicht in ein paar Jahren. Ich hab dir gesagt, meine Familie verdient eine Zukunft in diesem Land. Ich werde dafür kämpfen.
PEPE:
Was ist mit einem Job in im Krankenhaus?
IBRAHIM:
Auch dafür muss ich meinen Abschluss anerkennen lassen und Sprachprüfungen ablegen und als Mediziner neu zugelassen werden.
PEPE:
Verstehe.
IBRAHIM:
Es gibt Bedarf in Deutschland. Es gibt viel zu wenige Hausärzte. Und ich hätte Zeit für meine Familie. Als Arzt im Krankenhaus hast du Überstunden, Nachtschichten. Das ist anstrengend, Pepe.
PEPE:
Das glaub ich.
IBRAHIM:
Ich muss mich um sehr viele Dinge kümmern und hoffen, dass mein Abschluss anerkannt wird. Dann muss ich Sprachprüfungen ablegen und vielleicht weitere Prüfungen absolvieren. Das kostet viel Zeit und Geld. Und in dieser Zeit, da kann ich nicht voll arbeiten, um das Geld für meine Familie zu verdienen.
PEPE:
Irgendwie muss die Miete gezahlt werden. Was du brauchst, ist ein Kredit.
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B1-72-Existenzgründung
PEPE:
Ich glaub nicht, dass es einfach wird, ’n Kredit zu bekommen.
IBRAHIM:
Das versteh ich nicht. Natürlich bin ich kein reicher Mann, aber es muss trotzdem eine Möglichkeit geben.
PEPE:
Erst einmal gibt es Kredite nur unter bestimmten Voraussetzungen und Konditionen .
IBRAHIM:
Die Konditionen sind mir bekannt und damit bin ich einverstanden .
PEPE:
Ja, das ist gut, jedoch muss vor allem die Bank mit dir einverstanden sein.
IBRAHIM:
Warum soll sie mit mir nicht einverstanden sein?
PEPE:
Du kannst deine Liquidität nicht belegen . Außerdem fehlen einkommensnachweisende Unterlagen …
IBRAHIM:
Meine Familie und ich sind vor Krieg und Tod geflohen! Die Unterlagen haben wir nicht mitgenommen.
PEPE:
Hey. Ich bin auf deiner Seite. Aber ich kann das System nun mal nicht ändern.
IBRAHIM:
Was brauche ich, damit ich einen Kredit aufnehmen kann? Ich habe alle Unterlagen, aber … in Syrien.
PEPE:
Die Bank braucht eine Versicherung, dass du lange genug in Deutschland bleibst, um den Kredit zurückzuzahlen.
IBRAHIM:
Wie soll diese Versicherung aussehen? Es muss eine Lösung geben.
PEPE:
Die gibt’s. Ich bürge für dich.
IBRAHIM:
Bürgen?
PEPE:
Ja, das bedeutet, wenn du nicht zahlst, trage ich die Verantwortung.
IBRAHIM:
Das würdest du tun?
PEPE:
Was soll schon passieren?
IBRAHIM:
Danke.
PEPE:
Gerne.
===============================================
B1-73-Neue Heimat
LISA:
Also, welche Migrationsgründe kennt ihr?
SCHÜLER:
Die Menschen verlassen ihr Land, weil sie in ihrem eigenen Land keine Perspektive mehr sehen.
LISA:
Stimmt, aber woran kann das liegen ?
SCHÜLER:
Sie sind unzufrieden mit ihrer Regierung.
LISA:
Politische Gründe. Manche werden sogar verfolgt. Diese Menschen können in anderen Ländern Asyl beantragen. Wer kann das alles?
SCHÜLERIN:
Menschen, die in Kriegsgebieten leben, oder Menschen, die extrem arm sind.
LISA:
Ja, im Grunde genommen alle Menschen, die um ihr Leben fürchten müssen. Sie hoffen auf ein bisschen Frieden in einem anderen Land. Aber das ist oft nicht so einfach. Was gibt es für Probleme?
SCHÜLER:
Bürokratie !
LISA:
Ja, aber das größte Problem ist wahrscheinlich, dass man die Sprache nicht kann. Und dann folgt der ganze Papierkram : Asyl beantragen, Visum beantragen, Pass beantragen, Ausweis beantragen. Und das sind nur ein paar Beispiele. Ihr habt alle einen Migrationshintergrund. Und trotz der ganzen Schwierigkeiten sitzen wir alle hier zusammen und lernen zusammen. Warum?
SCHÜLER:
Weil wir zusammen lernen wollen, Probleme zu lösen.
SCHÜLERIN:
Weil wir wissen, dass jeder von uns irgendwann mal Hilfe braucht.
SCHÜLER:
Ein Zuhause zu finden, in dem man sich auch zu Hause fühlt, ist nicht einfach.
LISA:
Aber jeder verdient das, findet ihr nicht?
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B1-74-So geht’s!
MAX:
So, ihr Lieben. Heute werden wir für euch unser erstes verrückt klingendes Gericht kochen. Wenn ihr Ideen, Fragen oder Anregungen habt, lasst es uns wissen !
TAREK:
Das ganze Rezept und die Zutaten dazu haben wir euch in die Beschreibung geschrieben. Und wie das alles zubereitet wird, zeigen wir euch in dem Video.
MAX:
Dieses Mal gibt es „Himmel und Erde“. Das ist ein Gericht aus der westfälischen Region im Westen Deutschlands.
TAREK:
Dazu werden zuerst die Kartoffeln geschält, gewaschen und ein bisschen klein geschnitten.
MAX:
Übrigens: So alt und traditionell kann das Gericht gar nicht sein. Denn: Die Kartoffel ist zwar mittlerweile „typisch deutsch“, aber ihr Ursprung liegt gar nicht in Deutschland.
TAREK:
Ist das so?
MAX:
Ja. Ursprünglich kommt die Kartoffel aus Südamerika, aber mittlerweile gibt es sie natürlich in jedem Gewächshaus und in jedem Supermarkt. Gut für alle, die „Himmel und Erde“ machen wollen.
JACQUES:
Hallo, ’tschuldigung!
MAX:
Jetzt kann ich das alles noch mal erzählen!
TAREK:
Das interessiert doch sowieso niemanden.
MAX:
Doch, das ist total spannend.
TAREK:
Sicher …
JACQUES:
Entschuldigung, ich wollte nicht stören.
MAX:
Ja, zu spät. Was … was wollen Sie hier?
JACQUES:
Ich weiß, Sie mögen mich nicht, weil ich Inge belogen habe. Aber lassen Sie es mich wiedergutmachen ! Ich liebe Inge – von ganzem Herzen .
TAREK:
Na, dann sagen Sie ihr das.
JACQUES:
Sie hört mir nicht zu.
TAREK:
Wir lassen die ganze Zeit laufen.
MAX:
Das ist Pech.
JACQUES:
Vielleicht wird sie Ihnen zuhören. Ich flehe Sie an. Helfen Sie mir!
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B1-75-Zukunftspläne
SELMA:
Ich habe den Wettbewerb der jungen Architekten gewonnen!
IBRAHIM:
Selma, ich bin sehr stolz auf dich. Du hast dich gegen den Favoriten durchgesetzt. Ich hab mit deinem Chef gesprochen.
SELMA:
Du hast mit meinem Chef gesprochen?
IBRAHIM:
Ja, diesem Herrn mit der tiefen Stimme. Er meinte, der Zulassungsbescheid für die Universität wäre mit diesem Preis kein Problem. Du kannst hier studieren, Selma. Und ich werde einen Kredit bekommen und meine eigene Praxis eröffnen.
SELMA:
Du bekommst einen Kredit?
IBRAHIM:
Ja. Pepe bürgt für mich.
SELMA:
Ach, plötzlich ist die Familie González keine Schande mehr!
AYA:
Wir bauen uns etwas hier auf! Unser Leben geht weiter, Schatz. Und es wird besser als jemals zuvor!
SELMA:
Ja, was immer ihr sagt.
IBRAHIM:
Selma, ich muss dir noch etwas sagen.
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B1-76-Wünsche und Träume
INGE:
Max? Bring mir bitte einen Champagner, ja?
MAX:
Inge! Gibt’s was zu feiern?
INGE:
Nein. Ich hab mich nur gerade an eine besondere … Begegnung erinnert.
NINA:
Ach, ich würd auch gerne ’n Champagner trinken.
LISA:
Du trinkst Orangensaft!
NINA:
Ja, ist ja gut! Ich mein ja nur. Es wäre schön, wenn ich jetzt ein Glas trinken könnte.
YARA:
Oh mein Gott.
LISA:
Oh, ich heul gleich.
SEBASTIAN:
Oh Gott. Ich glaube, ich auch.
OTTO:
Inge! Vor vielen … vielen Jahren bin ich von zu Hause weggegangen. Ich habe nicht nur meine Arbeit verloren, ich habe mich verloren. Otto gab es nicht mehr. Nur noch Jacques. Nur noch Lügen , nur noch Unwahrheiten . Und dann kamst du, Inge. Ich hätte nicht gedacht, dass ich Jacques mal nicht mehr brauche. Aber es ist so weit. Ich will heimkehren . Ich will nie wieder lügen und nie wieder jemandem wehtun, vor allem dir nicht. Ich wünsche mir nichts mehr, als mein Leben mit dir zu verbringen, Inge. Ich liebe dich! Willst du meine Frau werden?
INGE:
Ist der Champagner …
MAX:
… bezahlt? Ja.
INGE:
Ich glaube dir, Otto. Und ich wünsche mir auch, deine Frau zu werden.
MAX:
Champagner, Champagner, Champagner!
ALLE:
Oh! … Auf die Liebe!
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